Urkommunismus
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Urkommunismus bezeichnet vor allem in der Geschichtsauffassung des Marxismus frühe menschliche Lebensformen, in denen noch keine Arbeitsteilung und demnach keine Klassenbildung, hingegen ein Gemeineigentum aller lebensnotwendigen Güter angenommen werden. Solche Verhältnisse können in einer Zeit vor der Herausbildung der Gattenfamilie aus Mutter, Vater, Kindern, als Leben in weitgehend ungeregelten „Horden" bestanden haben.
Friedrich Engels definierte in seinem Aufsatz Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats (MEW, Bd. 21, erschienen 1884) diese Zeit der „Wildheit“ vor dem Aufkommen des Privateigentums als Urkommunismus. In diesen Gesellschaftsformationen nimmt er weder persönliches Eigentum noch Familie, soziale Differenzierung, Herrschaft, Überproduktion oder Ideologie an.
Ob ein Urkommunismus aber allgemein als frühgeschichtliches Stadium der Menschheitsentwicklung anzusehen ist, ist umstritten.
[Bearbeiten] Literatur
Da „Urkommunismus“ ein marxistisch hochbedeutsamer, aber stofflich entlegener Begriff war, fanden sich unter marxistischen Gelehrten zunächst keine mit dem Ehrgeiz, ihn über Engels' Studie hinausgehend zu entwickeln. In der nichtmarxistischen Ur- und Frühgeschichte wurde er wenig ernst genommen, obwohl gelegentlich mitbehandelt, dann aber oft abgetan. Einführend wären zu nennen:
- Friedrich Engels: „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“. in: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Berlin: Karl Dietz Verlag, Bd. 21, [1884] 1975, 5. Aufl.
- Karl August Wittfogel, Vom Urkommunismus bis zur proletarischen Revolution. Eine Skizze der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, Tl. 1: Urkommunismus und Feudalismus, Verlag Junge Garde, Berlin 1922
- Lars Hennings, Marx, Engels und die Teilung der Arbeit. Ein einführendes Lesebuch in Gesellschaftstheorie und Geschichte, Berlin 2007, ISBN 978-1-84799-058-7

