Gols

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Dieser Artikel erläutert die burgenländische Gemeinde, den Ort bei Puch bei Hallein, Land Salzburg, siehe Gols (Gemeinde Puch).
Gols
Wappen von Gols
Gols (Österreich)
Gols
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 42,19 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 16° 55′ O47.89777777777816.908888888889130Koordinaten: 47° 53′ 52″ N, 16° 54′ 32″ O
Höhe: 130 m ü. A.
Einwohner: 3.740 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 89 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7122
Vorwahl: +43 2173
Gemeindekennziffer: 1 07 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Hauptstraße 10
7122 Gols
Website: www.gols.at
Politik
Bürgermeister: Hans Schrammel (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
15
8
2
15 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Gols im Bezirk Neusiedl am See
Andau Apetlon Bruckneudorf Deutsch Jahrndorf Edelstal Frauenkirchen Gattendorf Gols Halbturn Illmitz Jois Kittsee Mönchhof Neudorf bei Parndorf Neusiedl am See Neusiedl am See Nickelsdorf Pama Pamhagen Parndorf Podersdorf am See Potzneusiedl Sankt Andrä am Zicksee Tadten Wallern im Burgenland Weiden am See Winden am See Zurndorf Bezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Gols im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Weinkeller in Gols
Freibad Gols
Ortsplan von Gols
Gols (Mitte links) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Gols (ungarisch: Gálos) ist eine im Burgenland gelegene Markt- und Weinbaugemeinde mit 3740 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der Ortsname leitet sich entweder vom Oberhaupt der Bissener, Gal oder vom Heiligen Gallus ab, der mit dem Weinbau in Zusammenhang gebracht wird.

Geografie[Bearbeiten]

Gols liegt im Norden des Burgenlandes, im Bezirk Neusiedl am See, östlich des Neusiedler Sees. Es befindet sich an der Grenze der beiden Landschaften Parndorfer Platte und Heideboden.

Weiden am See Zurndorf
Neusiedl am See (mit den Zitzmannsdorfer Wiesen) Nachbargemeinden
Podersdorf am See Mönchhof und Frauenkirchen

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet nordöstlich des Neusiedlersees ist seit der Steinzeit besiedelt. Funde aus dieser Epoche sowie aus Bronzezeit und Hallstattzeit belegen dies. Auch während der römischen Besetzung (3. bis 5. Jahrhundert) wird hier eine dichte Besiedelung angenommen.

Um das 10. Jahrhundert siedelte hier das Geschlecht der Bissener, das von den Magyaren mit der Sicherung der Westgrenze beauftragt war. 1217 wird der Ort Gols erstmals urkundlich erwähnt. 1582 wurde von Rudolf II. das Marktrecht und das Wappen verliehen. Anfang des 17. Jahrhunderts nahmen Mitglieder der Familie Batthyány süddeutsche protestantische Siedler auf.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gálos verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religion[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hans Schrammel von der SPÖ. Vizebürgermeister sind Karl-Heinz Schuster von der ÖVP und Hans Hackstock von der SPÖ.

Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 15, ÖVP 8, FPÖ 2 Mandate.

Wappen[Bearbeiten]

Auf einem roten Wappenschild ein silberner Turm mit vier Zinnen, der auf drei grünen Hügeln steht, umrankt von Reben mit fünf Weinblättern und zwei reifen gelben Trauben.

Bildung[Bearbeiten]

  • Volksschule
  • Sportmittelschule
  • Volkshochschule
  • Musikschule

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gols

  • Die Katholische Jakobuskirche aus dem 12. und 13. Jahrhundert war anfangs als Wehrkirche Teil einer Festungsanlage.
  • Die Evangelische Pfarrkirche wurde 1818 als schmuckloser turmloser Bau errichtet und 1888 mit Architekt Ludwig Schöne verlängert und mit einem Turm in neoromanistischem Stil versehen.
  • Das denkmalgeschützte barocke Weinkulturhaus als ältestes erhaltenes Haus der Gemeinde dient als Kulturzentrum, Vinothek und Erwin-Moser-Museum.

Musik[Bearbeiten]

Schon im 18. Jahrhundert erwähnen schriftliche Quellen Bläser aus Gols. Um 1900 erfolgte, vermutlich durch Gregor Wurm, eine Wiederbelebung bläserischen Musizierens. Diese Kapelle blieb bis zum Ersten Weltkrieg bestehen. Nach 1922 gab es mehrere kleinere Musikkapellen, die immer wieder als Golser Musikkapelle oder Ortsmusikkapelle Erwähnung finden.

Nach dem politischen Umsturz 1938 entstand eine Großkapelle der Ortskapelle Gols, die Leitung übernahm damals Lorenz Schrammel. Nach dem Krieg war Johann Toth Kapellmeister einer kleineren Musikgruppe. 1970 wurde der Musikverein gegründet.[1]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das zehntägige Golser Volksfest findet jedes Jahr im August statt. Das Volksfest hat vier Standbeine: das eigentliche Golser Volksfest (Musikunterhaltung und Vergnügungspark), die Pannonia (eine Wirtschaftsmesse mit über 230 Ausstellern), die Bezirksweinkost und der Golser Kultursommer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gols ist einer der bedeutendsten Weinorte in Österreich.

Im Ort befinden sich zahlreiche Buschenschänken, Heurige und Weinverkaufsstellen. Zu den Sehenswürdigkeiten von Gols gehören die alten Weinkeller. Rund die Hälfte der Gemeindefläche ist mit Weingärten bedeckt, die etwa 20 % der Bewohner eine Beschäftigung bieten.

Weiters werden in Gols Sekt, Schnäpse, Fruchtweine und ein eigenes Golser Bier hergestellt. Die international bedeutendsten Weinerzeuger der Gemeinde sind die Weingüter Paul Achs, Gernot und Heike Heinrich , Juris Stiegelmar und Anita und Hans Nittnaus.

Durch Golsn führt der von Frauenkirchen kommende und bis zur Einbindung in den Jakobsweg Österreich in Haslau-Maria Ellend überwiegend im Burgenland verlaufenden Jakobsweg Burgenland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Marktgemeinde:

  • Manfred Beck (Rally-Cross-Europameister, 1996)
  • Georg Tischler (Paralympics-Sieger im Kugelstoßen F54, 2004; Weltmeister im Kugelstoßen 2009)
  • Hans Krutzler (Staatsmeister im Voltigieren, 1996)
  • Adi Lunzer (Konditormeister, zahlreiche Goldmedaillen)

Weitere Personen mit Bezug zur Marktgemeinde:

Literatur[Bearbeiten]

  • Aus der Geschichte des Protestantismus und der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. in Gols. Hrsg. v. Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Gols. Wograndl, Mattersburg 1976.
  • Peter Gräftner: Lautlehre der Ortsmundarten von Apetlon, Gols und Weiden im burgenländischen Seewinkel: vom Leben und Sterben der alten Formen. Dissertation, Universität Wien 1966.
  • Hugo Huber (Red.): Gols: Geschichte einer Marktgemeinde. Marktgemeinde Gols, Gols 2006.
  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar - erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 22 - 25.
  • Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 269 - 292.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Blasmusik im Burgenland (Burgenländisches Landesarchiv 1993)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gols – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien