Viacom

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Viacom
Viacom logo.svg
Rechtsform Incorporated
ISIN (A)
US92553P2011 (B) US92553P1021 (A)
US92553P2011 (B)
Gründung 31. Dezember 2005
Sitz New York

Leitung

Mitarbeiter 10.000 (2013)[1]
Umsatz 13,794 Mrd. US-Dollar (2013)[1]
Branche Medien
Website www.viacom.com
Viacom-Hauptgebäude in New York City
Logo der "alten" Viacom

Viacom ist ein US-amerikanischer Medienkonzern mit Sitz in New York City mit verschiedenen weltweiten Beteiligungen an Kabel- und Satellitenfernsehgesellschaften (MTV Networks und BET), Videospieleherstellern (Sega of America) und Filmproduktion und Verleih (Paramount Pictures, Dreamworks).

Das Unternehmen entstand am 31. Dezember 2005 durch die Aufteilung des alten Viacom-Konzerns in CBS Corporation und (neue) Viacom. Rechtlich handelt es sich bei der CBS Corporation um die vormalige Viacom, deren Name geändert wurde. Die durch einen Spin-off entstandene „neue“ Viacom ist dagegen rechtlich nicht die Nachfolgegesellschaft der alten Viacom, sondern eine Neugründung, auf welche die Unternehmensteile – im Wesentlichen MTV Networks und Paramount Pictures – übertragen wurden.

Philippe P. Dauman ist Präsident und Geschäftsführer (CEO). Sumner Redstone ist der Gründer und Vorstandsvorsitzender (Executive Chairman of the Board of Directors) und durch den Konzern National Amusements Mehrheitsanteilseigner von Viacom.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 2005 kündigte die frühere Viacom (nun CBS Corporation) an, dass sie Pläne habe, sich in zwei Aktiengesellschaften aufzuteilen. Die Firma hatte nicht nur unter einem stagnierenden Aktienkurs zu leiden, sondern auch unter der Rivalität zwischen Les Moonves und Tom Freston, lange Zeit Führer von CBS und MTV Networks. Nach dem Ausscheiden von Mel Karmazin im Jahre 2004 teilte Sumner Redstone als Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender die Aufgaben des Vorsitzenden und des Leiters des operativen Geschäfts zwischen Moonves und Freston auf. Redstone sollte alsbald in den Ruhestand gehen, und eine Aufteilung wäre eine gute Lösung, um ihn zu ersetzen.

Die Aufteilung wurde am 14. Juni 2005 von der Direktion Viacoms genehmigt, zugelassen am 31. Dezember 2005, und setzte praktisch die Viacom/CBS-Fusion von 1999 außer Kraft. Der ursprüngliche Viacom-Konzern änderte seinen Namen in CBS Corporation und wird von Moonves geleitet. Er beinhaltet nun Viacoms wachstumsschwache Geschäfte, namentlich CBS, UPN, CBS Radio, Simon & Schuster, Paramount Parks, Viacom Outdoor, Showtime und die meisten Fernsehproduktionsunternehmen. Diese, so sagen einige Analysten, bremsten das Wachstum der MTV-Networks-Kabelgeschäfte. Die Aufteilung wurde so vollzogen, dass die CBS-Corporation heute die Konzernsparten umfasst, die einst zur alten Viacom gehörten.

Auch das neue Unternehmen, die heutige Viacom, wurde ausgegliedert und wird nun von Freston geleitet. Darin zusammengefasst sind die MTV Networks, BET Networks, die Paramount-Filmstudios und die home entertainment-Geschäfte der Paramount Pictures. Diese Unternehmungen werden als wachstumsstark kategorisiert (insbesondere MTV Networks und BET Networks), und würden diese in eigenständige Unternehmen aufgeteilt werden, würde das weiteres Kapital für zukünftige Käufe und Expansionen bringen. Sumner Redstone hält immer noch 71 % der stimmberechtigten Aktienanteile und ist Geschäftsführer beider Unternehmen.

Im Juni 2005 ließ die Viacom verlauten, sie habe Neopets, eine virtuelle Haustier-Webseite, gekauft. Im Dezember 2005 kündigte Viacom an, Dreamworks kaufen zu wollen. Es scheint so, dass Dreamworks' Film- und Fernsehstudios, jedoch nicht das Dreamworks-Archiv im Besitz von Viacom bleiben werden, obwohl CBS Paramounts eigenes TV-Studio gekauft hat.

2007 initiierte Viacom eine Klage gegen YouTube, da das Videoportal nicht ausreichend gegen unberechtigt eingestellte Videos vorgegangen sei. Im Juli 2008 gewann Viacom eine Gerichtsverhandlung gegen YouTube, in welcher die Gesellschaft Daten über die Sehgewohnheiten sämtlicher YouTube-Nutzer einforderte.

Im März 2010 wurden Vorwürfe von YouTube bekannt, dass Viacom selbst über Mittelsmänner Videos hochladen ließ, die so verändert waren, dass sie wie illegale Aufnahmen aussahen. Nach Aussage des YouTube-Chefjustiziars seien auch einige der Videos, aufgrund deren Viacom YouTube auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz verklagt, von Viacom selbst eingestellt.[2]

2011 wurde das Unternehmen großräumig umstrukturiert. Zukünftig wird sich das Tätigkeitsfeld in zwei große Bereiche gliedern: Die Viacom Media Networks (Fernsehsender und Internetplattformen) und die Paramount Pictures (Filme). Gleichzeitig wurden Entlassungen von Mitarbeitern bekannt.[3]

Unternehmen im Besitz von Viacom[Bearbeiten]

Radiosender und -netzwerke[Bearbeiten]

Internet[Bearbeiten]

  • MTVi Group
  • CBS Internet Group
  • MarketWatch.com (25 %)
  • Nickelodeon Online
  • BET.com
  • Neopets

Filmproduktion und -vertrieb[Bearbeiten]

Werbung[Bearbeiten]

  • Viacom Consumer Products
  • Infinity Outdoor (Billboards)
  • Famous Music

Kinoketten[Bearbeiten]

  • Paramount Theaters
  • Famous Players Kanada

Verlagswesen[Bearbeiten]

Fernsehsender und -networks[Bearbeiten]

Fernsehproduktion und -vertrieb[Bearbeiten]

  • Paramount Television
  • Spelling Entertainment Group (80 %)
  • Big Ticket Television
  • Viacom Productions
  • King World Productions

Sonstiges[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b [1] (PDF)
  2. Zeit Online: Youtube: Viacom hat heimlich Videos hochgeladen vom 19. März 2010. Viacom ist mit seiner Klage gegen Google im Juni 2010 vorerst gescheitert.
  3. Katie Feola: Layoffs at Viacom: Cuts hitting across company auf adweek.com vom 22. September 2011 (Abgerufen am 1. November 2011)