Schljusnoje

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Siedlung
Schljusnoje
Woynothen (Kleinnorkitten)

Шлюзное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Gegründet 1352
Frühere Namen Waynothin (um 1394),
Woinothen (um 1542),
Woynuthen (um 1759),
Wainothen (um 1818),
Woynothen (bis 1938),
Kleinnorkitten (1938–1946)
Bevölkerung 0 Einwohner
(Stand: 1. Okt. 2021)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238178
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 000 097
Geographische Lage
Koordinaten 54° 38′ N, 21° 29′ OKoordinaten: 54° 38′ 2″ N, 21° 29′ 6″ O
Schljusnoje (Europäisches Russland)
Schljusnoje (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Schljusnoje (Oblast Kaliningrad)
Schljusnoje (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Schljusnoje (russisch Шлюзное, deutsch Woynothen, 1938–1945 Kleinnorkitten, litauisch Vainotai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Tschernjachowsk im Rajon Tschernjachowsk.

Geographische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schljusnoje liegt am Südufer des Pregel (russisch: Pregolja) nördlich der Föderalstraße A229 (auch Europastraße 28, früher Reichsstraße 1), 21 Kilometer westlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg). Die nächste Bahnstation ist Meschduretschje (Bahnhof Norkitten) an der Bahnstrecke Kaliningrad–Tschernyschewskoje (Königsberg–Eydtkuhnen/Eydtkau) zur Weiterfahrt nach Litauen und in das russische Kernland.

Das russische Wort „Шлюз“ („Schljus“) bedeutet „Schleuse“ und nimmt Bezug auf die unweit gelegene Schleuse am Pregel, die dem Ort („Schleusenort“) somit den Namen gibt.

Das einstige Waynothin wurde im Jahre 1352 gegründet[2]. Das Gutsdorf wurde am 17. Juni 1721 von Fürst Leopold von Anhalt Dessau (der „alte Dessauer“) gekauft[3]. Am 30. August 1757 brannte der Ort während der Schlacht bei Groß-Jägersdorf nieder und wurde wieder aufgebaut. Ab etwa 1870 wurde das Gut vom Fürstenhaus Anhalt-Dessau verpachtet.

Im Jahre 1874 wurde Woynothen in den neu errichteten Amtsbezirk Norkitten[4] (heute russisch: Meschduretschje) eingegliedert, der bis 1945 zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 lebten in Woynothen 116 Einwohner[5]. Nach nahezu 60-jähriger Pachtzeit übernahm 1926 das Fürstenhaus Anhalt wieder das Gut, allerdings nur bis 1930, danach wurde es wieder verpachtet.

Bereits zwei Jahre früher, am 30. September 1928 gab Woynothen seine Selbständigkeit auf und schloss sich mit den Landgemeinden Mangarben (heute russisch: Priwalowo) und Norkitten (Meschduretschje) und den Gutsbezirken Schloßberg (Botschagi) und Norkitten zur neuen Landgemeinde Norkitten zusammen. Am 3. Juni 1938 verlor der Ort auch seinen bisherigen Namen und wurde aus politisch-ideologischen Gründen in „Kleinnorkitten“ umbenannt.

In Folge des Zweiten Weltkrieges kam das Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Schjusnoje.[6] Der Ort wurde dem Dorfsowjet Meschduretschenski selski Sowet im Rajon Tschernjachowsk zugeordnet und gelangte nach dessen Auflösung im Jahr 1961 in den Bereschkowski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Schlujsnoje zur Landgemeinde Swobodnenskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Tschernjachowsk.

Pregel-Schleuse Nr. 3 bei Schljusnoje

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit von Schljusnoje befindet sich eine wohl in den 1920er Jahren gebaute Pregel-Schleuse[7] als Schleuse (3) neben (1) Snamensk (Wehlau), (2) Talpaki (Taplacken), (4) Meschduretschje (Norkitten) und (5) Saowraschnoje (Schwägerau), deren Maße alle einheitlich bis 45 Meter Länge und sieben Meter Breite betragen, heute nur noch eingeschränkt nutzbar sind[8].

Die überwiegend evangelische Einwohnerschaft Woynothens tesp. Kleinnorkittens war in das Kirchspiel der Kirche Norkitten (Meschduretschje) eingepfarrt. Sie gehörte zum Kirchenkreis Insterburg (Tschernjachowsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Schljusnoje im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Talpaki (Taplacken), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[9] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kleinnorkitten
  3. Norkittensches Gut: Woynothen
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Norkitten
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Insterburg
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  7. Шлюз No. 3 на реке Преголе Pregel-Schleuse Nr. 3 - Bilder von 2010
  8. Der Insterburger Kanal und die Schleusen an den Flüssen Pregolja/Pregel und Lawa/Alle@1@2Vorlage:Toter Link/www.milovsky-gallery.ru (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info