Andau

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Andau
Wappen von Andau
Andau (Österreich)
Andau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 47,27 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 17° 2′ O47.77638888888917.03116Koordinaten: 47° 46′ 35″ N, 17° 1′ 48″ O
Höhe: 116 m ü. A.
Einwohner: 2.375 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7163
Gemeindekennziffer: 1 07 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Andau, Hauptgasse 8
7163 Andau
Website: http://www.andau-gemeinde.at/
Politik
Bürgermeister: Matthias Gelbmann (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(23 Mitglieder)
13
9
1
13 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Andau im Bezirk Neusiedl am See
Andau Apetlon Bruckneudorf Deutsch Jahrndorf Edelstal Frauenkirchen Gattendorf Gols Halbturn Illmitz Jois Kittsee Mönchhof Neudorf bei Parndorf Neusiedl am See Neusiedl am See Nickelsdorf Pama Pamhagen Parndorf Podersdorf am See Potzneusiedl Sankt Andrä am Zicksee Tadten Wallern im Burgenland Weiden am See Winden am See Zurndorf Bezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Andau im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gemeindeamt der Marktgemeinde Andau
Gemeindeamt der Marktgemeinde Andau
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Gedenkstein des Österreichischen Roten Kreuzes bei der Brücke von Andau

Andau ist eine Marktgemeinde mit 2375 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Mosontarcsa.

Geografie[Bearbeiten]

Andau ist der einzige Ort in der Gemeinde. Er liegt am nordwestlichen Rand der Pannonischen Tiefebene. Durch das günstige Klima und die zahlreichen Sonnentage wird das Gebiet um Andau landwirtschaftlich vielseitig genutzt. Das Areal der Marktgemeinde gehört auch zum Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Andau wird 1487 als Zantho erstmals urkundlich erwähnt. Diese Form geht auf das ung. Wort szántó („Acker“) zurück; die Siedlung wurde also nach ihrer Lage an einem Acker benannt und die Gegend war ursprünglich von Ungarn besiedelt. Wie dies auch bei ursprünglich slawischen Ortsnamen in Ostösterreich zwischen 800 und 1200 üblich war, hatte man den ungarischen Anlaut /s/ zunächst als [ts] ins Deutsche übernommen. Später wurde dieser Anlaut mit der bei Ortsnamen häufigen mhd. Präposition ze identifiziert, wodurch als vermeintlich eigentlicher Name nur noch Andau übrig blieb.

Auf denselben Ursprung geht auch der Name der burgenländischen Gemeinde Antau zurück.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Im Zuge des Ungarischen Volksaufstandes im Jahr 1956 flohen über 180.000 Menschen aus Ungarn in westliche Staaten. Eine der letzten Möglichkeit dazu war die Brücke von Andau über den Einser-Kanal, über die mehr als 70.000 Flüchtlinge nach Österreich gelangten. 1956 wurde die Brücke von sowjetischen Truppen gesprengt, 1996 aber wieder aufgebaut und erinnert daher heute an diese Zeit.

Mit der Brücke von Andau beschäftigt sich auch ein Film (Der Bockerer III) mit Karl Merkatz in der Hauptrolle.

Marktgemeinde ist Andau seit 1991 (durch VO 85).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
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30
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56,87 %
(-8,49 %p)
38,79 %
(+8,71 %p)
4,34 %
(-0,22 %p)
2002

2007


Bürgermeister ist LAbg. a.D. Matthias Gelbmann von der SPÖ, der sich bei den Bürgermeisterdirektwahlen 2007 mit 50,8 % nur knapp gegen den ÖVP-Kandidaten Andreas Peck (49,2 %) durchsetzen konnte. Bei den gleichzeitig durchgeführten Gemeinderatswahlen verlor die SPÖ rund 8,5 % und zwei Mandate, konnte jedoch mit 56,9 % die absolute Mehrheit verteidigen. Die ÖVP profitierte von den Verlusten der SPÖ und konnte mit einem Stimmanteil von 38,8 % zwei Mandate hinzugewinnen. Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil mit 4,3 % nahezu halten und somit ihr einziges Mandat verteidigen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Juli 2010 wurde bekannt, dass das Tochterunternehmen des burgenländischen Stromversorgers Burgenländische Elektrizitätswirtschafts Aktiengesellschaft („BEWAG“), die Austrian Wind Power („AWP“) bis 2013 im Gebiet von Andau und Halbturn den Windpark Andau/Halbturn mit insgesamt 93 Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu 186 Metern zu errichten plant.[1] Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorhabens gab es erste Proteste wegen der Anzahl und Höhe der Anlagen. Nachdem die Baugenehmigung Ende 2010 erteilt wurde, befinden sich der Windpark mit nun insgesamt 79 Windkraftanlagen seit Mai 2012 in Bau.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Andau; 1747 als Kapellenbau errichtet und mehrfach erweitert
  • Dreifaltigkeitssäule an der Straße nach Tadten; errichtet um 1920 mit der (schwer entzifferbaren) Inschrift: Errichtet 1920 von der Witwe [...] Unger, geborene Clara Lang zum Andenken an ihre von dem Kriege 1914 vergebens [zurück] erwarteten Kinder.
  • Friedhofskapelle; laut Inschrift 1896 erbaut

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Thomas Reeh (1875–1949), Landwirt und Politiker
  • Josef Peck (1925–1997), Landwirt, Fassbinder und Politiker, von 1963 bis 1992 Bürgermeister von Andau
  • Josef Schmall (1925–2003), Jurist und Politiker
  • Johann Schwarz (* 1933), Landwirt und Politiker

Bildgalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Andau (Hrsg.): Chronik der Marktgemeinde Andau. Andau 1992
  • Michael Hess: Mythos „Brücke von Andau“. In: Pia Bayer (Red.): Vom Traum zum Trauma: der Ungarnaufstand 1956. Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abt. 7 – Landesmuseum, Eisenstadt 2006, ISBN 3-85405-159-X, S. 46–54

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurier vom 26. Juli 2010: Andau: Hoch hinaus aus der tiefen Ebene (Version vom 28. Juli 2010 im Internet Archive) (abgerufen am 26. Juli 2010)
  2. Halbturn & Andau: 79 neue Windräder. In: ORF, 4. Mai 2012. Abgerufen am 5. Mai 2012.