Wilhelm von Hohenau

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Berufssoldaten. Zum gleichnamigen Turnierreiter siehe Wilhelm von Hohenau (1884–1957).
Wilhelm von Hohenau
Wilhelm von Hohenau (1. Reihe vierter von rechts) beim Kaisermanöver 1905

Georg Albrecht Wilhelm Graf von Hohenau (* 25. April 1854 im Schloss Albrechtsberg bei Dresden; † 28. Oktober 1930 in Bad Flinsberg) war ein preußischer Generalleutnant.

Leben[Bearbeiten]

Wilhelm war ein Sohn des Prinzen Albrecht von Preußen (1809–1872), dem Bruder Kaiser Wilhelms I. und König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, aus dessen zweiter morganatischer Ehe mit Rosalie (1820–1879), Tochter des preußischen Kriegsministers Gustav von Rauch. Wegen der nichtstandesgemäßen Ehe des Vaters zählte Wilhelm nicht als Mitglied des Hauses Hohenzollern.

Hohenau wurde Offizier, schließlich Generalleutnant, Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II. und Kommandeur der 1. Garde-Kavallerie-Brigade. Er wurde dem Liebenberger Kreis zugerechnet und war in die Harden-Eulenburg-Affäre verstrickt. Vom Vorwurf der Homosexualität gerichtlich freigesprochen, verlor Hohenau aber schon vor den Prozessen seinen militärischen Rang und wurde aus dem Armeedienst entlassen.[1]

Nach dem Tod seines Bruders Friedrich 1914 bezog Hohenau das Schloss Albrechtsberg, das er zusammen mit dem Grundstück auf Grund von Spielschulden 1925 an die Stadt Dresden verkaufen musste. Er lebte danach unter ärmlichen Verhältnissen in der Bautzner Straße 98 in Dresden.

Nach seinem Tod wurde er an der Seite seiner Mutter und seines Bruders auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch bestattet.

Wilhelm ist nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Neffen (1884–1957), der bei den Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm Bronzemedaillengewinner im Mannschafts-Springreiten wurde.[2]

Nachkommen[Bearbeiten]

Hohenau war zwei mal verheiratet. Seine erste Ehefrau Gräfin Laura Saurma von und zu der Jeltsch (1857–1884) heiratete er am 10. Juli 1878 in Lorzendorf, mit ihr hatte er zwei Töchter:

  • Elisabeth (1879–1956)
∞ 1897 Eberhard Graf von Matuschka (1870–1920)
  • Marie Rosalie (1880–1966)

Seine zweite Ehe schloss er am 25. Oktober 1887 in Slawentzitz mit Margarete (1865–1940), Tochter des Fürsten Hugo zu Hohenlohe-Öhringen, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Maria Viktoria (1889–1934)
∞ 1914 (gesch. 1923) Hans Karl Freiherr von Dörnberg (1875–1924)
  • Friedrich Wilhelm (1890–1918), gefallen

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Braun, Joachim Eichler: Arbeiterführer, Parlamentarier, Parteiveteran. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2000, S. 107.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilhelm von Hohenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Kohlrausch: Der Monarch im Skandal. Die Logik der Massenmedien und die Transformation der wilhelminischen Monarchie. Akademie Verlag, 2005, S. 234.
  2. http://www.olympia-statistik.de/dt_Medaillen_1912S.htm