Uab Meto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Uab Meto (Baikeno, Dawan)

Gesprochen in

Indonesien, Osttimor
Sprecher 600.000
Linguistische
Klassifikation
  • Uab Meto
Offizieller Status
Sonstiger offizieller Status in: OsttimorOsttimor Osttimor (Nationalsprache)
Sprachcodes
ISO 639-3:

aoz

Uab Meto (Dawan) ist die Sprache der Atoin Meto im Westen der Insel Timor.

Übersicht[Bearbeiten]

Übersichtskarte von den Sprachen Osttimors
Anteil von Baikeno-Muttersprachlern in den Sucos Osttimors.

Wie die meisten Sprachen Timors gehört auch das Uab Meto (wörtlich „die einheimische Sprache“) zur großen Gruppe der malayo-polynesischen Sprachen, und zwar zu deren westindonesischem Zweig. Je nach Perspektive wird diese Sprache heute auch als Dawan bezeichnet, wobei der Terminus Dawan eine in der Bürokratie und in den Städten verwendete Fremdbezeichnung, Uab Meto die ethnische Eigenbezeichnung ist. Über die Herkunft des Begriffs Dawan, der als abwertende Bezeichnung sowohl der Ethnie als auch der Sprache dient, gibt es keinerlei etymologische Informationen.

Sprecher und Dialekte[Bearbeiten]

Das Uab Meto ist mit etwa 600.000 Sprechern die timoresische Sprache mit den meisten Muttersprachlern und die die dominierende Sprache Westtimors. Vom hauptsächlich im Staat Osttimor gesprochenen Tetum gibt es zwar mehr Sprecher, unter ihnen sind aber viele, die es als Zweitsprache verwenden. Das Uab Meto war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts keine Schriftsprache, bis ein Dialekt zum Standard der modernen Schriftsprache wurde. Untereinander sind die regionalen Dialekte jedoch so verschieden, dass nur im Bereich der Territorialgrenzen Sprecher beider Dialekte siedeln. Untereinander sind die regionalen Dialekte nicht unbedingt verständlich. Die Hauptdialekte des Uab Meto sind:

a) Amarasi (Südwesttimor, Regierungsbezirk Kupang)
b) Molo und Miomaffo (Regierungsbezirke Südzentral- und Nordzentraltimor)
c) Amanubang und Amanatun (Regierungsbezirk Südzentraltimor)
d) Insana und Biboki (Regierungsbezirk Nordzentraltimor)
e) Baikeno (osttimoresische Exklave Oecusse)

Der Dialekt Baikeno ist die Sprache der osttimoresischen Exklave Oecusse. Dies ist auch der Name unter dem dieser Dialekt als eine von 15 Nationalsprachen Osttimors in dessen Verfassung anerkannt ist. Während einige Quellen Baikeno als den Dialekt der Flachlandbewohner und Uab Meto als die Sprache der Bergbewohners Oecusses angeben, scheinen die meisten Einwohner der Exklave diese beiden Bezeichnungen als Synonyme für die Sprache zu verwenden. Das Uab Meto in Oecusse ist weniger von indonesischen Lehnwörtern und Satzbau beeinflusst, als im restlichen Westtimor. Unterschiede gibt es bereits von Dorf zu Dorf in wenigen Kilometern Abstand.[1] 62.201 Einwohner Osttimors sprechen einen Dialekt des Uab Meto als Muttersprachler.[2]

Aufbau[Bearbeiten]

Der größte Teil der Wortstämme des Uab Meto besteht aus zwei Silben, die Betonung liegt auf der ersten Silbe. Endet die erste Silbe auf [a] oder [e], ist das [e] der ersten Silbe immer kurz und ist kaum betont, wie in meto (trocken), pena (Mais), ane (Trockenreis) etc. Endet die zweite Silbe dagegen auf [i] oder [u], ist das [e] der ersten Silbe lang, geschlossen und unbetont, wie in menu (bitter), peti (Schachtel) etc. Allgegenwärtige Metathesis in Umgangssprache und Alltag ist ein charakteristisches Merkmal des gesprochenen Uab Meto. Unter Metathesis versteht die Sprachwissenschaft die Vertauschung von Konsonanten innerhalb eines Wortes: atoniAtoin Meto (Mann, Mensch – Einheimischer), nenoneon mese (Tag, Sonne – erster Tag der Woche, Montag), usiuis neno (Fürst – Fürst des Himmels, Gott) etc. Wie die Beispiele zeigen, verlangt die Qualifizierung eine Metathesis am Substantivs (Regens).

Zahlen[Bearbeiten]

1 mese
2 nua
3 teun
4 haa
5 niim
6 nee
7 hiut
8 faun
9 sio
10 boés

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laura Suzanne Meitzner Yoder: Custom, Codification, Collaboration: Integrating the Legacies of Land and Forest Authorities in Oecusse Enclave, East Timor, S. 38, Yale University 2005 (PDF-Datei; 1,46 MB)
  2. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)