The Walker

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Filmdaten
Deutscher Titel The Walker (DVD-Titel)
Ein Freund gewisser Damen – The Walker (TV-Titel)
Originaltitel The Walker
Produktionsland Vereinigte Staaten,
Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Paul Schrader
Drehbuch Paul Schrader
Produktion Deepak Nayar
Musik Anne Dudley
Kamera Chris Seager
Schnitt Julian Rodd
Besetzung

The Walker ist ein US-amerikanisch-britischer Spielfilm von Paul Schrader aus dem Jahr 2007.

Carter Page III begleitet Frauen aus der Washingtoner Oberschicht zu offiziellen Anlässen, wo ihren Männern dies aus terminlichen Gründen nicht möglich ist. Als eine Senatorengattin in einen Mordfall verwickelt wird, schützt er ihren Namen, obwohl dies schließlich sein gesellschaftliches Aus bedeutet.

Handlung[Bearbeiten]

Der aus Texas stammende Carter Page III betätigt sich in Washington, D.C., als „Walker“[1]. Der alleinstehende Homosexuelle begleitet ältere, verheiratete Frauen der US-amerikanischen Oberschicht zu öffentlichen Veranstaltungen, wenn ihren Männer dies aus terminlichen Gründen nicht möglich ist. Carters Vater verachtete ihn zwar wegen seiner Homosexualität, vererbte ihm jedoch ein Vermögen, das es ihm ermöglicht, für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, ohne einer geregelten Arbeit nachgehen zu müssen. So verbringt er viel Zeit in seiner Canasta-Runde mit Natalie van Miter, Chrissie Morgan und Abigail Delorean. Lynn Lockner, eine der Damen, die Carter begleitet, ist die Ehefrau eines Senators.

Lynn hat eine Affäre mit dem Lobbyisten Robbie Kononsberg, die Carter vertuschen hilft. Bei einem ihrer Treffen findet sie Kononsberg ermordet auf und stellt fest, dass ein Foto, das die Affäre der beiden belegt, entwendet wurde. Lynn bittet Carter, nicht sofort die Polizei zu rufen, sondern sie nach Hause zu fahren und für ein Alibi zu sorgen, damit sie nicht in die Ermittlungen verstrickt und ihre außereheliche Affäre publik gemacht wird.

Carter kommt ihrer Bitte nach, fährt dann zurück zur Wohnung des Ermordeten und verständigt die Polizei. Daraufhin gerät er selbst in den Kreis der Verdächtigen. Emek Yoglu, ein befreundeter schwuler Fotokünstler, bietet ihm an, eine vollständige Auflistung sämtlicher Telefonate Kononsbergs der letzten Monate zu besorgen. Doch die beiden haben unterschätzt, aus welchen Kreisen die Mörder stammen: Emek wird in einer Bar brutal zusammengeschlagen und gewarnt, er solle seine Recherchen einstellen, wenn es zu keinen weiteren Übergriffen gegen ihn oder Carter kommen soll. Zudem muss Carter feststellen, dass sich seine Bekannten von ihm distanzieren, einzig Emek steht weiterhin zu ihm.

Eines Abends wird Carter von dem Ex-Marine und ehemaligen FBI-Agenten Edgar Kaminski verfolgt, der jedoch im Verlauf der Verfolgungsjagd von einem Fahrzeug erfasst und getötet wird. Zusammen mit Emek sucht er Jack Delorean auf, der den ehemaligen Agenten auf die beiden angesetzt hatte. Delorean bestätigt Carters Verdacht, dass er und Kaminski ihr Wissen um die Affäre zwischen Lynn und Kononsberg zu erpresserischen Zwecken nutzen wollten; bei dem Versuch, in den Besitz des kompromittierenden Fotos zu kommen, wurde Kononsberg von Kaminski getötet.

Carter stellt das Foto sicher und übergibt es Lynn, so dass sich ihr Leben weiter in geregelten Bahnen bewegen kann. Carters gesellschaftliches Ansehen hingegen ist ruiniert, er trifft Anstalten, aus Washington fortzuziehen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Arbeiten am Drehbuch wurden von Paul Schrader 2002 beendet. Die Dreharbeiten begannen am 31. März 2006.[2] Der Film wurde in Washington, D.C., London sowie auf der Isle of Man gedreht, bei einem geschätzten Budget von 10 Millionen US-Dollar.[3][2] Am 13. Februar 2007 feierte der Film seine Uraufführung bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, gefolgt von weiteren Aufführungen auf internationalen Filmfestivals.[4] Am 10. August 2007 lief der Film in den britischen Kinos an, ab dem 7. Dezember 2007 war er in den USA zu sehen.[4] In Deutschland wurde der Film am 20. Mai 2009 auf DVD veröffentlicht.[4] Am Eröffnungswochenende spielte der Film in Großbritannien knapp 45.000 Pfund Sterling ein, in den USA etwa 16.500 US-Dollar, insgesamt kam er in den USA auf Einnahmen in Höhe von gut 77.000 US-Dollar.[2]

Ursprünglich war der Film als direkte Fortsetzung des Films American Gigolo konzipiert, wobei Kevin Kline vom Regisseur für die Hauptrolle vorgesehen war.[5][6] Neben Kline waren auch Steve Martin, Tim Robbins und Michael Keaton im Gespräch für die Hauptrolle, bevor diese an Woody Harrelson vergeben wurde.[7]

Paul Schrader teilte dem „HX-Magazine“ mit, dass Woody Harrelson es ablehnte, für den Film Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen, da er mit seiner eigenen Leistung als Hauptdarsteller unzufrieden war: „Sein Agent erzählte mir, er möge sich selbst nicht im Film. Ich denke, er wollte den Charakter ein bißchen übermütiger haben als ich, ein bißchen mehr komisch flauschig, aber ich sehe den Charakter nicht auf diese Art.“[8]

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten]

Moritz Bleibtreu synchronisierte seine Rolle des Emek Yoglu in der deutschsprachigen Fassung selbst.[9] Woody Harrelson wurde – wie in der Mehrzahl seiner Filme – von Thomas Nero Wolff synchronisiert.[9]

Rolle Darsteller Sprecher[9]
Carter Page III. Woody Harrelson Thomas Nero Wolff
Abigail Delorean Lily Tomlin Marianne Lutz
Det. Dixon Geff Francis Oliver Stritzel
Edgar Stewart Alexander Gerald Paradies
Emek Yoglu Moritz Bleibtreu Moritz Bleibtreu
Jack Delorean Ned Beatty Hans Teuscher
John Krebs Garrick Hagon Eberhard Prüter
Larry Lockner Willem Dafoe Dieter Memel
Lynn Lockner Kristin Scott Thomas Traudel Haas
Natalie Van Miter Lauren Bacall Barbara Adolph
Robbie Kononsberg Steven Hartley Helmut Gauß

Kritik[Bearbeiten]

Die Redaktion des Lexikons des Internationalen Films ist der Meinung, der Film sei ein „packendes, überzeugend gespieltes Drama, in dem Paul Schrader erneut das Wesen eines Menschen hinter seiner schillernden Fassade zu ergründen versucht und ihn mit den Abgründen seiner Existenz konfrontiert.“[10]

Nach Ansicht von Cinema enthält der Film „zynisch-kluge Wortbeiträge, präzise Charaktere“ und resümiert: „tolles Gesellschaftsporträt“.[11]

Die Welt urteilt: „Paul Schrader blickt leicht angeekelt auf den Politik-Betrieb; das verlangt schon die Krimi-Konvention, die ein bisschen behäbig bleibt. Trotzdem ist ‚The Walker‘ enorm geschmackvoll – und das ist kein kleines Kompliment, welches man dem Film machen kann.“[12]

Harald Mühlbeyers Urteil auf Cinefacts lautet: „Ein Film, der den Zuschauer weitgehend draußen lässt, weil er – wie seine Hauptfigur – zu sehr in der von ihm beschriebenen Welt verstrickt scheint.“[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Beim Verona Love Screens Film Festival wurde Woody Harrelson 2008 als bester Schauspieler ausgezeichnet.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Engl. „Spaziergänger“, auch „Gehhilfe“ – interglot.com: walker. Auch benutzt als Synonym für eine Person, die eine andere Person begleitet oder eskortiert, angelehnt an Nancy Reagans Begleiter Jerry Zipkin: Schrader: Indies are scavenger dogs, scouring the planet for scraps – Interview mit Paul Schrader von Roger Ebert in der Chicago Sun-Times vom 11. Dezember 2007, abgerufen am 22. November 2011.
  2. a b c Internet Movie Database: Budget und Einspielergebnisse
  3. Internet Movie Database: Drehorte
  4. a b c Internet Movie Database: Starttermine
  5. This is London: American gigolo in the frame, Derek Malcolm, 9. August 2007
  6. Landmark Theatres: The Walker
  7. Rouge: Interview mit Paul Schrader: Pretending that Life has no Meaning, George Kouvaros, 19. September 2005
  8. engl.: His agent told me he doesn't like himself in it. I think he wanted the character to be a little more fey than I did, a little more comically fluffy, and I didn't see the character that way., out in hollywood, Woody Harrelson doesn't like „The Walker“, Greg Hernandez, 11. Dezember 2007
  9. a b c Synchronkartei: Deutschsprachige Synchronisation
  10. The Walker im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 20. November 2011.
  11. Cinema: Rezension auf Cinema.de, abgerufen am 20. November 2011.
  12. Die Welt: Rezension in Die Welt, 14. Februar 2007, abgerufen am 29. März 2011.
  13. Cinefacts: Rezension, auf Cinefacts.de, abgerufen am 29. März 2011.
  14. Internet Movie Database: Auszeichnungen

Weblinks[Bearbeiten]