Trail (British Columbia)

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Trail
Lage in British Columbia
Trail (British Columbia)
Trail
Trail
Staat: Kanada
Provinz: British Columbia
Regionaldistrikt: Kootenay Boundary
Koordinaten: 49° 6′ N, 117° 43′ W49.09573-117.70903440Koordinaten: 49° 6′ N, 117° 43′ W
Höhe: 440 m
Fläche: 34,93 km²
Einwohner: 7681 (Stand: 2011)
Bevölkerungsdichte: 219,9 Einw./km²
Zeitzone: Pacific Time (UTC−8)
Postleitzahl: V1R
Gründung: 1901 (incorporated)

Trail ist eine Stadt in der Region West Kootenay in der kanadischen Provinz British Columbia. Sie liegt zu beiden Seiten des Columbia River nahe der Grenze zu den USA und erstreckt sich auf einer Fläche von 34,93 km². Westlich des Ortes erheben sich die Monashee Mountains, östlich die Selkirk Mountains.

Geschichte[Bearbeiten]

1890 entdeckten Joe Moris und Joe Bourgeois Gold und Kupfer an den Red Mountain.[1] Ihre vier Claims bildeten die Grundlage für eines der größten Minenunternehmen Amerikas. Gleichzeitig erwarben Eugene Sayre Topping und Frank Hanna den fünften und letzten Claim und damit ein Gebiet von 343 Acre an der Mündung des Trail Creek in den Columbia. Dort legten sie eine Stadt an. Die Zahl der Beschäftigten in den Rossland Mines wuchs schnell und 1895 wurden die Lots, in die solche Städte üblicherweise eingeteilt wurden, bereits verkauft.

Am 14. Juni 1901 wurde die Siedlung zur Stadt erhoben (incorporated als City) und erhielt damit die Zuerkennung der kommunalen Selbstverwaltung.[2]

Topping verkaufte Land für eine Erzschmelze an F.A. Heinze aus Butte in Montana. Diese verkaufte Heinze an die Canadian Pacific Railway, die die Produktion auf Blei ausdehnte. 1908 wurden die vier Minen zur Consolidated Mining and Smelting Company of Canada Limited verschmolzen. Sie erwarb 1910 die Sullivan Mine in Kimberley. 1912 entstand eine Ziegelfabrik und eine Brücke über den Columbia. Heinze starb 1914 jedoch völlig verarmt in New York. Der leitende Direktor verließ die Stadt, die Mine konzentrierte sich nur noch auf Blei und Zink. Mittels eines neuen elektrolytischen Verfahrens konnte die Metallgewinnung beschleunigt werden.

1917 kam es zu einem 36-tägigen Streik, 1918 wurde die Stadt von der Spanischen Grippe schwer getroffen. Dennoch profitierte die Mine von dem gewaltigen Kriegsbedarf. Erst ab den 30er Jahren versuchte man der Umweltverschmutzung Herr zu werden, indem etwa die Schwefeldioxidemissionen reduziert wurden.

Die Weltwirtschaftskrise führte, wie an vielen Orten, zu Beschäftigungsmaßnahmen, wie etwa dem Ausbau des Esplanade River Wall oder der Straße nach Castlegar. Während des Zweiten Weltkriegs beteiligte sich die Minengesellschaft an der Produktion der Atombombe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Stadt aus und es entstanden Ortsteile wie Sunningdale, Glenmerry, Shavers Bench, Warfield, Montrose und Fruitvale. Trail wurde zur viertgrößten Stadt in British Columbia, die Mine die größte Zink-Blei-Mine der Welt. Sie gehört heute Teck Cominco.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Hatte die Stadt 1996 noch 7.874 Einwohner, so zählte man 2001 nur noch 7.575, 2006 fiel die Einwohnerzahl weiter auf 7.237. Der Zensus im Jahre 2011 ergab für die Stadt dann eine Bevölkerungszahl von 7.681 Einwohnern.[3] Die Bevölkerung der Stadt hat dabei im Vergleich zum Zensus von 2006 um 6,1 % zugenommen, während die Bevölkerung in der gesamten Provinz Britisch Columbia gleichzeitig um 7,0 % anwuchs.

Von den 7.320 Einwohnern des Jahres 2001 wiesen 1.385 italienische Vorfahren auf[4], welche sich vor allem im Ortsteil The Gulch angesiedelt haben. Der Anteil der Ureinwohner lag bei 290 oder rund 4 %. Europäische Vorfahren insgesamt nannten 91 %, hinzu kamen 120 Chinesen (2 %) und 100 Südostasiaten.

Klima[Bearbeiten]

Die Region um Trail ist im Sommer recht heiß und die Temperaturen steigen häufig über 35 °C. Dieser Hitze, die meist von Süden kommt, folgen häufig schwere Gewitter. Hingegen sind die Winter relativ mild, der Schneefall gering. Steigungsregen erhalten die Monashee Mountains mit den Winden vom Pazifik, die die erste Gebirgskette östlich der Küstenkette darstellen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Durchschnittseinkommen (Median Income) der Einwohner lag im Jahr 2005 bei 24.555 C$ und damit etwas nur minimal unter dem Durchschnittseinkommen der gesamten Provinz British Columbia von 24.867 C$.[5]

Teck Cominco ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Das Rohstoffunternehmen mit dem Schwerpunkt Zink und Blei beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. Ein weiterer bedeutender Arbeitgeber ist das größte Krankenhaus in der Region.

1943 wurde in Trail für das Manhattan-Projekt, das dem Bau der Atombombe diente, schweres Wasser produziert.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Kreuzung zweier Highways. Von Norden kommend passiert der Highway 22 die Stadt. In Rossland vereinigt er sich mit dem aus dem Osten kommenden Highway 3B. Zusammen verlaufen diese beiden dann nach Westen, nach Rossland.

Etwa 11 Kilometer südöstlich der Gemeinde befindet sich der Flugplatz von Trail (Transport Canada Identifier: CAD4). Der Flugplatz hat nur eine asphaltierte Start- und Landebahn von 1.220 Meter Länge. Pacific Coastal Airlines bietet von hier einen täglichen Linienverkehr nach Vancouver.

Sport[Bearbeiten]

Die Trail Smoke Eaters waren ein von 1926 bis 1987 existierender Eishockeyverein, welcher als kanadische Eishockeynationalmannschaft an den Eishockey Weltmeisterschaften 1939, 1961 sowie 1963 teilgenommen und zwei Titelkämpfe gewonnen hat. Ein gleichnamiges Juniorenteam, welches in der British Columbia Junior Hockey League spielt, existiert bis heute.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dies und das Folgende nach: History of Trail, Trail Historical Society, 2004
  2. Origin Notes and History. Trail. In: GeoBC. Abgerufen am 3. August 2012 (englisch).
  3. Trail Community Profile. Census 2011. In: Statistics Canada. 6. Juni 2012, abgerufen am 3. August 2012 (englisch).
  4. Selected Ethnic Origins, for Census Subdivisions (Municipalities). Census 2001. In: Statistics Canada. Abgerufen am 3. August 2012 (englisch).
  5. Trail Community Facts. In: BCStats. Abgerufen am 19. Oktober 2012 (englisch).
  6. Chris Waltham: An Early History of Heavy Water, Department of Physics and Astronomy, University of British Columbia, 1998, überarbeitet 2002 (PDF, 208 kB).