Koptisch-katholische Kirche

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Die koptisch-katholische Kirche ist eine mit der römisch-katholischen Kirche unierte ostkirchliche Glaubensgemeinschaft mit etwa 197.000 Gläubigen in Ägypten und einer kleinen Diaspora. Ihr Oberhaupt ist der koptisch-katholische Patriarch von Alexandria mit Sitz in Kairo, derzeit Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak. Im Gottesdienst benutzt sie den koptischen Ritus. Die koptisch-katholische Kathedrale von Kairo (Unsere Liebe Frau von Ägypten) befindet sich im modernen Stadtteil Nasr City (Mohamed Deab Street).[1] Beim Besuch von Papst Johannes Paul II. in Ägypten im Jahre 2000 fand dort eine ökumenische Begegnung statt. Am 12. März 2013 fand dort auch die Inthronisation des neuen Patriarchen statt; historisch war dabei die Umarmung von Patriarch Ibrahim mit dem koptischen Papst Tawadros.

Der neue koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak bei seiner Inthronisation am 12. März 2013 in der Kathedrale von Kairo

Zu unterscheiden von der mit Rom unierten koptischen Kirche ist die ungleich größere orientalisch-orthodoxe koptische Kirche, die ihre Gründung auf den Evangelisten Markus zurückführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Einigungsbestrebung des Konziles von Florenz kam es am 4. Februar 1442 auch zwischen der römisch-katholischen Kirche und der koptischen Kirche zum Abschluss eines Unionsvertrages, welcher jedoch zunächst ohne Folgen blieb. Erst 1741 verbanden sich der koptische Bischof von Jerusalem Amba Athanasius und etwa 2.000 Gläubige mit Rom unter Papst Benedikt XIV.[1]

Nach einem erfolglosen Versuch 1824 unter Papst Leo XII. wurde das alexandrinische Patriarchat der koptisch-katholischen Kirche durch Leo XIII. 1895 neu errichtet. Es blieb von der Unterstützung durch Rom und das Abendland abhängig. Erster Patriarch wurde 1899 Georges Macaire (1866–1921) unter dem Namen Kyrillos II. [sic!], musste jedoch schon 1908 demissionieren. Wegen kircheninterner Probleme blieb der Stuhl des Patriarchen zwischen 1908 und 1927 unbesetzt. Nach einer erneuten Probezeit von 20 Jahren konnte das Patriarchat ab 1947 endgültig errichtet werden.[1] Als Zeichen der Einheit mit dem römischen Papst werden die koptisch-katholischen Patriarchen von Alexandria auch Kardinäle und somit papstwahlberechtigt. So war der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Alt-Patriarch Antonios Kardinal Naguib im Konklave der Papstwahl 2013, während zeitgleich sein Nachfolger inthronisiert wurde.

Diözesen[Bearbeiten]

Die koptisch-katholische Kirche zählt derzeit folgende Bistümer:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Angelo Colombo: Le origini della gerarchia della chiesa copta cattolica nel secolo XVIII. Pont. Inst. Studiorum Orientalium, Roma 1953.
  • Angelo Colombo: La nascita della Chiesa Copto-Cattolica nella prima metà del 1700. Pont. Inst. Studiorum Orientalium, Roma 1996, ISBN 88-7210-304-5.
  • M. P. Martin: Les Coptes catholiques 1880/1920. In: Proche-Orient Chrétien. Bd. 40 (1990), S. 33–55.
  • M. Mariantoni: La chiesa copta cattolica al Concilio Ecumenico Vaticano II. In: Studi e Ricerche sull’Oriente Cristiano. Bd. 11 (1988), S. 33–50.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Heinzgerd Brakman: Koptisch-katholische Kirche. In: Wolfgang Thönissen (Hrsg.): Lexikon der Ökumene und Konfessionskunde. Im Auftrag des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik. Herder. Freiburg im Breisgau. 2007. ISBN 978-3-451-29500-3. S. 729-730.