Wilhelm von Engerth

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Wilhelm Engerth, Lithographie von Franz Eybl, 1858
Wilhelm von Engerth 1879

Wilhelm Freiherr von Engerth (* 26. Mai 1814 in Pleß in Schlesien; † 4. September 1884 in Leesdorf, Gemeinde Baden bei Wien, Niederösterreich) war ein österreichischer Architekt und Ingenieur. Bekannt wurde er als der Entwickler der ersten praxistauglichen Gebirgslokomotive. Für seine Verdienste wurde er 1875 in den Freiherrenstand erhoben.

Biografie[Bearbeiten]

Engerth studierte seit 1834 in Wien erst das Bau-, dann das Maschinenbaufach und ging darauf als Architekt nach Galizien, wo er bald mit zahlreichen Aufträgen betraut wurde. Er kehrte nach Wien zurück, um sich dem Maschinenbau zu widmen, wurde Assistent der Mechanik am Polytechnikum, dann supplierender Professor der darstellenden Geometrie und 1844 Professor der Mechanik und Maschinenlehre am Joanneum in Graz.

Für den Bau der Semmeringbahn konstruierte er eine Tender-Lastzug-Lokomotive, die den Anforderungen so vollkommen entsprach, dass seitdem das Engerth-System mehrfach Anwendung gefunden hat.

Engerth wurde 1850 zum technischen Rat bei der Generaldirektion für Eisenbahnen ernannt, übernahm später im österreichischen Handelsministerium das Referat für Maschinenwesen, trat 1855 bei der Staatseisenbahngesellschaft als Zentraldirektor ein und wurde später deren Generaldirektor.

1859 war er Mitglied der Zollenquetekommission und 1860 verließ er den Staatsdienst. Er arbeitete an der Organisierung der technischen Studien in Österreich und war auch Förderer der Donauregulierung. Er erfand das Schwimmtor, durch das der Donaukanal gegen das Eindringen der Eismassen geschützt wird. Bei der Wiener Weltausstellung 1873 fungierte er als Chef des gesamten Ingenieurwesens und leitete als Chefingenieur den Bau der Ausstellungshallen. Er setzte sich für die Durchtunnelung des Arlbergs ein. 1874 wurde er in das Herrenhaus des österreichischen Reichsrats berufen und 1875 in den Freiherrenstand erhoben. Er verstarb am 4. September 1884 in Leesdorf. Sein Bruder war der Maler Eduard von Engerth.

Im Jahr 1886 wurde in Wien Brigittenau (20. Bezirk) die Engerthstraße nach ihm benannt.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Wilhelm Engerth: Die Lokomotive der Staats-Eisenbahn über den Semmering: Resultate d. Erprobung d. Kettenkuppelung an d. Preis-Lokomotive Bavaria, Erörterung d. Konstruktionen d. Wilhelm Engerth: Bildliche Darstellungen der einfachen Maschinen in isometrischer Projection/entworfen von Wilhelm Engerth. Wien 1845.
  • Wilhelm Engerth: Konkurs-Lokomotive u. Beschreibung mehrerer projektirten Gebirgs-Lokomotive; mit einem Atlas von 13 Kupfertaf. u. einem lithogr. Längenprofile d. Semmeringbahn. Aus: Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur-Vereins. 1853 u. 1854. (Umschlagt.: Semmering Locomotive).
  • Wilhelm Engerth: Personen- und Lastwagen, Tender-Ausrüstung, Werkstätten-Einrichtung und Werkzeuge. Zeichnungen aus der K. K. Österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft. Wien 1857.
  • Wilhelm von Engerth: Das Schwimmthor zur Absperrung des Wiener Donaucanales. Wien 1884.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amtlicher Teil. In: Wiener Zeitung, 27. Dezember 1854, S. 1 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz