Israel Yinon

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Israel Yinon (* 11. Januar 1956 in Kfar Saba, Israel) ist ein israelischer, international tätiger Dirigent.

Yinon studierte Dirigieren, Musiktheorie und Komposition an der Rubin Academy of Music in Tel Aviv (1981-1984) sowie an der Musikakademie in Jerusalem (1985-1988) u. a. bei Mendi Rodan und Noám Sheriff. Im Mai 1991 dirigierte er das bundesweit live übertragene Eröffnungskonzert des neu gegründeten Deutschlandsender Kultur. 1992 dirigierte er erstmals die Brünner Philharmonie, mit der er anschließend eine Deutschland-Tournee absolvierte und seine Debüt-CD mit der Ersteinspielung der symphonischen Werke Viktor Ullmanns aufnahm. Diese CD wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Seither sind zahlreiche von Yinon dirigierte Aufnahmen bei Decca, Deutsche Grammophon, Koch, CPO und anderen Labels erschienen.

Neben dem klassischen Repertoire widmet sich Yinon schwerpunktmäßig der Entdeckung vergessener und unbekannter Werke. Dabei setzte er sich insbesondere für im Dritten Reich als „entartet“ verbotene Komponisten wie Hans Krása, Pavel Haas oder Erwin Schulhoff ein, aber auch für vergessene Vertreter des deutschen Expressionismus wie Heinz Tiessen oder Eduard Erdmann. Überdies hat er sich als musikalischer Anwalt lebender Komponisten einen Namen gemacht. So brachte er beispielsweise die Oper Die Schachnovelle von Violeta Dinescu zur Uraufführung (bei den Schwetzinger Festspielen 1995).

Israel Yinon leitete als Gastdirigent zahlreiche renommierte Orchester, darunter das BBC Symphony Orchestra, das Jerusalem Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic London, die Royal Flemish Philharmonic Antwerpen, die NDR-Radiophilharmonie, die Wiener Symphoniker und das Deutsche Symphonie Orchester Berlin.

Yinons Interpretationen sind von Werktreue, Sensibilität und handwerklicher Präzision geprägt. Gleichzeitig zeichnet sich sein Dirigierstil durch Vitalität und Temperament aus.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lexikonartikel von Günter Moseler im MGG, Kassel 2007.
  • Thomas Voigt: Israel Yinon. Auf der Suche nach der verlorenen Generation, in: Fono Forum, Heft 10/2000 S. 42 f.
  • Kürschners Deutscher Musik-Kalender 2004, München 2004.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Masterplayers Music and Conductors Competition, Schweiz 1988 und 1989.
  • Preis der deutschen Schallplattenkritik, 1993.
  • Staatlicher Kulturpreis der Tschechischen Republik, 1995.
  • Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Graz, 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Günter Moseler im Musiklexikon MGG (Kassel 2007) sowie Pressestimmen bei Klassika (s. Weblinks).