Adalbert von Bayern (1886–1970)

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Adalbert Alfons Prinz von Bayern (* 3. Juni 1886 im Schloss Nymphenburg in München; † 29. Dezember 1970 in München) war ein deutscher Offizier, Historiker, Autor und Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Spanien.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Adalbert war ein Sohn von Ludwig Ferdinand von Bayern (1859–1949) und dessen Ehefrau María de la Paz (1862–1946), Infantin von Spanien. Er war ein Urenkel Königs Ludwig I. von Bayern.

Militärkarriere[Bearbeiten]

Adalbert wurde nach seinem Abitur an einem Humanistischen Gymnasiums 1903 als Leutnant im 1. Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold“ eingestellt, ohne das er jedoch aktiven Dienst versah. Erst 1905 trat er seinen Dienst an und absolvierte von 1911 bis 1914 die Kriegsakademie, die ihm jedoch keine besondere Qualifikation aussprach.[1] In der Zwischenzeit wurde Adalbert zum Oberleutnant sowie zum Hauptmann befördert.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs rückte er als Führer der 5. Batterie seines Regiments ins Feld und beteiligte sich an den Kämpfen in Lothringen und Frankreich. 1915 wurde Adalbert dem Generalkommando des I. Armee-Korps zugewiesen. Er kam dann 1916, nunmehr als Rittmeister, wieder ins Feld und wurde Eskadronchef im 2. Schwere-Reiter-Regiment „Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este“. Mit dem Regiment war er bis 1917 an den Kämpfen an der Ostfront beteiligt. Er kehrte dann kurzzeitig als Major und Abteilungskommandeur zum 1. Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold“ nach Frankreich zurück und war dann bei der Kavallerie-Division in Rumänien. 1918 kämpfe Adalbert schließlich wieder in Frankreich als Führer der I. Abteilung im 1. Feldartillerie-Regiment „Prinzregent Luitpold“.

Nach dem Waffenstillstand von Compiègne und der Demobilisierung wurde Adalbert aus dem Militärdienst verabschiedet.

Weiteres Leben[Bearbeiten]

Adalbert studierte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte zum Dr. phil. In der Folge arbeitete er als Schriftsteller und veröffentlichte auf der Grundlage seiner historischen Studien zahlreiche Bücher und Schriften.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Heer der Wehrmacht reaktiviert. Adalbert diente als persönlicher Ordonnanzoffizier von Generaloberst bzw. Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. 1941 schied er aufgrund des „Prinzenerlasses“ als „wehrunwürdig“ aus der Militärdienst aus und zog sich nach Schloss Hohenschwangau zurück. Während der Zeit der amerikanischen Militärregierung wurde er kurzzeitig beauftragt, das Bayerische Rote Kreuz aufzubauen.

1952 erhielt Adalbert durch Bundeskanzler Konrad Adenauer die Berufung nach Madrid zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Spanien. Er baute die deutsche Vertretung in erster Linie aufgrund seiner persönlichen Verbindungen auf. 1956 schied er aus diesem Amt aus.

Adalbert liegt auf dem Friedhof bei der Klosterkirche Andechs begraben.

Familie[Bearbeiten]

Adalbert heiratete 1919 seine Nichte dritten Grades Auguste Gräfin von Seefried auf Buttenheim (1899–1978). Sie war die Tochter von Otto Graf von Seefried auf Buttenheim (1870–1951) und dessen Ehefrau Elisabeth Marie von Bayern (1874–1957), die mütterlicherseits eine Urenkelin sowohl von Kaiser Franz Joseph als auch von Prinzregent Luitpold von Bayern und väterlicherseits die Urenkelin des bayerischen Generals und griechischen Kriegsministers Heinrich Christian von Schmaltz (1787–1865) war.

Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor:

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Das Ende der Habsburger in Spanien. (2 Bände). Bruckmann Verlag. München 1929.
  • Vier Revolutionen und einiges dazwischen. Siebzig Jahre aus dem Leben der Prinzessin Ludwig Ferdinand von Bayern, Infantin von Spanien. Hans Eder Verlag. München 1932.
  • An Europas Fürstenhöfen. Lebenserinnerung der Infantin Eulalia von Spanien 1864–1931. Verlag Robert Lutz Nachfolger Otto Schramm. Stuttgart 1936.
  • Eugen Beauharnais. Der Stiefsohn Napoleons. Ein Lebensbild. Propyläen Verlag. Berlin 1940.
  • Nymphenburg und seine Bewohner. Oldenbourg Verlag. München 1949.
  • Max I. Joseph von Bayern. Pfalzgraf, Kurfürst und König. Bruckmann Verlag. München 1957.
  • Die Herzen der Leuchtenberg. Chronik einer napoleonisch-bayerisch-europäischen Familie. Prestel Verlag. München 1963.
  • Der Herzog und die Tänzerin. Die merkwürdige Geschichte Christians IV. von Pfalz-Zweibrücken und seiner Familie. Pfälzische Verlagsanstalt. Neustadt/Weinstraße 1966.
  • Als die Residenz noch Residenz war. Prestel Verlag. München 1967.
  • Die Wittelsbacher. Geschichte unserer Familie. Prestel Verlag. München 1979.
  • Erinnerungen 1900–1956. Langen-Müller Verlag. München 1991.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Othmar Hackl: Die Bayerische Kriegsakademie (1867–1914). C.H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung. München 1989. ISBN 3-406-10490-8. S. 401.