Transport in der Schweiz

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Das Autobahnnetz der Schweiz
Das Bahnnetz der Schweiz

Der Personentransport der Schweiz wird vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) reguliert und beaufsichtigt. Der Personentransport und damit die Mobilität in der Schweiz wird durch den Individualverkehr- (National- und Hauptstrasse/Autobahn, Schiffsverkehr) und den öffentlichen Verkehr (Eisenbahn und Busse) getragen. Mit einem Strassennetz von rund 70’000 Kilometern, und einem Bahnnetz mit 5100 Kilometern Länge verfügt die Schweiz über ein sehr dichtes Verkehrsnetz,[1] womit sie weltweit als führend gilt.[2]

Im öffentlichen Verkehr ist das staatliche Unternehmen Schweizerische Bundesbahnen (SBB) führend. Im Schienenverkehr sind neben den SBB auch andere Bahngesellschaften tätig, so im Raum Bern–Lötschberg–Simplon die BLS AG. Im Regionalverkehr werden Transportkonzessionen für Linienbusse vermehrt an private Unternehmen vergeben, wobei immer noch viele Linien von Postautos bedient werden. Die Verantwortung liegt im Fernverkehr je nach Linientyp beim Bund oder bei den Kantonen, den Nah- und Regionalverkehr bestimmen je nach Linientyp Kantone oder Gemeinden. Der Individualverkehr ist je nach Strassentyp Sache des Bundes, der Kantone oder der Gemeinden. Seit 1960 verfügt die Schweiz über ein Nationalstrassennetz, welches im internationalen Raum das Autobahnnetz ist. Es wird vom Bund bestimmt und hat heute eine Länge von 1700 Kilometern.[1]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Der öffentlichen Verkehr geniesst in der Schweiz einen hohen Stellenwert. So unterhält die Schweiz das dichteste Eisenbahnnetz der Welt und Ortschaften ohne Eisenbahnanschluss werden generell durch Linienbusse oder Postautos angebunden. Es gibt kaum einen Ort, der nicht durch den öffentlichen Verkehr erreichbar ist.

Während der ehemalige Staatsbetrieb SBB die meisten Eisenbahnlinien betreibt, gibt es in der Schweiz aussergewöhnlich viele Privateisenbahngesellschaften, deren Obhut entweder bei Privaten oder bei Kantonen liegt.

Neuere Grossprojekte in der Eisenbahnlandschaft sind Bahn 2000 und die NEAT. Ersteres hat den Schwerpunkt bei der Kürzung der Reisezeiten zwischen den Zentren. Im Rahmen des NEAT wird momentan eine neuer Gotthard- wie auch Löschbergbasistunnel gebohrt. Eine weitere Rolle spielt auch die Verkehrsumlagerung (LSVA).

Durch die Gebirge bedingt, existieren in der Schweiz auch viele Berg-, Standseil- und Luftseilbahnen.

Der Regionalverkehr der Schweiz wird von Bund und Kantonen jährlich mit 1,3 Milliarden Franken bezuschusst.[3] Im Jahr 2006 wurde 43,2 Prozent der Kosten des Öffentlichen Verkehrs in der Schweiz durch Einnahmen gedeckt. Zusammen mit Zuschüssen des Staates wurde ein Kostendeckungsgrad von 99 Prozent erreicht.[4]

Seit 1996 bestellen Bund und Kantone den Regionalverkehr bei der SBB und anderen Anbietern. Eine Gewinnerzielung ist den Verkehrsunternehmen dabei untersagt. Gelingt des den Verkehrsunternehmen, effizienter zu wirtschaften als bei Vergabe geplant, dürfen Überschüsse in eine Rücklage zur Deckung zukünftiger Verluste eingestellt werden. In vielen derartigen Fällen wird dabei der Zuschuss in Folgejahren reduziert. Nach einem Entscheid des Bundesrates sollen Regionalverkehrsanbieter zukünftig über ein Drittel der erwirtschafteten Gewinne frei verfügen dürfen; zwei Drittel sollen in einen speziellen Topf zur Deckung von Verlusten fliessen. Kritiker fürchten ein Eindringen finanzstarker ausländischer Verkehrskonzerne.[3]

Individualverkehr[Bearbeiten]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

In der Schweiz waren 2008 folgende Anzahl Strassenfahrzeuge in den unterschiedlichen Fahrzeugkategorien registriert (Fahrräder fehlen in diesen Angaben des Bundesamtes für Statistik)[5]:

Fahrzeug Anzahl
Personenwagen 3'989'811
Personentransportfahrzeuge 48'536
Sachentransportfahrzeuge 326'232
Motorräder 636'540
Motorfahrräder 167'585

Kraftverkehr[Bearbeiten]

Führerschein und Fahrerlaubnis[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel Führerschein und Fahrerlaubnis.

Den Führerausweis für Kraftfahrzeuge kann in der Schweiz erwerben, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und die körperlichen und geistigen Voraussetzung zum Führen eines Fahrzeugs erfüllt. Vor dem Erhalt des Lernfahrausweises muss ein Sehtest und eine theoretische Führerprüfung absolviert werden. Der Lernfahrausweis berechtigt den Besitzer, mit einem Beifahrer Lernfahrten zu unternehmen.

Für die unterschiedlichen Fahrzeugkategorien gelten unterschiedliche Detailbestimmungen. Allen Kategorien ist gemeinsam, dass für den Erhalt des Ausweises eine praktische Führerprüfung zu absolvieren ist.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Auch wenn in der Schweiz viel in den öffentlichen Verkehr investiert wird, gilt das Schweizer Autobahnnetz auch als das dichteste der Welt. Der Grossteil der Bevölkerung wohnt weniger als 10 km vom nächsten Autobahnanschluss entfernt.

Länge der National-, Kantons- und Gemeindestrassen (2007)
Gesamtlänge aller Strassen Nationalstrassen Kantonsstrassen Gemeindestrassen
71'345.6 Km 1'763.6 km 18'136 km 51'446 km

Neben Autostrassen und Hauptstrassen gibt es auch viele Schweizer Passstrassen.

Seit dem 12. Dezember 2008 ist die Schweiz ein Mitglied der Schengen-Zone. Daher fallen zu diesem Tag die Grenzkontrollen für PKWs an den Grenzübergängen weg, nicht aber die Warenkontrollen. Fluggäste und Personen mit Waren die über den Zoll gehen, spüren die Änderung beim Flugplanwechsel Ende März 2009, da die Eidgenossenschaft zurzeit noch kein Mitglied der Europäischen Union ist. Die Schweizer Bürger, die eine Mitgliedschaft in der EU bislang ablehnen, stimmten 2005 für den Beitritt zur Schengen-Zone.

Langsamverkehr[Bearbeiten]

Radwege[Bearbeiten]

Die Stiftung Veloland Schweiz schuf bis 1998 neun nationale Routen:

Siehe auch: Liste der Radwanderrouten in der Schweiz

Wanderwege[Bearbeiten]

Die Schweiz verfügt über ein Netz von einheitlich markierten Wanderwegen von einer Länge von insgesamt 62'000 km, davon 14'000 km Hartbelag und 21'000 km Bergwege.

Die Schweizer Wanderwege (vormals Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege, Abkürzung SAW t) ist die Dachorganisation der kantonalen Wanderwegvereine der Schweiz sowie Liechtensteins. Unter dem Namen Wanderland Schweiz sind die Wanderwege auch Teil des Projekts SchweizMobil.

Es werden 3 Arten von Wanderwegen unterschieden

  • Wanderwege: gelb markiert, können in der Regel gefahrlos und ohne besondere Ausrüstung oder Kenntnisse begangen werden
  • Bergwege: weiss-rot-weiss markiert, schmal und oft steil, erfordern Trittsicherheit, gute körperliche Verfassung, Bergschuhe mit griffiger Sohle und die Fähigkeit, Gefahren im Gebirge einzuschätzen
  • Alpine Routen: weiss-blau-weiss markiert, teilweise wegloses Gelände, können Kletterstellen enthalten, und erfordern sehr gute körperliche Verfassung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, Gebirgserfahrung oder Bergführer.

Die Wegweiser für Wanderwege sind einheitlich gelb, wobei die Spitzen für Bergwanderwege weiss/rot/weiss und für Bergrouten weiss/blau/weiss markiert sind.

SchweizMobil[Bearbeiten]

SchweizMobil ist das nationale Netzwerk für den Langsamverkehr, insbesondere für Freizeit und Tourismus. Langsamverkehr ist in der Schweiz der offizielle Oberbegriff für das Wandern, Velofahren, Mountainbiken, Skaten und Kanufahren. SchweizMobil ist ein Angebot für Touristen in den Bereichen Wandern, Velowandern, Mountainbiken, Skaten und Paddeln. Das Projekt wurde 1998 lanciert. Beteiligt sind Arbeitsgruppen aus Arbeitsgruppe Wanderland, Naturfreunde Schweiz, Schweizer Alpen-Club, Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz, Schweizer Tourismusverband, Schweiz Tourismus, Veloland Schweiz und Wanderland Schweiz.

SchweizMobil soll aus den jeweiligen Themen-Ländern bestehen:

Beendet wird die Aufbauphase im Sommer 2008; die Signalisationen begannen im März 2008.

Sicherheit[Bearbeiten]

Nach Meinung des emeritierten Leiter des Instituts für Leichtbau und Seilbahntechnik der ETH Zürich, Gabor Oplatka, sind die Seilbahnen der Schweiz das sicherste Verkehrsmittel (der Schweiz). Deren Betrieb verlief 2002 bis 2007 ohne tödlich verunglückte Fahrgäste. 2007 wurden von 100 Millionen Fahrgästen etwa 8 Personen verletzt. 2007 bis 2011 ereigneten sich 39 Unfälle auf den Schweizer Stand- und Luftseilbahnen mit 2 Toten und 38 Schwerverletzten und im bei allen öffentlichen Verkehrsmitteln der Schweiz gesamt 1.182 Unfälle mit 168 Toten und 860 Schwerverletzten registriert.[6][7][8].

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Danielli, Maibach Seite 22 ff.
  2. nzz.ch: Basel, der Jura und bahnpolitische Herausforderungen unserer Zeit, vom 31. Dezember 2007
  3. a b Bahnen fordern Recht auf höhere Gewinne. In: Tages-Anzeiger vom 11. Juli 2007
  4. Meldung Taxpayer picks up tab. In: Modern Railways. Bd. 65, Nr. 718, 2008, ISSN 0026-8356, S. 78.
  5. Strassenfahrzeuge in der Schweiz - Bestand. Abgerufen am 8. Dezember 2009.
  6. Ankündigung der Montanuniversität Leoben
  7. Seilbahnen – sicheres Verkehrsmittel in den Bergen. Wohin die technischen Trends gehen, bei nzz.ch, 16. September 2008, abgerufen Februar 2014
  8. Der schwächste Teil einer Seilbahn ist der Mensch, bei nzz.ch