Willy Fleckhaus

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Wilhelm August „Willy“ Fleckhaus (* 21. Dezember 1925 in Velbert; † 12. September 1983 in Castelfranco di Sopra, Italien) war ein deutscher Designer und Journalist. Der Buch- und Zeitschriftengestalter war Professor für visuelle Kommunikation in Essen und Wuppertal und gehört zu den wichtigsten deutschen Grafik-Designern zwischen 1950 und 1983.

Leben[Bearbeiten]

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Fleckhaus in Velbert. Dort war er in der katholischen Jugendbewegung aktiv. Zwischen 1943 und 1945 war er Soldat und geriet gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Norditalien in Kriegsgefangenschaft.

Ab 1946 arbeitete Fleckhaus zunächst beim Kunstverein Niederberg und ab 1948 als Redakteur bei der Zeitschrift Fährmann des Christophorus-Verlags in Freiburg im Breisgau. 1950 wechselte er als Redakteur zum Bund-Verlag und arbeitete für die gewerkschaftliche Jugendzeitschrift Aufwärts, deren gestalterische Leitung er ab 1953 übernahm. Es folgten Beratungsaufträge, unter anderem für das Kölner Verlagshaus DuMont-Schauberg. 1956 erstellte Fleckhaus die Neukonzeption des Ausstellungskatalogs der Photokina und das Ausstellungsdesign der Messe. Für die Photokina arbeitete Fleckhaus die nächsten zwanzig Jahre.

1959 wechselt er innerhalb des Bund-Verlags vom Aufwärts zur gewerkschaftlichen Wochenzeitung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Welt der Arbeit. 1959, nachdem seine Beratungstätigkeit für eine Publikation des Bundespresseamtes zum Thema Bundeswehr bei seinem Arbeitgeber Anstoß erregte, schied Fleckhaus auf eigenen Wunsch beim Bund-Verlag aus. Mit Adolf Theobald und Stephan Wolf gründet er kurz darauf die Zeitschrift twen, die nach 129 Ausgaben im Mai 1971 eingestellt wurde.

Zu Fleckhaus' bekanntesten Arbeiten zählen seine Entwürfe für die Buchreihen des Suhrkamp Verlags Bibliothek Suhrkamp (1959), Edition Suhrkamp (1962) und Suhrkamp Taschenbuch sowie für die Taschenbücher des Insel Verlags. Erst 2004 änderte der Suhrkamp Verlag das Titeldesign und die Typografie der Edition Suhrkamp und des Suhrkamp Taschenbuchs. Ebenfalls 1959 entwarf er gemeinsam mit Heinz Edelmann die stilprägende Zeitschrift twen, deren künstlerischer Leiter er war. Weiter war er gestalterisch verantwortlich für das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Logos der Zeitschrift Quick, der Aktion Ein Herz für Kinder und des WDR wurden ebenfalls von Fleckhaus entworfen.

In den Jahren 1972 und 1973 war Fleckhaus Präsident des deutschen Art Directors Club. Bis zu seinem Tod lehrte er im Fachbereich Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal Typografie.

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

Die beiden nachstehenden Abbildungen zeigen die einzigen von Fleckhaus entworfenen Briefmarkenblöcke[1]:

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Michael Koetzle, Carsten M. Wolff (Hrsg.): Fleckhaus. Deutschlands erster Art Director. Klinkhardt & Biermann, 2000, ISBN 3-7814-0405-6, S. 208, 209.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Michael Koetzle, Carsten M. Wolff (Hrsg.): Fleckhaus. Deutschlands erster Art Director. Klinkhardt & Biermann, 2000, ISBN 3-7814-0405-6.
  • Mathieu Lommen, Das Buch der schönsten Bücher. Dumont, 2012, ISBN 3-8321-9378-2, S. 390, 391.
  • Siegfried Unseld: Der Marienbader Korb. Über die Buchgestaltung im Suhrkamp-Verlag: Willy Fleckhaus zu Ehren. Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft 1976