Tobias Barreto

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Tobias Barreto

Tobias Barreto de Meneses (* 7. Juni 1839 in Vila de Campos do Rio Real (Sergipe); † 26. Juni 1889 in Recife) war ein brasilianischer Philosoph, Dichter, Literaturkritiker und Jurist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Barreto wurde nach ausgedehnten Studien und publizistischen Aktivitäten Mitbegründer der Escola do Recife, einer philosophischen Bewegung, die sich dem europäischen Monismus und Evolutionismus (so wie er von Ernst Haeckel propagiert wurde) anschloss. Als Kritiker der in Literatur, Philosophie und Rechtstheorie dominierenden französischen Autoren rationalistisch-positivistischer Prägung lernte er 1870 autodidaktisch Deutsch und begründete die Bewegung des brasilianischen Germanismo, der Orientierung an der deutschen Kultur. Beeinflusst wurde er durch den Philosophen des Unbewusst-Irrationalen Eduard von Hartmann und den Kritiker der Begriffsjurisprudenz Rudolf von Jhering, später auch durch Kant. Er publizierte auch in deutscher Sprache in der von ihm in Pernambuco herausgegeben Zeitung Deutscher Kämpfer.[1] Ebenfalls begründete er mit seinem literarischen Werk die Strömung des Condoreirismo, die sich in Abkehr von der Romantik den sozialen Probleme des Landes zuwandte.

Ehrungen[Bearbeiten]

Tobias Barreto wurde von dem Mitgründer der Academia Brasileira de Letras, Graça Aranha, als Namenspatron des Stuhls (cadeira) Nr. 38 ausgewählt. Nach ihm wurden die Mikroregion und die Stadt Tobias Barreto (1835 als Vila de Campos do Rio Real gegründet) sowie das Teatro Tobias Barreto in Aracaju benannt, beide im Bundesstaat Sergipe gelegen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfred Waeldler: Der „deutsche Kämpfer“ von Pernambuco. In: Die Gartenlaube, Heft 42, 1879, S. 700–703. online

Literatur[Bearbeiten]

  • Mario Giuseppe Losano. Tobias Barreto und die Rezeption Jherings in Brasilien. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1996.

Weblinks[Bearbeiten]