Zurndorf

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Zurndorf
Wappen von Zurndorf
Zurndorf (Österreich)
Zurndorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 54,26 km²
Koordinaten: 47° 59′ N, 17° 0′ O47.98305555555617.003055555556137Koordinaten: 47° 58′ 59″ N, 17° 0′ 11″ O
Höhe: 137 m ü. A.
Einwohner: 2.079 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 38 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2424
Gemeindekennziffer: 1 07 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Zurndorf
Untere Hauptstraße 4
2424 Zurndorf
Website: www.zurndorf.at
Politik
Bürgermeister: Werner Friedl (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(21 Mitglieder)
13
5
3
13 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Zurndorf im Bezirk Neusiedl am See
Andau Apetlon Bruckneudorf Deutsch Jahrndorf Edelstal Frauenkirchen Gattendorf Gols Halbturn Illmitz Jois Kittsee Mönchhof Neudorf bei Parndorf Neusiedl am See Neusiedl am See Nickelsdorf Pama Pamhagen Parndorf Podersdorf am See Potzneusiedl Sankt Andrä am Zicksee Tadten Wallern im Burgenland Weiden am See Winden am See Zurndorf Bezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Zurndorf im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Zurndorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Zurány.

Geografie[Bearbeiten]

Zurndorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend ist seit langem besiedelt, das bezeugt ein Grab aus der Bronzezeit und Reste von römischen Siedlungen.

Zurndorf (oben) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Zurndorf wurde 1209 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt erstmals 1399 das Marktrecht verliehen, das 1642 durch Ferdinand III. erneuert wurde.

Während der Türkenkriege wurde der Ort 1529 und 1683 zerstört.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Komitat Moson).

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Zurndorf war wie viele burgenländische Orte eine bikonfessionelle Gemeinde von Katholiken und Protestanten, so gab es noch bis ins 20. Jhdt. etwa zwei Volksschulen, je eine pro Konfession. Die Bevölkerung setzte sich historisch betrachtet aus Bauern, Handwerkern und Arbeitern zusammen, welche auch vermehrt in bestimmten Ortsteilen bzw. Gassen ansässig waren. Diese klassische Bevölkerungsstruktur begann sich aber schon kurz nach dem 2. Weltkrieg aufzulösen.

Friedrichshof[Bearbeiten]

Der Friedrichshof im äußersten Südwesten des Gemeindegebietes von Zurndorf ist benannt nach Erzherzog Friedrich, der ihn um 1890 erwirbt und zu einem landwirtschaftlichen Mustergut ausbaut. 1934 wird der Gutsbetrieb aufgegeben.

1972 erwirbt die Kommune von Otto Muehl das Areal mit einigen inzwischen verfallenen Gebäuden und begründet ein alternatives Gesellschafts- und Lebensmodell. Alte Gebäude werden renoviert und großflächig neue mit entsprechender Infrastruktur geschaffen. Die Landschaft wird aufgeforstet und gartenarchitektonisch umgestaltet.

1990 löst sich die Kommune auf. Der Besitz wird in eine Genossenschaft eingebracht. Viele der ehemaligen Mitglieder verlassen den Friedrichshof. Zahlreiche neue Bewohner siedeln sich an. 2001 werden ein Seminarhotel, ein Landgasthof und ein Museum eröffnet.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Werner Friedl (SPÖ), welcher Werner Falb-Meixner (ÖVP) nachfolgte, der nach seinem Wechsel in die Burgenländische Landesregierung das Bürgermeisteramt zurücklegen musste.

Die Mandatsverteilung (21 Sitze) in der Gemeindevertretung ist nach der Gemeinderatswahl 2007 SPÖ 13, ÖVP 5, FPÖ 3, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Zwei gekreuzte silberne (weiße) Fische auf blauem Grund.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zurndorf
Kath. Pfarrkirche hl. Petrus und Paulus
  • Katholische Pfarrkirche: Die katholische Pfarrkirche zu den heiligen Petrus und Paulus ist im Kern romanisch-frühgotisch, und wurde im Lauf der Zeit mehrmals umgestaltet. Der barocke Hochaltar ist mit einem Altarbild Abschied der Apostel Petrus und Paulus nach einer Radierung von Franz Anton Maulpertsch geschmückt.
  • Evangelische Kirche: ein bescheidenes protestantisches Gotteshaus der Ev. Kirchengemeinde A. B., das jedoch einen interessanten Altar besitzt.
  • Auf den Grundmauern einer Mühle aus dem Jahr 1600 wurde die Esterhazysche Mühle erbaut. Im Jahr 1773 hofften die Herrschaften, dass die Errichtung einer „Schweizerei“ mehr Gewinn bringen würde und demontierten das Mahlwerk.
  • Zurndorfer Götzmühle: Die Zurndorfer Götzmühle aus dem Jahr 1773 wurde anstelle der stillgelegten Esterhazyschen Mühle erbaut. Heute befindet sie sich im Privatbesitz.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 erfolgte der Spatenstich zur Errichtung einer Fertigung der Firma Enercon von Türmen für Windräder für Österreich und Osteuropa mit einer voraussichtlichen Produktion von etwa 200 Türmen pro Jahr. Es sollen etwa 200 Arbeitsplätze entstehen und damit zu einem der größten Auslandswerke des Unternehmens werden.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Ignaz Aurelius Feßler (1756–1839), katholischer Geistlicher, Kapuziner und Freimaurer,Schriftsteller, Orientalist, zuletzt lutherischer Generalsuperintendent in St. Petersburg.
  • Matthias Meixner (1894–1977), Landwirt und österreichischer Politiker (GDVP)
  • Hans Niessl (* 1951), österreichischer Politiker (SPÖ), seit 2000 Landeshauptmann des Burgenlandes
  • Werner Falb-Meixner (* 1960), österreichischer Politiker (ÖVP)
  • Fritz Spiegl (1926–2003), britischer Komponist, Schriftsteller und Journalist österreichischer Herkunft

Literatur[Bearbeiten]

  • Burgenländische Landesregierung (Hrsg.): Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes. Erster Band: Der Verwaltungsbezirk Neusiedl am See. Eisenstadt 1954. Zurndorf: S. 396 – 404.
  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar - erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 14 - 17.
  • Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 753 - 779.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedrichshof
  2. Fabrik für Windräder in Zurndorf auf ORF-Burgenland am 11. März 2012 abgerufen am 11. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zurndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien