Olympische Winterspiele 2022

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XXIV. Olympische Winterspiele
Olympic rings with white rims.svg
Austragungsort Entscheidung auf der IOC-Session 2015
Wettbewerbe
Eröffnung
Schlussfeier

Die XXIV. Olympischen Winterspiele sollen im Jahr 2022Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren stattfinden. Am 6. Juni 2013 eröffnete das Internationale Olympische Komitee (IOC) die erste Phase des Bewerbungsverfahrens für die Ausrichtung der Spiele. Interessierte Städte mussten ihre Bewerbung bis spätestens 14. November 2013 beim IOC einreichen. Die Entscheidung über die Vergabe fällt auf der 127. IOC-Session am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur zwischen Almaty, Oslo oder Peking.[1]

Bewerberstädte[Bearbeiten]

Almaty, Kasachstan[Bearbeiten]

Nachdem die Bewerbung der kasachischen Stadt Almaty um die Spiele 2014 nicht für die Endauswahl zugelassen wurde, folgt nun ein zweiter Anlauf.[2] Im August 2013 war Almaty die erste Stadt, die ihre Kandidatur bekannt gab. Durch die Investitionen für die Winter-Asienspiele 2011 besitzt die Region eine gute Wintersportinfrastruktur.

Folgende Anlagen existieren bereits oder müssten nur noch modernisiert bzw. ausgebaut werden:

Almaty

Shymbulak

Tabagan

  • Freestyle-Skiing- und Snowboardpark

Für die Winter-Universiade 2017 sollen weitere Sportstätten gebaut werden, sodass eine zusätzliche Arena für Eishockey und eine Rennrodel- und Bobbahn die einzig neu zu errichtenden Austragungsorte wären.

Oslo, Norwegen[Bearbeiten]

Nachdem Oslo die Nordische Ski-WM 2011 erfolgreich durchgeführt hatte, dachte man in der Stadt über eine Bewerbung für Olympia 2022 nach.[3] Am 5. Juni 2013 entschied sich der Stadtrat für die Kandidatur. Bei der Volksbefragung für die Olympischen Winterspiele am 9. September 2013 stimmten 53,45 Prozent der Osloer Bevölkerung für eine Kandidatur.[4] Das Ergebnis des Bürgervotums ist jedoch nicht bindend. Oslo richtete bereits die Olympischen Winterspiele 1952 aus.

Folgende Anlagen existieren bereits oder müssen nur modernisiert bzw. ausgebaut werden:

Oslo

Ringebu

Øyer

Lillehammer

Peking, China[Bearbeiten]

Peking hat sich am 5. November 2013 um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 beworben. Die Schneewettbewerbe sollen im 160 km entfernten Zhangjiakou in der Provinz Hebei stattfinden. Dort gibt es ein großes Skigebiet. In Peking sind hingegen alle Eiswettbewerbe geplant. Eine noch zu bauende Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke soll die Reisezeit zwischen Peking und Zhangjiakou auf 40 Minuten verkürzen.[5]

Peking war 2008 bereits Gastgeberstadt der Olympischen Sommerspiele 2008.

Folgende Anlagen existieren bereits oder müssen nur modernisiert bzw. ausgebaut werden:

Peking

Zhangjiakou

Abgebrochene oder nicht eingereichte Bewerbungen[Bearbeiten]

Barcelona, Spanien[Bearbeiten]

Ursprünglich gab es in Spanien zwei Interessenten für die Austragung Olympischer Winterspiele: Zaragoza in Aragonien und Barcelona in Katalonien. Zaragoza hat sich jedoch bereits aus finanziellen Gründen zurückgezogen. Die Eiswettbewerbe wären in Barcelona, die Schneewettbewerbe in den Pyrenäen in der Provinz Girona ausgetragen worden.[6] Am 17. Oktober 2013 wurde bekannt, dass die katalanische Metropole Barcelona nach Aussage von Bürgermeister Xavier Trias auf eine Kandidatur verzichtet. Grund sei die Kürzung von staatlichen Geldern.[7] Barcelona war bereits Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1992. Es hätte damit die erste Stadt werden können, in der sowohl die Sommer- wie auch Winterspiele ausgetragen worden wären.

Krakau, Polen[Bearbeiten]

Im Oktober 2012 erklärte Krakau, sich gemeinsam mit Zakopane für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 zu bewerben.[8] Die offizielle Bewerbung soll Ende 2013 gemeinsam mit der Slowakei erfolgen, da dort z.B. das alpine Skirennen stattfinden soll.[9]

Am 25. Mai 2014 stimmten 69,7% der Bürger von Krakau bei einem Referendum gegen die Ausrichtung der Winterspiele. Die Wahlbeteiligung lag bei 36%, die Entscheidung ist somit gültig. [10]

Folgende Anlagen existieren bereits vor der Bewerbung und hätten nur modernisiert bzw. ausgebaut werden müssen:

Krakau

Zakopane

Lemberg, Ukraine[Bearbeiten]

Auch Lemberg bewarb sich um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022. Am 30. Juni 2014 gab man in der Ukraine bekannt dass die Bewerbung aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Situation im Land zurückgezogen wird. [12]

Im Gebirge gibt es zahlreiche Sportstätten z. B. ein Biathlonstadion und eine Normalschanze.[13]

Lemberg

Tysovets

  • Normalschanze
  • Biathlonstadion

München, Deutschland[Bearbeiten]

Stimmzettel zum Bürgerentscheid am 10. November 2013 in München
Werbung von Befürworter der Olympischen Spiele am Marienplatz

Nachdem München bei der Wahl für die Olympischen Winterspiele 2018 unterlegen war, scheiterte eine Bewerbung für 2022 am 10. November 2013, als bei allen vier durchgeführten Bürgerentscheiden die nötige Mehrheit nicht erreicht wurde.

Gemeinde/Landkreis Gegenstimmen in % Beteiligung in %
München 52,10 28,9[14]
Garmisch-Partenkirchen 51,56 55,80[15]
Landkreis Traunstein 59,67 39,98[16]
Landkreis Berchtesgadener Land 54,10 38,25[17]

München wollte sich zunächst nach einer Entscheidung des DOSB für 2022 bis auf Weiteres nicht bewerben.[18] Nach dem Verzicht der favorisierten USA entfachten sich jedoch wieder die Überlegungen über eine mögliche Kandidatur 2022.[19] Am 5. Juni 2013 beauftragte der Münchner Stadtrat die Verwaltung damit, das bei der vorangegangenen Bewerbung gescheiterte Konzept im Hinblick auf eine Kandidatur für 2022 nachzubessern („zu optimieren“). Gleichzeitig beschloss er die Durchführung eines Bürgerentscheids am 10. November 2013 und machte eine Bewerbung von der Zustimmung der Bevölkerung abhängig.[20] Der Abstimmungsbenachrichtigung wurde eine Stimmempfehlung der Ratsmehrheit beigelegt; die Argumente der Bewerbungsgegner wurden nicht erwähnt. Die Deutsche Bahn warb in S-Bahnzügen mit Lautsprecherdurchsagen für Zustimmung zur Olympiabewerbung.[21]

Mit der Beteiligung von Ruhpolding sollten auch die dort bereits bestehenden Sportstätten in das Veranstaltungskonzept einbezogen werden. Nach der Bewerbung um die Winterspiele 2018, bei der mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee zwei weitere Veranstaltungsorte vorgesehen waren, wollte München in die Bewerbung um die Winterspiele 2022 mit drei Wintersportregionen gehen.

Am 30. September 2013 stimmte der DOSB der Bewerbung von München für 2022 zu.[22] Nach dem zuletzt aktuellen Konzept[23][24] wurden die Gesamtkosten mit 3,3 Milliarden Euro beziffert, wovon 1,5 Milliarden als Veranstaltungbudget und 1,8 Milliarden für Bauinvestitionen vorgesehen waren.

Eine Vergabe der Olympischen Spiele an die Stadt München hätte außerdem daran scheitern können, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht den vom IOC für die Vergabe von Olympischen Spielen vorausgesetzten Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen garantieren kann.[25] Am 1. Juli 2004 ist zwar das Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen (Olympiaschutzgesetz – OlympSchG) in Kraft getreten, dessen Gegenstand der Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen in der Bundesrepublik Deutschland ist. Derzeit ist aber beim Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen I ZR 131/13 ein Revisionsverfahren anhängig, in dem der Bundesgerichtshof nicht nur prüfen wird, ob die Werbung mit „Olympischen Preisen“ und einem „Olympia-Rabatt“ gegen § 3 des OlympSchG verstößt, sondern auch, ob das OlympSchG als solches verfassungsgemäß ist.

St. Moritz, Schweiz[Bearbeiten]

Bei einem nationalen Vorausscheid am 11. August 2011 setzten sich Davos und St. Moritz mit 8:4 gegen Genf durch.[26] St. Moritz war bereits 1928 und 1948 Gastgeber von Olympischen Winterspielen. Am 23. Dezember 2011 wurde entschieden, dass die Bewerbung nicht mehr unter dem Namen Davos/St. Moritz laufen wird, sondern nur noch im Namen von St. Moritz.[27] Voraussetzung für eine offizielle Kandidatur war die Annahme durch die Bündner Stimmbevölkerung. Am 3. März 2013 stimmten zwar die Bürger von St. Moritz mit 1153:716 und Davos mit 2749:2079 der kantonalen Vorlage Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden deutlich zu[28][29], der Kanton Graubünden insgesamt lehnte den Kredit für die Kandidatur allerdings mit 41.758 zu 37.540 Stimmen ab (52,66 % zu 47,43 %)[30], was bedeutet, dass das Projekt Olympia 2022 fallen gelassen werden muss.

Folgende Anlagen existieren bereits oder hätten nur modernisiert bzw. ausgebaut werden müssen:

Davos

St. Moritz

Stockholm, Schweden[Bearbeiten]

Die schwedische Hauptstadt Stockholm bewarb sich gemeinsam mit der Stadt Åre um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022.[31]In Åre finden bereits regelmäßig Alpine Skiweltcups der Frauen im Slalom und im Riesenslalom statt. Am 17. Januar 2014 gab Bürgermeister Sten Nordin bekannt, dass Stockholm seine Bewerbung zurückzieht. Die Stockholmer Bewerbung scheiterte am Widerstand der Bevölkerung sowie Teilen der Politik. Als Grund werden Sorgen vor zu hohen Kosten angeführt.[32][33]

Stockholm war 1912 bereits Gastgeberstadt der Olympischen Sommerspiele 1912.

Folgende Anlagen existieren bereits oder hätten nur modernisiert bzw. ausgebaut werden müssen:

Stockholm

Åre

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internationales Olympisches Komitee: IOC opens bids for 2022 Olympic Winter Games, YOG 2020. 6. Juni 2013, abgerufen am 6. Juni 2013.
  2. BNEWS: Kazakhstan officially bids to host 2022 Olympic Winter Games in Almaty. 16. August 2013, abgerufen am 17. August 2013.
  3. Focus Online: Nach WM-Erfolg: Oslo denkt an Olympia-Bewerbung. 7. März 2011, abgerufen am 24. Dezember 2011.
  4. Süddeutsche.de: Sportpolitik - Oslo sagt ja. 10. September 2013, abgerufen am 10. September 2013.
  5.  N.N.: Peking zieht ins Rennen um Olympia 2022. In: Süddeutsche Zeitung. Süddeutscher Verlag, München 5. November 2013, ISSN 0174-4917 (online, abgerufen am 6. November 2013).
  6. Focus Online: Barcelona bewirbt sich für Olympia 2022. 13. Januar 2010, abgerufen am 24. Dezember 2011.
  7. Yahoo: Barcelona verzichtet. 17. Oktober 2013, abgerufen am 18. Oktober 2013.
  8. TVN24: Kraków chce zimowych igrzysk. "Zadanie mniejsze niż Euro 2012". 21. Oktober 2012, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  9. Gazeta Krakowska: Teraz igrzyska olimpijskie: Kraków, Zakopane, Słowacja. 4. Juli 2012, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  10. http://www.taz.de/Krakaus-Buerger-stimmen-gegen-Olympia/!139218/
  11. W maju rusza budowa hali w Czyżynach. In: wiadomosci.onet.pl. Abgerufen am 29. Oktober 2012.
  12. sport.orf.at: Lwiw bewirbt sich wegen Ukraine-Krise nicht für 2022. 30. Juni 2014, abgerufen am 30. Juni 2014.
  13. Augsburger Allgemeine: Lwiw will Winterspiele 2022 ausrichten. 16. Oktober 2011, abgerufen am 24. Dezember 2011.
  14. wahlen-muenchen.de: Bürgerentscheid zur Bewerbung der Landeshauptstadt München um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022. 10. November 2013, abgerufen am 10. November 2013.
  15. buergerservice.gapa.de: Bürgerentscheid. 10. November 2013, abgerufen am 10. November 2013.
  16. traunstein.com: Bürgerentscheid 2013. 10. November 2013, abgerufen am 10. November 2013.
  17. lra-bgl.de: Bürgerentscheid Olympia 2022. 10. November 2013, abgerufen am 10. November 2013.
  18. tz.de: Olympia-Bewerbung 2022: "Tür nicht zu", abgerufen am 31. März 2014
  19. spox.com: München bringt sich für Olympia 2022 in Stellung. 22. Juli 2012, abgerufen am 22. Juli 2012.
  20. Pressemitteilung der Landeshauptstadt München: München 2022: Stadtrat beschließt Bewerbungsvorbereitungen und Bürgerentscheid. 5. Juni 2013, abgerufen am 6. Juni 2013.
  21.  Christian Krügel: Durchsagen in der S-Bahn – Nächster Halt: Olympia 2022. In: Süddeutsche Zeitung. Süddeutscher Verlag, München 5. November 2013, ISSN 0174-4917 (online).
  22. sueddeutsche.de: Winterspiele 2022 DOSB befürwortet Münchner Olympia-Bewerbung. 30. September 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  23. ARGE München 2022 (AS&P, PROPROJEKT): Konzeptstudie für eine mögliche Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022. Landeshauptstadt München, in Zusammenarbeit mit dem Markt Garmisch-Partenkirchen, dem Landkreis Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein, 2013, abgerufen am 17. Oktober 2013 (PDF, deutsch, 4,1 MB).
  24. Wintermärchen 2022:Dieses Konzept soll Olympia nach München holen. 2. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  25. http://www.zeit.de/sport/2011-04/olympiaschutzgesetz-dosb-verfassung-kritik/komplettansicht
  26. Swiss Olympic Association: Swiss Olympic will Olympia-Kandidatur in Davos und St. Moritz. 11. August 2011, abgerufen am 24. Dezember 2011.
  27. Südostschweiz.ch: Olympia: St. Moritz soll Host City werden. 21. Dezember 2011, abgerufen am 24. Dezember 2011.
  28. Dossier Olympia 2022 in Graubünden, Die Südostschweiz, abgerufen am 4. Februar 2013.
  29. St. Moritz und Davos stimmen der Olympiavorlage zu, Die Südostschweiz, abgerufen am 3. März 2013.
  30. Abstimmungsresultate Kanton Graubünden, abgerufen am 3. März 2013.
  31.  N.N.: Olympia: Stockholm bewirbt sich um Winterspiele 2022. In: Der Spiegel. Spiegel Online, Hamburg 11. November 2013, ISSN 0038-7452 ([1], abgerufen am 12. November 2013).
  32. Auch Stockholm verzichtet auf Olympia 2022, spiegel.de, 17. Januar 2014
  33. Stockholm zieht Bewerbung zurück, focus.de, 17. Januar 2014