Vollformatsensor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vergleich Sensorgrößen

Der Begriff Vollformatsensor hat sich als Bezeichnung für einen elektronischen Bildsensor in einer Digitalkamera durchgesetzt, dessen Bildformat dem des Kleinbildfilms entspricht, also etwa 24 × 36 mm mit einer Bilddiagonalen von 43,267 mm.

Hintergrund [Bearbeiten]

Das Kleinbildformat hat sich bei filmbasierten Kameras über Jahrzehnte sowohl in einigen professionellen Bereichen, insbesondere der Bildreportage und Sportfotografie, als auch im Massenmarkt als Quasistandard etabliert. Bei der Entwicklung digitaler Spiegelreflexkameras, die anfangs noch unmittelbar auf Kleinbildspiegelreflexkameras basierten, standen jedoch zunächst nur Bildsensoren deutlich geringerer Größe zur Verfügung. Es setzten sich Kameras mit einem Formatfaktor von 1,5 bis 1,6 als Standard durch. Faktor 1,3 blieb vorübergehend höherwertigen Modellen vorbehalten, konnte sich aber letztlich nicht durchsetzen. Diese kleineren Sensorgrößen erfordern vom Fotografen ein Umdenken, da sich bei Objektiven gegenüber der Verwendung mit dem Kleinbild-Filmformat ein kleinerer Bildwinkel und eine scheinbare Brennweitenverlängerung ergibt.

Erst Anfang der 2000er Jahre konnten serienmäßig Bildsensoren mit dem vollen Kleinbildformat angeboten werden, die zur Unterscheidung von den kleineren Vorläufern als full frame sensor oder eben Vollformatsensor bezeichnet wurden.

Der Begriff Vollformatsensor ist umstritten, da keine entsprechenden filmbasierten Vorgänger existieren oder aber, wie z.B im Fall von Mittelformatkameras, größere Bild-und Sensorformate existierten. Vollformat ist daher trotz umgangsprachlicher Verbreitung ein Begriff, der weder historisch noch im Hinblick auf die technischen Gegebenheiten zutreffend ist

Eigenschaften [Bearbeiten]

Bei Digitalkameras mit einem Vollformatsensor können Objektive für analoge Kameras des gleichen Systems ohne Berücksichtigung eines Formatfaktors verwendet werden, der Bildwinkel bleibt gleich. Dadurch entfällt auch die bei kleineren Sensoren bei Verwendung bildwinkelgleicher Objektive im Vergleich zum Kleinbildformat vergrößerte Schärfentiefe (auch wenn die Schärfentiefe aufgrund der unterschiedlichen Auflösung von Film und Sensor nicht exakt identisch ist).

Das Signal-Rausch-Verhältnis eines Sensors, also das Intensitätsverhältnis des Bildsignals zum in der Regel störenden Bildrauschen, wird einerseits bedingt durch elektrotechnische bzw. festkörperphysikalische Merkmale des Sensors, andererseits durch die auf die einzelnen Pixel einfallende Lichtmenge verringert. Je größer diese Lichtmenge ist, desto besser ist das Signal-Rausch-Verhältnis bei gleichbleibender Rauschamplitude. Ob ein Vollformatsensor bei gleicher Gesamtpixelanzahl und größerer Sensorfläche eine geringere Lichtmenge erhält als ein Sensor kleineren Formats, hängt von den Bedingungen ab, unter denen die Sensoren belichtet werden. Um den gleichen Bildwinkel zu erfassen, muss der Vollformatsensor allgemein durch ein Objektiv belichtet werden, dessen Brennweite länger ist als diejenige des Objektivs vor dem kleinformatigen Sensor.

Vollformatsensoren sind im Vergleich zu kleineren Sensoren deutlich teurer. Sie lassen bei Verwendung von Wechselobjektiven, die nicht für Sensoren von Digitalkameras optimiert sind, eventuelle Schwächen der Objektive am Rand (schlechtere Schärfe, höhere Vignettierung, Chromatische Aberration) stärker hervortreten, während diese ausgeblendet werden, wenn man Vollformat-Objektive an kleineren Sensoren betreibt.

Digitalkameras mit Kleinbild-Vollformatsensoren [Bearbeiten]

Digitalkameras mit Kleinbild-Vollformatsensoren in der Reihenfolge ihrer Markteinführung: