Albrecht Selge

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Albrecht Selge (* 1975 in Heidelberg) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht Selge im Schloss Bonndorf (2013)

Aufgewachsen in West-Berlin, studierte Selge Germanistik und Philosophie in Berlin und Wien. Er war bis 2011 Chefredakteur einer Berliner Audioguide-Firma, die akustische Spaziergänge durch europäische Metropolen produziert. Daneben schrieb er Fachtouren zum Thema Stadtumbau zur Internationalen Bauausstellung 2010.

Sein Debütroman "Wach" (2011) handelt vom Manager eines Einkaufszentrums, der, unter Schlaflosigkeit leidend, durch eine ungenannte, an Berlin erinnernde Großstadt streunt. Die Kritik lobte einerseits: "Während Döblin die Beschleunigung einer molochartig wuchernden Metropole aufgriff, drosselt Selge die Geschwindigkeit. Ihm schwebt keine Symphonie der Großstadt vor; vielmehr entdeckt er die Langsamkeit, die fast in Stille übergeht, und so erweist sich „Wach“ als subtil komponiertes Adagio für kleine Besetzung." [1] Andererseits wurde bemängelt, "dass seinem Roman ein wenig mehr Tempo und ein paar nicht nur aus Stadtstreifzügen bestehende Handlungsstränge guttäten." [2] Gustav Seibt schrieb von einem "schönen, stillen, oft auch komischen Buch", das "als Erinnerungsspeicher an das Berlin unserer Jahre dienen" werde.[3]

"Wach" wurde 2011 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert und erhielt den Klaus-Michael Kühne-Preis des Harbour Front Literaturfestivals Hamburg. [4] In der Begründung der Jury heißt es: „Selge weiß genau, was er tut; mag sein Roman auch durchdrungen sein von kulturgeschichtlichen Verweisen, präsentiert er diese doch auf so spielerische Art, dass sich der Leser amüsiert und bestens unterhalten fühlt.“ [5]

Selges zweiter Roman „Die trunkene Fahrt“ (2016) beschreibt ein Männerquartett, das einen Tag lang in einem rostigen Fiat Panda durch Südtirol fährt und, immer betrunkener werdend, bildungsbürgerliche Gespräche über Literatur und Musik führt. Die Schrift des Buchs wird allmählich kleiner und „verliert sich in nicht mehr entzifferbare grau-schwarze Pünktchen“.[6]

Selge führt den Blog Hundert11 - Konzertgänger in Berlin über klassische Musik.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Juli 2011
  2. Neue Zürcher Zeitung vom 9. August 2011
  3. Süddeutsche Zeitung vom 2. September 2011
  4. Hamburger Abendblatt vom 23. September 2011
  5. Harbour Front Literaturfestival (Memento des Originals vom 12. November 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.harbour-front.org
  6. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: "Die trunkene Fahrt" von Albrecht Selge: Kalauer bis die Buchstaben kollabieren. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 1. September 2016.