Was (Not Was)

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Was (Not Was) ist eine Popband aus Detroit, Michigan (USA), die während der 1980er und Anfang der 1990er Jahre international erfolgreich war.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Born To Laugh At Tornadoes
  US 134
What Up, Dog?
  US 43
  UK 47
Are You Okay?
  US 99
  UK 35
  DE 35
Hello Dad … I’m In Jail
  UK 61
Singles
(Return To The Valley Of) Out Come The Freaks
  UK 41
Robot Girl
  UK 95
Spy In The House Of Love
  UK 51
Walk the Dinosaur
  US 7 18.02.1989 ( 9 Wo.) [1]
  UK 10 03.10.1987 (10 Wo.) ref>everyhit.com Suchmaske: „Was (Not Was)“</ref>
  DE 48 04.01.1988 ( 5 Wo.)
  AT
  CH 9 29.11.1987 ( 9 Wo.) [2]
Boy’s Gone Crazy
  UK 84
Spy in the House of Love (Wvö.)
  US 16 05.11.1988 (10 Wo.)
  UK 21 18.07.1988 (15 Wo.)
Out Come The Freaks (Again)
  UK 44
Anything Can Happen
  US 75
  UK 67 16.07.1988 ( 3 Wo.)
Papa Was a Rolling Stone
  UK 12 26.05.1990 ( 7 Wo.)
  DE 14 18.06.1990 (18 Wo.) [3]
  AT 15 15.07.1990 (14 Wo.) [4]
  CH 6 08.07.1990 (15 Wo.)
How The Heart Behaves
  UK 53
I Feel Better Than James Brown
  UK 91
Listen Like Thieves
  UK 58
Shake Your Head
  UK 4 11.07.1992 ( 9 Wo.)
  DE 77 21.09.1992 ( 4 Wo.)
Somewhere In America (There’s A Street Named After My Dad)
  UK 57


Was (Not Was) wurde 1979 in Detroit von den Jugendfreunden Don Was (alias Don Fagenson) und David Was (alias David Weiss) gegründet. Beide waren auch die kreativen Köpfe der Band, wobei Don Was in der Regel für Komposition, Arrangements und Produktion zuständig war, während David Was die oft bizarren, von Jazz- und Beatnik-Poesie beeinflussten Texte schrieb. Charakteristisch für die Band war – neben den humorvollen Texten – ein eklektischer Stil-Mix aus Funk, New Wave, Rock, Jazz, Pop und Disco. Vor allem in den Anfangsjahren wurde Was (Not Was) darum oft mit New Yorker Bands der No-Wave- und Mutant-Disco-Szene verglichen, z. B. Material, Defunkt, James Chance and the Contortions oder Kid Creole & The Coconuts. Nominelle Mitglieder waren – neben den unechten Was-Brüdern – auch die Sänger “Sir” Harry Bowens, “Sweet Pea” Atkinson und (ab 1983) Donald Ray Mitchell, Gitarrist Randy Jacobs und Saxofonist David McMurray. Auf ihren Alben wurde die Band außerdem regelmäßig von einem großen Kreis von (oft prominenten) Gastmusikern unterstützt.

Anfang der 1980er Jahre wurde die Band vom New Yorker Kult-Label Ze Records unter Vertrag genommen und veröffentlichte das Debüt-Album Was (Not Was). Musikalische Gäste waren u. a. Wayne Kramer (MC5), Doug Fieger (The Knack) und Trompeter Marcus Belgrave. Das Album erhielt positive Kritiken in den USA und Europa. Drei Singles wurden ausgekoppelt und erreichten vordere Positionen der US Dance Charts, darunter auch der Song Out Come The Freaks, der so etwas wie eine Hymne der Band wurde und in veränderten Fassungen auch auf anderen Alben auftauchte.

1982 erschien mit Don’t Walk Away ein soul-beeinflusstes Solo-Album des Sängers Sweet Pea Atkinson, bei dem Was (Not Was) als Begleitband fungierte.

Das offiziell zweite Studio-Album war Born To Laugh At Tornadoes (1983). Hier waren u. a. Mitch Ryder, Ozzy Osbourne und Mel Tormé als Gaststars zu hören. In den Credits wird auch (die damals noch unbekannte) Madonna genannt, die allerdings auf dem Album nicht zu hören ist: Sie hatte eine Chorstimme für den von Osbourne interpretierten Song Shake Your Head (Let’s Go To Bed) eingesungen. Diese Version konnte jedoch aus rechtlichen Gründen nie offiziell veröffentlicht und fand erst 2008 über das Internet ihren Weg in die Öffentlichkeit.

Das Album erhielt ebenfalls positive Kritiken, z. B. im Magazin Rolling Stone, war aber kommerziell ein Flop. Immerhin erreichte die Band mit der Single (Return To The Valley Of) Out Come The Freaks erstmals die Top 50 der britischen Charts. Auch das dritte Album What Up, Dog? blieb – trotz hochkarätiger Gaststars wie Frank Sinatra, jr., Mark Isham und Marcus Miller – zunächst wenig erfolgreich. Erst mit der dritten Single-Auskopplung Walk The Dinosaur gelang der Durchbruch: Der Song kletterte zunächst in Großbritannien auf Platz 10 der Charts und zwei Jahre später – nachdem MTV das zugehörige Video in Dauerrotation genommen hatte – auf Platz 7 in den USA. Eine weitere Single, Spy In The House Of Love erreichte in Großbritannien und den USA die Top 20 und konnte sich in den amerikanischen Dance-Charts sogar auf Platz 1 platzieren. Das Album enthielt auch eine neue Version von Out Come The Freaks, die ebenfalls als Single ausgekoppelt wurde und wiederum die Top 50 in Großbritannien erreichte.

1990 nahm die Band das Album Are You Okay? auf, diesmal mit Gastmusikern wie Iggy Pop, Leonard Cohen, The Roches und Syd Straw. Die erste Single-Auskopplung Papa Was a Rollin’ Stone erreichte Platz 12 in Großbritannien, in den USA blieb das Album allerdings weitgehend unbeachtet.

1992 gingen Was (Not Was) im Vorprogramm der Dire Straits auf Tour. 1992 erschien mit Hello Dad … I’m In Jail ein Best-Of-Album. Als Single erschien außerdem eine Neuaufnahme des Songs Shake Your Head, auf der neben Ozzy Osbourne auch Kim Basinger zu hören ist. Mit diesem Song erreichte die Band ihre höchste Platzierung in den Charts (#4 in Großbritannien), er blieb aber auch der letzte größere Erfolg. Von dieser Single existiert auch ein Remix des DJs Steve “Silk” Hurley, der auf der mit Madonna produzierten Version von 1983 beruht. Von diesem Remix wurden einige tausend Exemplare gepresst und ausgeliefert, ohne dass eine Freigabe von Madonnas Plattenfirma vorlag. Als die verweigert wurde, musste die Remix-Version zurückgezogen werden: Sie gilt heute als gesuchte Rarität und taucht gelegentlich in Internet-Auktionen auf.

Nach der Auflösung[Bearbeiten]

1992 löste sich Was (Not Was) auf. Schon in den letzten Jahren der Band hatten Don Was und David Was damit begonnen, eigene musikalische Karrieren aufzubauen. Don Was ist mittlerweile einer der meistgefragten Musikproduzenten Amerikas, produzierte u. a. The Rolling Stones, Bob Dylan und Elton John und erhielt 1995 einen Grammy als Produzent des Jahres. Außerdem war er musikalischer Leiter und Berater zahlreicher Kino- und TV-Filme. 1994 erhielt er einen BAFTA Award für die Musik zum Film Backbeat. David Was ist (als David Weiss) vor allem als Komponist und musikalischer Berater für Fernsehproduktionen (u. a. Akte X) tätig und arbeitet als Musikkritiker und Journalist für den öffentlich-rechtlichen Sender NPR.

1997 veröffentlichte Don Was das Album Forever Is A Long Long Time unter dem Projektnamen Orquestra Was. An den Aufnahmen zur Platte – eine Sammlung von Songs des Country-Sängers Hank Williams in Jazz- und Soul-Arrangements – waren auch einige Musiker von Was (Not Was) beteiligt, darüber hinaus wieder eine große Zahl von Gastmusikern wie Kris Kristofferson und Herbie Hancock. Zum Album entstand außerdem ein von Francis Ford Coppola produzierter Kurzfilm.

2004 kamen Don und David Was erstmals wieder für einige Konzerte zusammen. 2008 erschien das fünfte Was (Not Was)-Studioalbum Boo, wieder mit zahlreichen Gaststars (u. a. Kris Kristofferson, Wayne Kramer und Booker T. Jones), das allerdings kommerziell nicht erfolgreich war.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Name Was (Not Was) geht angeblich auf eine kindliche Angewohnheit von Don Was’ Sohn Tony zurück, der jeden Begriff mit seinem Gegenteil kommentierte. Tony Fagenson ist heute selbst erfolgreicher Musiker und spielt u. a. Schlagzeug in der Band Eve 6.

Diskografie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

  • Out Come the Freaks – 1984
  • Robot Girl – 1986
  • Spy in the House of Love – 1987, 1988
  • Walk the Dinosaur – 1987
  • The Boy’s Gone Crazy – 1987
  • Out Come the Freaks (Again) – 1988
  • Anything Can Happen – 1988
  • Papa Was a Rollin’ Stone – 1990
  • How the Heart Behaves – 1990
  • I Feel Better than James Brown – 1990
  • Listen Like Thieves – 1992
  • Shake Your Head – 1992
  • Somewhere in America (There’s a Street Named After My Dad) – 1992

LPs / CDs[Bearbeiten]

  • Was (Not Was) – 1981
  • Born to Laugh at Tornadoes – 1983
  • The Woodwork Squeaks – 1984
  • What Up, Dog? – 1988
  • Are You Okay? – 1990
  • Hello Dad… I’m in Jail – 1992
  • The Collection – 2004
  • Boo! – 2008

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joel Whitburn: The Billboard Book of Top 40 Hits. 7. Auflage. Billboard Books, New York 2000, ISBN 0-8230-7690-3, S. 670.
  2. Was (Not Was) hitparade.ch
  3. Chartstatistik Papa Was A Rolling Stone in DE auf chartsurfer.de; abgerufen am 29. Januar 2012
  4. Was (Not Was), Papa Was a Rolling Stone austriancharts.at