Thomas Leif

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Thomas Leif (* 13. März 1959 in Daun) ist ein deutscher Journalist und promovierter Politikwissenschaftler.

Er arbeitet beim Südwestrundfunk-Fernsehen und ist dort Chefreporter des Landessenders Mainz. Ehrenamtlich amtiert er als Vorsitzender von Netzwerk Recherche.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werdegang

Leif studierte Politik, Publizistik und Pädagogik in Mainz und Frankfurt. Seit 1985 arbeitet er für den SWF bzw. SWR.

Thomas Leif arbeitet seit 1977 als Journalist und Autor zu den Themenfeldern Demokratieentwicklung, Partizipation, Lobbyismus und Politikberatung.

Er erhielt 2006 den 3. Preis beim Helmut-Schmidt-Journalistenpreis 2006 für die Reportage "Gelesen, gelacht, gelocht – Vom Irrsinn der Beraterrepublik" über den Einfluss von Beratern in deutschen Verwaltungsstrukturen. Das 2006 erschienene Buch "Beraten & verkauft" stand monatelang auf der Spiegel Bestseller-Liste.

Leif ist Mitherausgeber des „Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen“ [1] und Mitglied im Beirat von Transparency International. [2]

Seit Januar 2009 moderiert er im SWR-Fernsehen die politische Talkshow „2+Leif“.[3]

Im Juni 2009 erschien ein Sachbuch von ihm Angepasst und ausgebrannt. Die Parteien in der Nachwuchsfalle.[4]

[Bearbeiten] Kritik

In der taz wurde kritisiert, dass in dem Buch "Beraten & verkauft" zwar berichtet wird, wie Unternehmensberatungen mit arbeitgeberverbandsnahen Denkfabriken zusammenarbeiten, etwa mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder dem BürgerKonvent, allerdings die Arbeit der Bertelsmann Stiftung nicht behandelt wird. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob dies damit zusammenhinge, dass das Buch im Bertelsmann Verlag erschien[5][6]. Leif entgegnete dem, "In keinem Buch können alle Themen der Welt abgehandelt werden" und dass die Aktivitäten der Stiftung bereits woanders ausführlich dokumentiert seien.

Der Autor Werner Rügemer kritisierte 2006, dass Leif im Buch "Beraten & verkauft" Enthüllungen aus Rügemers Buch Die Berater fast wortgleich übernommen hätte, ohne diese entsprechend zu kennzeichnen (Rügemers Buch wurde nicht als Quelle angegeben)[7].

Seiner 2008 in der ARD ausgestrahlten Dokumentation Quoten, Klicks und Kohle[8], in der u.a. sich für ein größeres Onlineangebot des öffentlichen Rundfunks ausgesprochen wird, wurde von verschiedenen privaten Medien Einseitigkeit zugunsten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vorgeworfen[9]. Aufgrund zweier förmlicher Beschwerden befasste sich der Rundfunkrat des SWR mit der Sendung.[10] Er wies die Kritik zurück und lobte Leifs Beitrag als "eindrucksvolles Beispiel des Autoren- bzw. Presenter-Journalismus".[11]

[Bearbeiten] Schriften (Auswahl)

  • Leif, Thomas (Hrsg.): Leidenschaft: Recherche. Skandal-Geschichten und Enthüllungs-Berichte, Opladen, Wiesbaden, Westdeutscher Verlag 1999 (Sammelband mit 35 Beiträgen namhafter Journalisten, Publizisten und Autoren)
  • Leif, Thomas: Von der linken Volkspartei zum flexiblen Kanzlerwahlverein, in: Die neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte, 48 (März 2001) 3, S. 139−144.
  • Leif, Thomas: Journalisten als bessere Politikberater, in: Köhler, Miriam Melanie; Schuster, Christian H. (2006) (Hrsg.): Handbuch: Regierungs-PR, Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISBN 3-531-15192-4, S. 99−111, Abstract des Beitrags auf www.regierungs-pr.de
  • Leif, Thomas: beraten & verkauft. McKinsey & Co. − der große Bluff der Unternehmensberater, München, Goldmann Verlag 2008, aktualisierte Taschenbuchausgabe., ISBN 978-3-442-15485-2
  • Leif, Thomas und Speth, Rudolf (Hrsg.): Die fünfte Gewalt. Lobbyismus in Deutschland, Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006, ISBN 3-531-15033-2 (Dieses Buch kann gegen eine geringe Kostenbeteiligung bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn bestellt werden. www.bpb.de)
  • Leif, Thomas: Der V-Mann der PR-Branche - Moritz Hunzinger hat einem zwielichtigen Gewerbe ein Gesicht gegeben, in: Ahrens, Pupert et al. Die Affäre Hunzinger, Berlin, media mind 2003, ISBN 3934630014, S. 45−52.
  • Leif, Thomas: Die strategische (Ohn-)macht der Friedensbewegung. Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen in den achtziger Jahren, Opladen, Westdeutscher Verlag 1990, XII, 355 S., graph. Darst., Dissertation der Universität Frankfurt am Main

[Bearbeiten] Filmografie

  • Essen. Waschen. Ruhe geben. Altenpflege vor dem Kollaps. Reportage, 30 Min., Ein Film von Thomas Leif und Gottlob Schober. Schnitt: Holger Höbermann, Red.: Ursula Höltermann, Erstsendung: ARD, 19. September 2003
  • Das Sex-Tabu. Priesterseminare im Zwielicht. Ein Film von Ute-Beatrix Giebel und Thomas Leif, 30 Min., Erstsendung: ARD, 22. August 2004
  • „Gelesen, gelacht, gelocht - Vom Irrsinn der Beraterrepublik.“ Reportage, 44 Min., Produktion: SWR, Regie: Harold Woetzel, Schnitt: Holger Höbermann, Erstsendung: 30. Mai 2005 [12] [13]
  • „Strippenzieher und Hinterzimmer - Meinungsmacher im Berliner Medienzirkus“ Dokumentation, 45 Min., Ein Film von Thomas Leif und Julia Salden, Schnitt: Holger Höbermann, Reihe: Zapp, NDR und Betrifft SWR, Produktion:SWR,NDR, Erstsendung 6. März 2006 SWR [14]
  • „Ich bin Wagner - Du bist Deutschland.“ Reportage, 30 Min.,Schnitt: Holger Höbermann, Reihe: Zapp, NDR und Schlaglicht, SWR, Produktion: SWR, NDR, Erstsendung: 19. April 2006 [15]
  • „Baustelle Arbeitsagentur - Die Mammutbehörde von innen.“ Reportage, 45 Min., Reihe: Betrifft, Regie: Harold Woetzel, Schnitt: Holger Höbermann, Produktion: SWR, Erstsendung: 25. September 2006
  • „Die Tricks der Weinmacher - Kulturgut oder Industrieprodukt?“ Reportage, 30 Min., Reihe: ARD-exclusiv, Regie: Harold Woetzel, Schnitt: Holger Höbermann, Produktion: SWR, Erstsendung: 8. November 2006 [16] [17] [18]
  • „Kunsttempel oder Luftschloss? Der Kampf ums Arp-Museum.“ Dokumentation, 30 min., Reihe Viertel nach sechs, Co-Produktion Ulrich Paulus, Schnitt: Jörg Hommer, Produktion: SWR, Erstsendung: 22. September 2007
  • „SIEMENS im Schmiergeldsumpf - Das Geschäft der Korruptionsermittler“ Dokumentation, 45 min., Reihe Betrifft, Schnitt: Holger Höbermann, Produktion: SWR, Erstsendung: 17. Oktober 2007 (ARD) [19]
  • „Quoten, Klicks & Kohle - Der Kampf um den Zuschauer“ Dokumentation, 45 min., Reihe Betrifft, Schnitt: Holger Höbermann, Produktion: SWR, Erstsendung: 30. April 2008 (ARD) [8]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Das Team
  2. Beirat Transparency International
  3. Homepage SWR Sendung 2+Leif
  4. Buch-Neuerscheinung
  5. "Fallstrick Recherche" 04. August 2006
  6. Leserbrief von Manfred Redelfs, Netzwerk Recherche, in der TAZ vom 12. August 2006
  7. Telepolis, Plagiiert, beraten und verkauft?, 20. November 2006
  8. a b http://www.quotenklicks.de
  9. Weiter auf dem Propagandapfad, Artikel vom 15.6.2008 im Kölner Stadtanzeiger
  10. PR-Film mit Nachwirkungen, Artikel vom 19.06.2008 auf Spiegel-Online
  11. DWDL.de: "Fernsehausschuss lobt 'Quoten, Klicks und Kohle'"
  12. Inhaltsangabe von „Gelesen, gelacht, gelocht“, 28. Mai 2005
  13. Gunnar Sohn: Besprechung von Gelesen, gelacht, gelocht, neuenachricht.de
  14. "Strippenzieher und Hinterzimmer"
  15. „Ich bin Wagner - Du bist Deutschland“, NDR, 19. April 2006 und als Sendetext
  16. ARD-Inhaltsangabe, von Die Tricks der Weinmacher
  17. „SWR-Chefreporter Leif deckt Tricks der Weinmacher auf“, SWR - Südwestrundfunk, 7. November 2006
  18. Werner Theurich: „Die Geschmacksverstärker“, Spiegel Online, 8. November 2006
  19. http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,j6ssv5y05uqfxotq~cm.asp

[Bearbeiten] Weblinks

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