Valmiera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Valmiera (dt.: Wolmar)
Wappen von Valmiera
Valmiera (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Republik Stadt Valmiera
Koordinaten: 57° 32′ N, 25° 26′ O57.53861111111125.42555555555643Koordinaten: 57° 32′ 19″ N, 25° 25′ 32″ O
Einwohner: 25.513 (1. Jul. 2014)
Fläche:
Bevölkerungsdichte:
Höhe: 43 m
Stadtrecht: seit 1323
Webseite: www.valmiera.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:
Valmiera Sv Simana baznica.jpg
St. Simeon Kirche in Valmiera

Valmiera ( Aussprache?/i), auf Deutsch Wolmar, ist eine Stadt im Norden Lettlands beiderseits des Flusses Gauja etwa 100 km nordöstlich von Riga und 50 km von der Grenze zu Estland. Valmiera ist eine der neun Republik-Städte Lettlands. Mit mehr als 25.000 Einwohnern[1] ist sie größte Stadt der Region Vidzeme und kulturelles Zentrum. In der Nähe befindet sich der Nationalpark Gauja.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologen fanden Siedlungsspuren aus der Zeit um 7000 v. Chr. In historischer Zeit war Valmiera von Lettgallen besiedelt. 1224 geriet das Gebiet an der Gauja unter Kontrolle der Kreuzritter, die hier eine Burg anlegten. 1323 wird die „Stadt Woldemars“ schriftlich erwähnt, wobei der Ort bereits 40 Jahre früher bestand, als der Hochmeister des Livländischen Ordens Wilhelm von Schauenburg die Burg „Wolmar“ und eine katholische Kirche für den heiligen Simeon an den Flussufern der Gauja erbauen ließ. Vom 14. bis 16. Jahrhundert war die aufstrebende Handelsstadt Mitglied der Hanse.

Im Juni 1525 fand in Wolmar ein Landtag statt, auf dem u. a. eine allgemeine Landordnung beschlossen wurde. Als Teil des Herzogtums Livland gehörte Valmiera von 1566 bis 1622 zum Großfürstentum Litauen und zu Polen-Litauen. 1622 wurde das nördliche Livland von den Schweden erobert. Valmiera war Besitz des Reichskanzlers Axel Oxenstierna. Es folgten mehrere Kriege und eine Pestepidemie. Während des großen nordischen Kriegs wurde Wolmar 1702 zerstört und niedergebrannt.

Als Teil des russischen Gouvernement Livland folgte dann eine lange Friedenszeit. 1738 wurde Valmiera Ausgangspunkt der Herrnhuter Gemeinde, als hier ein Lehrerseminar gegründet wurde. Die Kreisstadt bekam 1865 eine Holzbrücke und 1899 Eisenbahnanschluss. Damit setzte auch die Industrialisierung ein, und neue Stadtteile jenseits der Gauja entstanden. Vor dem Ersten Weltkrieg bestanden unter anderem ein Lehrerseminar, ein Mädcheninternat und eine Handelsschule.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Valmiera zur neu gegründeten Republik Lettland.

Vom historischen Stadtkern ist nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem ein Drittel der Stadt niederbrannte, außer der gotischen Simeonskirche kaum etwas übrig geblieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die gotische Sankt-Simons-Kirche in der Altstadt wurde 1283 errichtet und beherbergt eine original erhaltene Ladegastorgel von 1886.
  • Die Burg des Livländischen Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert wurde im Nordischen Krieg 1702 zerstört und ist nur als Ruine erhalten.
  • Die älteste Apotheke Livlands, im 18. Jahrhundert als Holzhaus auf dem Wall der Burgruine errichtet, wird bis heute genutzt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Theater in Valmiera
Eisfischen auf der Gauja in Valmiera

Partnerschaften[Bearbeiten]

  • Die Stadt unterhält seit 2011 eine Städtepartnerschaft mit Halle (Westf.) im Kreis Gütersloh. Bereits vor der offiziellen Gründung der Partnerschaft waren die Städte freundschaftlich verbunden.
  • Der Landkreis Valmiera und Kreis Gütersloh pflegten seit 1994 partnerschaftliche Beziehungen. Nach der lettischen Verwaltungsreform 2009 wurde die Partnerschaft mit den sechs neuen Verwaltungsbezirken (novads) erneuert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valmiera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Partnerschaft Valmiera Projekte des Kreises Gütersloh. Ausführliche Informationen zu Valmiera und den Gemeinden des ehemaligen Rajons Valmiera.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik vom 1. Juli 2014 (pdf) auf www.pmlp.gov.lv/
  2. Jürgen E. Fischer: Announcing the release of QGIS 2.2. OSGeo.org. Abgerufen am 22. Februar 2014.