Alexander Graf von Schönburg-Glauchau

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Alexander Graf von Schönburg-Glauchau (* 15. August 1969 in Mogadischu, Somalia) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller sowie Chef des gräflichen Glauchauer Zweigs des Hauses Schönburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander von Schönburg (den Zusatz -Glauchau verwendet er für seine Veröffentlichungen kaum) ist der Sohn von Joachim Graf von Schönburg-Glauchau und Beatrix Gräfin Széchenyi de Sárvár-Felsővidék. Seine Geschwister sind Gloria von Thurn und Taxis, Maya Flick und Carl Alban von Schönburg sowie Anabel Maya-Felicitas aus der zweiten Ehe des Vaters mit Ursula Zwicker. Seit dem Verzicht seines älteren Bruders Carl Alban auf die Position des Familienoberhaupts 1995 ist er „Chef“ des gräflichen Zweigs des bis 1740 bzw. 1779 souveränen und bis 1919 standesherrlichen Hochadelsgeschlechts von Schönburg. Die Angehörigen der Glauchauer Linie der Schönburgs führen nach der Tradition des Adelsrechts das ihnen 1878 verliehene „Prädikat Erlaucht“.

Tätigkeit als Journalist und Schriftsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Alexander von Schönburg 1999 als Mitglied des sogenannten „popkulturellen Quintetts“ (mit Christian Kracht, Eckhart Nickel, Benjamin von Stuckrad-Barre und Joachim Bessing). Daneben war er als freier Journalist tätig (u.a. für Esquire, Die Zeit und Die Weltwoche). Einen Bestseller landete er 2005 mit Die Kunst des stilvollen Verarmens, in dem er laut Verlagsanzeige die Erkenntnisse aus „500 Jahre[n] Familienerfahrung in sozialem Abstieg“ verwertete.[1]

Alexander von Schönburg war Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Chefredakteur des Magazins Park Avenue. Im Jahr 2006 gab er nach Angaben des Verlags diesen Posten auf eigenen Wunsch auf und wurde durch Andreas Petzold ersetzt.[2]

Anschließend war Schönburg Kolumnist der deutschen Ausgabe von Vanity Fair sowie der Bild-Zeitung und der Weltwoche. Seit 2009 ist Alexander von Schönburg Mitglied der Chefredaktion der Bild-Zeitung.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fröhliche Nichtraucher (2003)

In seiner Publikation „Der fröhliche Nichtraucher“ von 2003 beschreibt Schönburg die angebliche Schwierigkeit des Aufhörens als Mythos, der unter anderem von der Zigarettenindustrie gefördert würde. In Wirklichkeit sei es „zu leicht“, mit dem Rauchen aufzuhören, „als dass es ein nennenswerter Kampf sein könnte.“ Michael Jeisman von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lobt diese „Entdramatisierung“ der Entwöhnung und den Ansatz bei einem „Hedonismus des Verzichts und der Willensstärke“. [3]

Am Ende aber nimmt von Schönburg dann doch einen tiefen Zug von innerweltlicher Erlösung: ein ontologischer Mehrwert und ein vitalistisches Prinzip zur Letztbegründung müssen doch wieder hinzugezogen werden. Da ist wieder von persönlicher Fortentwicklung, höherem Selbstbewußtsein und dem besseren Leben die Rede. Vielleicht ein geschickter Schachzug: Warten all diese hohen Werte der Selbstverwirklichung nicht auch darauf, in künftigen Ratgebern so weit von ihrer Aura befreit zu werden, bis nicht einmal die Köpfe mehr rauchen?[4]

Ijoma Mangold beurteilt die Leistung des Buches als die Lösung der „verflixte(n) Dialektik von Selbstbestimmung und Selbsterhaltung“.

„Zur Würde des Menschen gehört die Freiheit. Natürlich auch die Freiheit, sich Schaden zuzufügen. Aber man hat auch das Recht, sich Gutes zu tun.“

Die Kunst des stilvollen Verarmens (2005)

Stefan Volk vom Bücher-Magazin verurteilt die Publikation wegen ihrer Verlogenheit und Oberflächlichkeit. Schönburg ignoriere, dass Armut das Gegenteil von selbstbewusstem Konsumverzicht bedeutet. „Armut heißt, es sich nicht aussuchen zu können. Von all den Zwängen, den fehlenden Entscheidungsspielräumen, Existenzängsten liest man bei Alexander von Schönburg so gut wie nichts. Stattdessen fordert er dazu auf, sich freudig, spielerisch in sein Schicksal zu fügen. Das ist stockkonservativ, zutiefst verlogen und zynisch bis ins Mark.“[5]

Dorothea Dohms kommt nach einer ausführlichen Inhaltsangabe zu dem Schluss, es sei schwer vorstellbar, dass Hartz-IV-Betroffene und 1-Euro-Jobber diesen „Briefen aus dem adeligen Krähwinkel“ etwas Vergnügen abgewinnen könnten. „Cui bono also? Ein Glossar, das witzig und lesenswert ist und die Dinge auf den Punkt bringt, macht leider ein für die meisten Leser irrelevantes Buch nicht lesenswerter.“

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heirat und Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. April 1999 (kirchl. Heusenstamm 29. Mai 1999) heiratete Alexander Graf von Schönburg-Glauchau in Berlin Irina Verena Prinzessin von Hessen. Sie haben eine Tochter und zwei Söhne.

Verwandtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch seine Frau, deren Großmutter Prinzessin Sophie von Griechenland (1914−2001) war, ist Schönburg ein Großneffe von Prinzgemahl Philipp von Großbritannien und somit auch von Queen Elisabeth II. Durch den gemeinsamen Vorfahren John Churchill, 1. Duke of Marlborough ist er zudem ein Cousin 8. Grades der verstorbenen Lady Di. Über Marlborough und dessen Vorfahren König Eduard I. von England lässt sich seine Ahnenreihe auch bis auf Wilhelm den Eroberer zurückverfolgen.

Ahnentafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorfahren von Alexander Graf von Schönburg-Glauchau
Ururgroßeltern

Graf
Karl von Schönburg-Forderglauchau
(1832–1898)
∞ 1864
Gräfin
Adelheid von Rechteren-Limpurg
(1845–1873)

Graf
Bohuslaw Chotek von Chotkow und Wognin
(1829–1896)
∞ 1859
Gräfin
Wilhelmine Kinsky von Wchinitz und Tettau
(1838–1885)

Graf
Adam Baworów-Baworowski

Gräfin
Franziska von Hardegg auf Glatz und im Machlande

Graf
Victor Paul Chorinsky, Freiherr von Ledske (1883–1901)
∞ 1863
Gräfin
Anna von Trauttmansdorff-Weinsberg (* 1843)

Graf
István Széchenyi (* 1791)
∞ 1836
Gräfin
Crescência von Seilern und Aspang
(1799–1875)

Gregoriu Christopoulos

Eufrosyne Caravas

Fürst
Pavel Gallitzin (1822–1871)

Prinzessin
Ekaterina Trubetskoy (1831–1918)

Fürst
Nikolai Petrovich Mestschersky

Gräfin
Maria Alexandrowna Panin

Urgroßeltern

Graf Joachim von Schönburg-Glauchau (1873–1943)
∞ 1898
Gräfin Oktavia Chotek von Chotkowa und Wognin (1873–1946)

Graf Rudolf Baworow-Baworowski (1865–1931)
∞ 1850
Gräfin Fanny Anna Chorinsky, Freiin von Ledske (1876–1963)

Graf Edmund Széchényi von Sárvár-Felsövidék (1839–1922)
∞ 1891
Eulalia Christopulos (1854–1918)

Prinz Paul Gallitzin (1856–1916)
∞ 1887
Prinzessin Alexandra Nikolajewna Meshcherskaya (1864–1941)

Großeltern

Graf Karl von Schönburg-Glauchau (1899–1945)
∞ 1927
Gräfin Maria Anna Baworowska (1902–1988)

Graf Valentin Széchényi von Sárvár-Felsövidék (1893–1954)
∞ 1921
Prinzessin Maria Gallitzin (1895–1976)

Eltern

Joachim Graf von Schönburg-Glauchau (1929–1998)
∞ 1957
Beatrix Maria Széchényi de Sárvár-Felsövidék [6] (* 30. Januar 1930)

Alexander Graf von Schönburg-Glauchau (* 1969)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kunst des stilvollen Verarmens Werbetext des Rowohlt Verlags
  2. Andreas Petzold übernimmt Chefredaktion von PARK AVENUE Pressemitteilung des Verlagshauses Gruner + Jahr vom 22. August 2006
  3. Nur nicht gleich in die Luft gehen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. November 2003, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 11. Juni 2016]).
  4. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. November 2003, S. 37
  5. buecher-magazin.de | Überschätzte Bücher: - Alexander von Schönburg: Die Kunst des stilvollen Verarmens. In: www.buecher-magazin.de. Abgerufen am 11. Juni 2016.
  6. Online Gotha der Familie Széchényi
  7. schoenerlesen.de: Rezension
  8. Badische Zeitung, Panorama, Interview, 16. Februar 2015, Martina Philipp, badische-zeitung.de: Über die Tücken und Finessen des Smalltalks