Yōko Tawada
Yōko Tawada (jap. 多和田 葉子, Tawada Yōko; * 23. März 1960 in Nakano, Tokio) ist eine japanische Schriftstellerin, die in Deutschland lebt und in japanischer und deutscher Sprache schreibt.
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Leben[Bearbeiten]
Yoko Tawada wurde als Tochter eines Buchhändlers in Tokio geboren und studierte in Japan Literaturwissenschaft (Schwerpunkt russische Literatur). 1979 kam sie bei ihrem ersten Besuch mit der transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland. Ab 1982 wohnte sie in Hamburg. Dort studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und promovierte bei Sigrid Weigel in Zürich. Seit 2006 wohnt sie in Berlin. Ihre erste literarische Veröffentlichung hatte sie 1986 mit dem Japan-Lesebuch beim Tübinger Konkursbuchverlag, ihre erste Buchveröffentlichung in Deutschland 1987, in Japan 1992. 1999 veröffentlichte sie eine CD mit Aki Takase, sowie bei Raster-Noton mit Noto („13“). Sie schreibt in deutscher und japanischer Sprache Essays, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Lyrik.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg (1990); Gunzō Nachwuchspreis (Gunzō Shinjin Bungakushō) der Literaturzeitschrift Gunzō, für Fersenlos, 1991; Akutagawa-Preis (für Inu mukoiri (Der Hundebräutigam), 1993); Stipendium zum Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg (1993); Adelbert-von-Chamisso-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1996); Bunkamura Prix des Deux Magots 2002; Goethe-Medaille 2005; Murasaki-Shikibu-Literaturpreis 2011.
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
Auf Deutsch[Bearbeiten]
- Nur da wo du bist da ist nichts (Gedichte und Prosa), 1987
- Das Bad (Kurzroman), 1989
- Wo Europa anfängt (Gedichte und Prosa), 1991
- Ein Gast, 1993
- Die Kranichmaske die bei Nacht strahlt (Theaterstück), 1993 – Uraufführung in Graz, Neuinszenierung in Nürnberg
- Tintenfisch auf Reisen (Erzählungen), 1994
- Talisman (literarische Essays), 1996
- Aber die Mandarinen müssen heute abend noch geraubt werden (Traumtexte), 1997
- Wie der Wind in Ei (Theaterstück), 1997 – Uraufführung in Graz, Gastspiel in Berlin
- Verwandlungen (Tübinger Poetikvorlesungen), 1998
- Orpheus oder Izanagi. Till (Hörspiel und Theaterstück), 1998 – Uraufführung in Hannover, Gastspiele in Tokyo, Kyoto und Kobe
- 13, (CD mit Noto), 1999
- Opium für Ovid, ein Kopfkissenbuch für 22 Frauen (Prosa), 2000
- Überseezungen (Prosa), 2002
- diagonal (CD mit Aki Takase), 2002
- Das nackte Auge (Erzählung), 2004
- Was ändert der Regen an unserem Leben?, 2005
- Sprachpolizei und Spielpolyglotte, 2007
- Schwager in Bordeaux, 2008
- Das Bad. Zweisprachige Neuausgabe, japanisch-deutsch, 2010
- Abenteuer der deutschen Grammatik. Gedichte, Konkursbuch-Verlag Gehrke, Tübingen 2010 ISBN 978-3-88769-757-0
Auf Japanisch[Bearbeiten]
- Sannin kankei (三人関係, Erzählungen), 1991
- Inu mukoiri (犬婿入り, Erzählungen), 1993
- Alphabet no kizuguchi (アルファベットの傷口, Arufabetto no kizuguchi; Roman), 1993
- Gotthard tetsudō (ゴットハルト鉄道, Gottoharuto tetsudō; Erzählungen), 1996
- Seijo densetsu (聖女伝説, Roman), 1998
- Kitsune tsuki (きつね月, Prosagedichte), 1998
- Hikon (飛魂, Roman), 1998
- Futakuchi otoko (ふたくちおとこ, Erzählungen), 1998
- Katakoto no uwagoto (カタコトのうわごと, Essays), 1999
- Hinagiku no cha no baai (ヒナギクのお茶の場合, Erzählungen), 2000
- Yōgisha no yakōressha (容疑者の夜行列車), 2002
- Kyūkei jikan (球形時間), 2002
- Exophonie (エクソフォニー, Ekusofonī; Essays), 2003
- Tabi wo suru hadaka no me (旅をする裸の眼, Erzählung), 2004
- Umi ni otoshita namae (海に落とした名前, Erzählung), 2006
- Kasa no shitai to watashi no tsuma (傘の死体とわたしの妻, Gedichte), 2006
- America – Hidō no tairiku (アメリカ 非道の大陸, Amerika – Hidō no tairiku; Reisegeschichten), 2006
- Tokeru machi sukeru michi (溶ける町 透ける路) (Reiseessays), 2007
Literatur[Bearbeiten]
- Yoko Tawada. In: Text + Kritik, H.191/192, 2011, ISBN 978-3-86916-144-0
- Michiko Mae: "Tawada Yokos Literatur als kulturelles Übersetzen durch Transformation". In: Yamamoto Hiroshi, Ivanovic Christine (Hrsg.): Übersetzung – Transformation. Umformungsprozesse in/von Texten, Medien, Kulturen. Würzburg: Königshausen u. Neumann, 2010. ISBN 978-3-8260-4323-9
- Julia Boog: Innenblicke. Phantasmagorien in Yōko Tawadas "Das nackte Auge", in: Fremde Welten. Wege und Räume der Fantastik im 21. Jahrhundert, herausgegeben von Lars Schmeink und Hans-Harald Müller, DeGruyter Verlag, Berlin und Boston 2012, S. 339–354. ISBN 978-3-11-027655-8
Weblinks[Bearbeiten]
- Yoko Tawada Website
- Literatur von und über Yōko Tawada im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biographische Selbstangaben, Werke und Hörproben von Yōko Tawada bei Literaturport
- Rezensionen zu Werken von Yōko Tawada bei perlentaucher.de
- Margret Brügmann: Jeder Text hat weiße Ränder. Interkulturalität als literarische Herausforderung (PDF) In: Henk Harbers (Hrsg.): Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik – Postmoderne Literatur in deutscher Sprache. 2001, S. 335–351
- Florian Gelzer: Wenn ich spreche, bin ich nicht da. Fremdwahrnehmung und Sprachprogrammatik bei Yoko Tawada. In: Recherches Germaniques, 29 (1999), S. 67–91 Zusammenfassung
- Yoko Tawada im Forum poetischer Kulturen
- Linda Baur – Schreiben zwischen sinnlicher Sprachlust und sprachtheoretischem Interesse
- Fremd sein ist eine Kunst. migration-boell.de, Interview mit Yoko Tawada
- Interviews und Lesungen von Yōko Tawada (Videos): 1, 2, 3, 4, 5
- Im Meer der Mehrsprachigkeit, Gespräch, NZZ, 24. November 2012, S. 25
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tawada, Yōko |
| ALTERNATIVNAMEN | 多和田 葉子 (japanisch); Tawada, Yoko (umgangssprachlich deutsch) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 23. März 1960 |
| GEBURTSORT | Nakano, Tokio |