BLS AG

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BLS AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0025889160 [1]
Gründung 2006 (durch Fusion)[2]
Sitz Bern, Schweiz
Leitung Bernard Guillelmon
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Rudolf Stämpfli
(Präsident des Verwaltungsrates)[3]
Mitarbeiter 2`800[4]
Umsatz CHF 897 Mio. Betriebsertrag (2010)[5]
Branche Transportunternehmen
Website www.bls.ch
Stammbaum der BLS AG
Streckennetz der BLS AG (blau = ehemalige BLS-Strecken, rot = ehemalige RM-Strecken)

Die BLS AG ist eine 2006 gegründete gemischtwirtschaftliche Bahngesellschaft in der Schweiz. Sie unterhält ein normalspuriges Streckennetz von 440 Kilometer Länge und ist damit die grösste Privatbahn der Schweiz. Zudem betreibt sie die Schifffahrt auf dem Thuner- und Brienzersee. Der Name geht zurück auf die 1906 gegründete Berner Alpenbahngesellschaft BLS (Bern–Lötschberg–Simplon).

Die BLS AG wurde am 24. April 2006 gegründet und ist nach Genehmigung durch die Aktionäre der Vorgängergesellschaften BLS Lötschbergbahn AG (BLS) und Regionalverkehr Mittelland AG (RM) seit dem 27. Juni 2006 operativ. Rechtlich wird die Fusion der BLS und der RM zur neuen BLS AG durch einen Aktientausch vorgenommen, eine BLS-Aktie (nominal CHF 10.-) entspricht dabei acht Aktien der BLS AG (CHF 1.-), eine RM-Aktie (nominal CHF 12.50) 24 Aktien der BLS AG. Hauptaktionäre der BLS AG sind der Kanton Bern mit 55.8 Prozent Anteil und die Schweizerische Eidgenossenschaft mit 21.7 Prozent.

Das Gütergeschäft wird seit 2001 durch eine rechtlich selbständige Tochter, die BLS Cargo wahrgenommen. Das Gütergeschäft der RM war noch vor der Fusion in die Crossrail AG ausgegliedert und dieses Unternehmen verkauft worden.

Nach der Freigabe am 16. Juni 2007 begann der Vorlaufbetrieb im neuen Lötschberg-Basistunnel (LBT) und am 9. Dezember 2007 wurde der volle fahrplanmässige Betrieb aufgenommen. Die für diesen Zweck gegründete BLS AlpTransit AG hatte somit ihren Zweck erfüllt. Gleichzeitig verlangte aber der Bund, dass die Infrastruktur der BLS eigentumsmässig in eine separate AG ausgegliedert werde und dem Bund die Mehrheit daran verschafft werde. Deshalb wurden Aktiven und Passiven der BLS-Infrastruktur auf die BLS Alptransit übertragen und diese in BLS Netz AG (BLSN) umfirmiert.[6] Die Infrastruktur wird aber weiterhin von der BLS AG geführt, das Personal bleibt bei der BLS AG angestellt.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Typ Anzahl
(ursprünglich)
Bemerkung
Im fahrplanmässigen Einsatz
Re 465 18
Re 485 (TRAXX F140 AC1) 20
Re 486 (TRAXX F140 MS) 10
Re 456 2 Mietloks, stationiert bei SOB
Re 425 32 (35)
Re 420.5 4 (12) ursprünglich SBB Re 4/4 II
RABe 515 (Mutz) 27 (28) in Ablieferung
RABe 525 (NINA 3-teilig) 23 (25)
RABe 525 (NINA 4-teilig) 13
RABe 535 (Lötschberger 4-teilig) 25
RBDe 565 (Privatbahn NPZ) 21 (22)
RBDe 566 I 4 (8) ursprünglich RM
RBDe 566 II (Privatbahn NPZ) 13 ursprünglich RM
Ehemalige Fahrzeuge
RABe 526 (GTW 3-teilig) 13 ursprünglich RM, jetzt SBB
Ae 6/8 (8) historische Lokomotive
Ae 8/8 (5)
Ae 4/4 (8)
Ce 4/6 (17)

Farbanstriche des BLS Rollmaterials[Bearbeiten]

BLS-Farben Die verschiedenen Anstriche

Linien[Bearbeiten]

NINA Regionalzug der BLS in Kerzers (Regionallinie Kerzers-Papiliorama-Aarberg-Lyss-Büren an der Aare).
EW III-Garnitur auf dem Weg von Luzern nach Bern, bei Malters

Die BLS betreibt den Regionalverkehr im Raum Bern und Luzern (S-Bahn Bern, S-Bahn Luzern (S6) sowie RegioExpress-Züge). Dieser umfasst die Region Bern bis zu den Endpunkten in Neuchâtel, Biel/Bienne, Freiburg im Üechtland/Laupen, Payerne, Schwarzenburg, Thun, Brig, Büren an der Aare, Luzern, Langnau/Trubschachen.

S-Bahn Bern
  • S1 Freiburg–Bern–Münsingen–Thun
  • S2 Laupen–Bern–Konolfingen–Langnau i.E.
  • S3 Biel/Bienne–Lyss-Bern–Belp (ab 21 Uhr bis Thun)
  • S31 (Biel/Bienne–Lyss-)Münchenbuchsee-Bern–Belp (Verlängerung bis Biel mit Halt nur in Lyss zu den Hauptverkehrszeiten)
  • S4 Thun–Belp–Bern-Burgdorf−Ramsei-Langnau i.E.
  • S44 Thun–Belp–Bern−Burgdorf−Wiler/−Sumiswald-Grünen
  • S5 Bern–Kerzers–Neuenburg/Murten(–Payerne)
  • S51 Bern–Stöckacker−Bümpliz Nord−Bern Brünnen Westside
  • S52 Bern–Stöckacker–Bümpliz Nord–Rosshäussern–Gümmenen–Kerzers (–Ins)
  • S6 Bern–Schwarzenburg
S-Bahn Luzern
  • S6 Luzern–Wolhusen–Langnau/Huttwil–Langenthal (bis 2010 in Kooperation mit SBB, teilweise als S7)
  • S7 Wolhusen–Huttwil–Langenthal (seit Dez. 2010 in dieser Form)
  • S61 Luzern-Schachen LU
RegioExpress
  • RegioExpress Bern–Langnau i.E.–Luzern (seit Dez. 2004)
  • RegioExpress Thun–Konolfingen–Burgdorf–Solothurn
  • RegioExpress Bern–Neuenburg
  • RegioExpress Bern–Münsingen–Spiez–Brig/-Zweisimmen (seit Dez. 2007 unter dem Namen "Lötschberger")
  • RegioExpress Interlaken Ost-Spiez-Zweisimmen
Regionalzüge
  • Regio (Bern–)Spiez–Zweisimmen
  • Regio Spiez–Frutigen (einzelne Verdichtungen zum RE)
  • Regio Thun–Konolfingen–Hasle Rüegsau(–Burgdorf)
  • Regio Burgdorf–Solothurn
  • Regio Solothurn–Moutier (bis 2010, jetzt SBB)
  • Regio Kerzers–Lyss–Büren an der Aare
  • Regio Interlaken Ost–Spiez

Autoverlad[Bearbeiten]

Die BLS verlädt Autos zwischen Kandersteg und Goppenstein und zu den Ferienreisezeiten zudem zwischen Kandersteg und Iselle (I) südlich des Simplons.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Die BLS betreibt seit 1913 die Schifffahrt auf dem Thuner- und dem Brienzersee. Damals übernahm sie die Thunerseebahn, die sich ein Jahr zuvor mit der von Johannes Knechtenhofer und seinen Brüdern gegründeten «Vereinigten Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Thuner- und Brienzersee» zusammengeschlossen hatte. Die Schifffahrt Berner Oberland hat heute nur noch touristischen Charakter und fährt vorwiegend im Sommer. Die Thunerseeschiffe dienen als Zubringer zu den Beatushöhlen und der Bergbahn nach Beatenberg-Niederhorn, jene auf dem Brienzersee erschliessen die Giessbachfälle und haben in Brienz Anschluss Richtung Brünig-Luzern, Brienzer Rothorn und zum Freilichtmuseum Ballenberg. Es existiert kein Schiffskanal zwischen dem Thuner- und dem Brienzersee (d.h. zwischen Interlaken West und Ost), weshalb eine Zweiseenfahrt nur mit Umsteigen in West und Ost (Schiff-Bahn, respektive umgekehrt) möglich ist. Eine Kombination beider Raddampfer (Lötschberg auf dem Brienzersee und Blümlisalp auf dem Thunersee) ist (Fahrplan 2011) nur mit Start in Brienz möglich. Die BLS bietet zurzeit von Mai bis Oktober auf dem Thunersee sieben oder acht, auf dem Brienzersee vier bis fünf Kurspaare an. Dies, nachdem der Fahrplan seit 2003 wegen rückläufiger Frequenzen und dem Wegfall der finanziellen Unterstützung durch den Kanton (2008) ausgedünnt worden ist. Auf dem Thunersee bedienen die Kursschiffe abgesehen von Gwatt, Spiez und Faulensee nur noch das rechte Ufer. Die übrigen Anlegestellen am linken Ufer wurden aufgegeben oder gar nie realisiert (Dürrenast). Die beiden Raddampfer stehen von Mitte Mai bis Mitte September im Einsatz. Neben der Kursschifffahrt werden diverse kulinarische Rundfahrten angeboten, hauptsächlich abends.

Anlegestellen Brienzersee
Anlegestellen Thunersee
Schaufelraddampfer Blümlisalp auf dem Thunersee

Flottenentwicklung seit 1990[Bearbeiten]

1992 war der Thunersee-Salondampfer Blümlisalp wieder in Betrieb genommen worden. Damit verbunden waren auch die Umbenennungen der Motorschiffe von Blümlisalp in Stadt Thun und von Thun in Kyburg. Der Komfort auf den Motorschiffen wurde erhöht (zunächst vor allem MS Beatus und MS Bubenberg, deren neue Erste-Klass-Salons sich stark an der neuen „Weggis-Klasse“ auf dem Vierwaldstättersee orientieren). Ein umfassendes Flottenerneuerungsprogramm (Flottenkonzept 2000) sah vor, alle Motorschiffe, die zu jener Zeit älter als fünfzig Jahre waren (evtl. mit Ausnahme von MS Spiez), bis ins Jahr 2000 zu ersetzen. In einer ersten Etappe sollte ein neues Thunersee-Grossmotorschiff mit tausend Personen Tragkraft und über vierhundert Bankettplätzen (Berner Oberland) das MS Kyburg (ex Thun) und die in die Jahre gekommene Jungfrau ersetzen. Für MS Jungfrau war eine Verlegung auf den Brienzersee mit gleichzeitiger Totalrenovation und Reduktion auf 700 Passagiere Tragkraft vorgesehen. MS Jungfrau sollte auf dem Brienzersee MS Rothorn ersetzen. Die Inbetriebnahme von MS Berner Oberland verzögerte sich dann bis 1996 und jene von MS Jungfrau auf dem Brienzersee bis 1999. Vorgesehen war weiter, zwei bis drei Kleinschiffe auf dem Thunersee durch zwei neue Einheiten mit 200 bis 300 Personen Tragkraft für Extrafahrten im Sommer und Kursfahrten im Winter zu ersetzen. Nur das MS Schilthorn ging 2002 nach diesem Konzept in Betrieb. Gleichwohl wurden mehrere kleine Schiffe stillgelegt: MS Gunten (1998), MS Oberhofen (1999), MS Niesen (2001, seither Werkstattschiff) sowie MS Harder (Brienzersee, 2000) und schliesslich MS Spiez (2008, provisorisch). DS Lötschberg erhielt im Winter 2000/2001 eine umfangreiche Generalrevision mit Kesselersatz, die Kosten von über vier Millionen verursacht hat. Dagegen wurde das Thunersee-Motorschiff Stadt Bern seit 1998 nur mehr reservemässig verwendet (wie zuvor schon während zweier Jahre die auf den Abtransport auf den Brienzersee wartende Jungfrau), da der Blümlisalp-Sonderkurs von 1992 (mit Dampfzuschlag) 1998 wieder aus dem Fahrplan gestrichen wurde und der Dampfer einer bisherigen Motorschiff-Tour zugeteilt wurde. Für die Stadt Bern war zunächst der Umbau zu einem Zweideckschiff als Alternative für den oft an Kapazitätsgrenzen stossenden Beatus vorgesehen. Wegen rückläufiger Frequenzen (auf beiden Seen ab circa 1995) ist dieser Umbau jedoch nie realisiert worden und das Schiff Ende 2004 stillgelegt worden. Seither wartet es in der Werft auf den wahrscheinlichen Abbruch. Generalsaniert wurden stattdessen die Motorschiffe Stadt Thun (2004) und Stockhorn (2008). Als nächstes dürfte MS Bubenberg (ca. 2013) folgen. Infolge der Fahrplaneinschränkungen (insbesondere Brienzersee 2007, Thunersee 2011) werden gewisse Schiffe nur noch selten eingesetzt, etwa Niederhorn und Interlaken. Das MS Oberhofen wurde nach der Ausmusterung (1999) nach Amsterdam verkauft. 2013 kaufte Kurt Matter das MS Oberhofen zurück und schenkte es der BLS, welche das Schiff ab Frühjahr 2014 wieder in Betrieb nimmt.

Flotte Brienzersee
  • DS Lötschberg (Fassungsvermögen 800 Personen, Besatzung sechs Mann, erbaut 1914, generalsaniert 2001)
  • MS Brienz (Fassungsvermögen 1000 Personen, Besatzung vier Mann, erbaut 1981, tonnagemässig das grösste Schiff auf dem Brienzersee)
  • MS Jungfrau (Fassungsvermögen 700 Personen, Besatzung drei Mann, erbaut 1954 für den Thunersee, auf den Brienzersee verlegt und generalsaniert 1999)
  • MS Interlaken (Fassungsvermögen 550 Personen, Besatzung drei Mann, erbaut 1956)
  • MS Iseltwald (Fassungsvermögen 300 Personen, Besatzung zwei Mann, erbaut 1969)
Flotte Thunersee
  • DS Blümlisalp (Fassungsvermögen 750 Personen, Besatzung sechs Mann, erbaut 1906, Stilllegung 1971, generalsaniert und wieder in Betrieb genommen 1992)
  • MS Berner Oberland (Fassungsvermögen 1000 Personen, Besatzung vier Mann erbaut 1996, grösstes Schiff der BLS (Rumpf), sollte mit seiner modernen Architektur 1996 ein neues Schifffahrtszeitalter einläuten)
  • MS Stadt Thun (Fassungsvermögen 1100 Personen, Besatzung vier Mann, erbaut 1971, generalsaniert 2004, tonnagemässig grösstes Schiff der BLS)
  • MS Bubenberg (Fassungsvermögen 800 Personen, Besatzung vier Mann, erbaut 1962, Generalsanierung voraussichtlich ca. 2013)
  • MS Stadt Bern (Fassungsvermögen 1000 Personen, Besatzung vier Mann, erbaut 1956, Stilllegung 2004 wegen Überkapazität nach der Reaktivierung der "Blümlisalp", eine Generalsanierung und Wiederinbetriebnahme sind zurzeit nicht vorgesehen)
  • MS Beatus (Fassungsvermögen 600 Personen, Besatzung drei Mann, erbaut 1963)
  • MS Niederhorn (Fassungsvermögen 500 Personen, Besatzung drei Mann, erbaut 1959)
  • MS Schilthorn (Fassungsvermögen 300 Personen, Besatzung zwei/drei Mann, erbaut 2002)
  • MS Stockhorn (Fassungsvermögen 250 Personen, Besatzung zwei Mann, erbaut 1974, generalsaniert 2008)
  • MS Spiez (Fassungsvermögen 200 Personen, Besatzung zwei Mann, erbaut 1901 als Schraubendampfer, Umbau zum Motorschiff 1952, provisorische Stilllegung 2008, Generalsanierung und Wiederinbetriebnahme evtl. ca. 2015, ältestes Schiff der BLS) [7]
  • MS Oberhofen (erbaut 1939, Übernahme durch BLS 1940, Stilllegung 1999, wieder in Betrieb ab 2014)

Busbetrieb[Bearbeiten]

Weiter betreibt die BLS via Tochtergesellschaft „Busland AG“ auch verschiedene Buslinien im Emmental.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Für die Literatur der Gesellschaften vor der Fusion der BLS Lötschberg AG und des Regionalverkehr Mittelland zur BLS AG (2006):

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BLS AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BLS Aktien an der Berner Börse
  2. Firmen Geschichte
  3. Organigramm der BLS AG
  4. Mitarbeiterzahl
  5. Konzernerfolgsrechung (PDF; 4,2 MB) Seite 5.
  6. Handelsregistereintrag vom 21. April 2009
  7. http://www.spiezerli.ch Webseite Verein 'Rettet das Spiezerli'.