Unierte Katholiken in Weißrussland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kyrillisch (Weißrussisch)
Беларуская грэка-каталіцкая (уніяцкая) царква
Łacinka: Biełaruskaja hreka-katalickaja (unijackaja) carkva
Transl.: Belaruskaja hrėka-katalickaja (unijackaja) carkva
Transkr.: Belaruskaja hreka-katalizkaja (unijazkaja) zarkwa

Die Gemeinschaft der unierten weißrussischen Katholiken ist ein Teil der Römisch-Katholischen Kirche. Wie alle Katholiken unterstehen sie dem Papst.

Die Existenz der Unierten in Weißrussland geht, wie auch die Ukrainisch-Katholische Kirche, auf die Kirchenunion von Brest, im Jahre 1595/96, zurück. In den folgenden Zeiten durch das Russische Reich unterdrückt gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts kaum mehr Unierte in Weißrussland. Aber bis in die Zwischenkriegszeit waren die weißrussischen Unierten als Kirche sui juris (d.h. eigenen Rechts) anerkannt. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten sie in den zu Polen gehörenden Gebieten etwa 30.000 Gläubige, 1931 wurde für sie ein Apostolischer Visitator ernannt und 1940 ein eigenes Exarchat eingerichtet, das aber angesichts des Krieges nie normal funktioniert hat. Als die ostpolnischen Gebiete nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch an die Sowjetunion gelangten, vollzog diese eine Zwangsunion mit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Nach dem Krieg existierten in Polen nur mehr einzelne weißrussisch-unierte Gemeinden und darüber hinaus Gemeinden von Emigranten in Amerika und Westeuropa.

Mit der Erlangung der Unabhängigkeit der Republik Weißrussland, 1991, lebte die unierte Tradition auch östlich des Bug wieder auf, und es bestehen wieder einige unierte Pfarreien mit einigen tausend Gläubigen. Angesichts der geringen Zahl verzichtete der Heilige Stuhl aber auf die Wiedererrichtung einer eigenen Hierarchie für die unierten Weißrussen. Sie wurden stattdessen den römisch-katholischen Diözesen unterstellt. Zur Betreuung der Unierten ernannte Papst Johannes Paul II. 1993 zusätzlich einen Apostolischen Visitator, Archimandrit Sergiusz Gajek, mit Sitz im polnischen Lublin.[1] In den päpstlichen Dokumenten werden die unierten Weißrussen als Gemeinschaft, nicht als als (Teil-)Kirche bezeichnet, denn sie sind der Hierarchie des lateinischen Ritus untergeordnet, wenn auch in ihren Angelegenheiten, das spezielle Kirchenrecht für die östlichen Katholiken angewendet wird; man spricht aber von Weißrussische griechisch-katholische Kirche.[1] Sie umfasst heute etwa 8000 Gläubige[1] in etwa 20 Gemeinden.[2]

Über die weltweite Zahl der unierten Weißrussen gibt es keine kirchenamtlichen Angaben. Es gibt amerikanische Diasporagemeinden, Zentren der europäischen Diaspora sind London und Antwerpen, es dürften hier um 2000 Gläubige sein,[2] mit Alexander Nadson als Visitator in England.[3] Diese Gemeinschaften unterstehen der örtlichen römisch-katholischen Jurisdiktion.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kleinere Katholische Ostkirchen des byzantinischen Ritus: Weißrussische Griechisch-Katholische Kirche, pro-oriente.at
  2. a b Siarhiej Hajek: The Belarusian Greek Catholic Church Yesterday and Today. In Καθολική, 25. Juli 2006.
  3. en:Alexander Nadson