Alfons Rissberger

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Alfons Rissberger

Alfons Rissberger (* 25. Mai 1948 in Worms) ist ein deutscher Unternehmer, Unternehmensberater und Autor sowie Ideengeber und Gründungsvorstand der Initiative D21, der größten Initiative zwischen Politik und Wirtschaft für die digitale Zukunft Deutschlands.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rissberger ist seit 43 Jahren Berater für Politik und Wirtschaft mit dem Schwerpunkt: Erfolg und Effizienz im IT-Zeitalter, insbesondere IT-Einsatz im Management und im Bildungswesen. Er war 1987 der erste deutsche Forscher, der einen BKL-Modellversuch[2] zum E-Learning unter Einbezug einer Grundschule verantwortete.

Rissberger war von 1985 bis 1993 verantwortlich für Informationstechnische Grundbildung und E-Learning im Bildungswesen im rheinland-pfälzischen Kultusministerium, von 1993 bis 2005 Geschäftsführer der DVZ Datenverarbeitungszentrums Mecklenburg-Vorpommern GmbH und ist seitdem Inhaber des Unternehmens Rissberger Strategie Consulting in Hamburg und Schwerin.

Rissberger ist in zweiter Ehe verheiratet. Er hat aus erster Ehe zwei Kinder.

Er studierte nach einer Fernsehtechniker-Handwerkslehre Elektrotechnik, Informatik und Berufspädagogik – mit den Schwerpunkten Pädagogische Psychologie und Politikwissenschaften – in Frankfurt und Darmstadt. Er ist Diplomingenieur und verfügt über das erste und zweite Staatsexamen als Berufspädagoge.

Sein Studium finanzierte der Sohn eines Schlossers unter anderem als Nacht-Fracht-Arbeiter am Frankfurter Flughafen und durch den Aufbau der Informatik-Kurs-Systeme an den Volkshochschulen Frankfurt-Höchst und seiner Heimatstadt Worms. Das Konzept dieser Informatik-Kurse war Grundlage für die Empfehlungen der Gesellschaft für Informatik und des Deutschen Volkshochschul-Verbandes für die Erwachsenenbildung.

Von 1970 bis 1991 übte er eine Lehr- und Leitungstätigkeit im Schul- und Hochschulbereich sowie in der Weiterbildung von Führungskräften der Wirtschaft aus; Schwerpunkt war Angewandte Informatik; u. a.: von 1979 bis 1991 als Hochschullehrer in den Fachbereichen Informatik, Handel, Außenhandel, Steuerwesen und Touristik an der Fachhochschule des Landes Rheinland-Pfalz, Standort Worms. Zehn Jahre war er Dozent im BASF-Führungskolleg am Universitätsseminar der Wirtschaft, Wasserschloss Gracht in Liblar bei Köln.

Seit 1974 ist Rissberger Berater für Politik und Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Erfolg und Effizienz im IT-Zeitalter, unter anderem als Sachverständiger der Enquete-Kommission Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft des Deutschen Bundestages, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Konrad-Adenauer-Stiftung, Ideengeber und Vorsitzender des Multimediabeirats Mecklenburg-Vorpommern, Initiator und Leiter zahlreicher Forschungsprojekte im Bereich E-Learning, Initiator und Autor von TV- und Videoproduktionen, Initiator und Autor erstmaliger Lehrbücher und zahlreicher Veröffentlichungen.

Von 1985 bis 1993 war Rissberger unter anderem Leiter des Bereichs Neue Informations- und Kommunikationstechniken im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung Rheinland-Pfalz, Mainz, verantwortlich für die Einführung der ITG Informationstechnischen Grundbildung an allen allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufen des Landes und Herausgeber des ersten deutschen ITG-Schulbuchs im Klett-Verlag. Rissberger war Ideengeber und Leiter mehrerer erstmaliger deutscher und europäischer BLK-Modellversuche im Bereich E-Learning. Er ist Ideengeber neuer Schulformen (u. a. Höhere Berufsfachschule Informatik) und für neue Ausbildungsberufe.

1994 war er Initiator des Berliner Memorandums Aktiver Lernen: Multimedia für eine bessere Bildung[3][4]

1999 war er Ideengeber und Gründungsvorstand der Initiative D21 mit Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vorsitzendem des Beirats.

Von 2001 bis 2005 war Rissberger Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der DVZ Consulting GmbH, Schwerin.

2001 hatte Rissberger ein konzertiertes nationales Projekt E-Learning im deutschen Bildungswesen gefordert und mit dem Konzept für eine erste virtuelle Universität Deutschlands VirtuS – Virtuelle Universität Schwerin konkretisiert.[5][6][7] Das Projekt kam allerdings bisher (Stand 2016) nicht zustande.

2007 war er Initiator und Mitherausgeber des Berliner Memorandums VirtusD Virtuelle Universität Deutschland – E-Learning für eine bessere Bildung an den Hochschulen.[8][9]

Seit 2006 ist Rissberger Inhaber der Rissberger Strategie Consulting, Hamburg und Schwerin.

Er ist seit 1976 Sozialdemokrat und war Parteivorsitzender und Fraktionssprecher in seiner ehemaligen Heimatgemeinde Worms-Horchheim.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007 Ideengeber und Mitherausgeber des Berliner Memorandum VirtusD Virtuelle Universität Deutschland
  • 1999 Ideengeber und Gründungsvorstand der Initiative D21 (heute: größte europäische Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft)
  • 1998 Ideengeber und Leiter „IIR-Seminar Informationstechnologie für Führungskräfte“
  • 1994 Ideengeber und Mitautor Berliner Memorandum Multimedia für eine bessere Bildung
  • 1991 BLK-Modellversuch CLIP (Computerunterstütztes Lernen im Primarbereich; erster Modellversuch in Deutschland an Grundschulen auf der Basis Windows), BLK = Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung
  • 1988 BLK-Modellversuch „CULAS Computerunterstütztes Lernen an Allgemeinbildenden Schulen“, 1. Modellversuch in Deutschland auf der Basis MS-DOS
  • 1987 BLK-Modellversuch TOAM (erster Modellversuch in Europa zur wissenschaftlich begleiteten Nutzung computerunterstützter Lernsystemen an allen allgemeinbildenden Schularten inkl. Grundschule)
  • 1987 Ideengeber und Herausgeber des ersten deutschsprachigen Lehrbuchs Informationstechnische Grundbildung (ITG) im Klett-Verlag
  • 1986 Ideengeber und Mitautor der Videoproduktion Computer in der Arbeitswelt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
  • 1985 BLK-Modell-Versuch Mikrocomputer an technischen Schulen (MATS)
  • 1985 ITG-Schulfernsehen der ARD
  • 1985 BLK-Modell-Versuch Informationsstelle Schule und Computer
  • 1985 BLK-Modell-Versuch Informationstechnische Grundbildung (ITG)
  • 1984 Ideengeber und Autor des ersten deutschsprachigen Lehrbuchs Informatik für technische Berufe (Teubner-Verlag)
  • 1983 Ideengeber und Gründung „Höhere Berufsfachschule Informatik“, Bildungszentrum Worms
  • 1982 Ideengeber „Neuer Ausbildungsberuf Mikroelektroniker“ an die Bundesregierung (realisiert 1997)

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984 Ideengeber und Mitherausgeber des ersten deutschsprachigen Lehrbuchs „von Putkammer/Rissberger: Informatik für technische Berufe“ (Teubner-Verlag)
  • 1986 Ideengeber und Herausgeber des ersten deutschsprachigen Lehrbuchs „Informationstechnische Grundbildung (ITG)“ (Klett-Verlag). Rissberger hat bereits 1990 in der 2. Auflage in seinem „Ausblick“ die Grundlagen und Auswirkungen von E-Learning eingehend aufgezeigt. http://www.rissberger.de/pages/klett.html
  • 1993 Herausgeber „Abschlussbericht des Modellversuchs CULAS Computerunterstütztes Lernen an allgemeinbildenden Schulen“, Ministerium für Bildung und Kultur Rheinland-Pfalz (v. Hase & Koehler Verlag Mainz)
  • Weitere Literatur bei www.worldcat.org

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/13685786
  2. Die BLK: Rückblick auf 37 Jahre im Dienst von Bund und Ländern. In: www.blk-bonn.de. Abgerufen am 17. April 2016.
  3. Moderne Analphabeten. Bildungsexperte Alfons Rissberger über Computer im Unterricht. In: Der Spiegel, 48. 28. November 1994; abgerufen am 17. April 2016.
  4. Berliner Memorandum. Aktiver Lernen: Multimedia für eine bessere Bildung. In: Fachportal Pädagogik. Abgerufen am 17. April 2016.
  5. Susanne Menck: Alfons Rissberger – Virtuelle UNI. In: www.rissberger.de. Abgerufen am 17. April 2016.
  6. https://tu-dresden.de/bu/wirtschaft/wiim/ressourcen/dateien/dateien/counsel/VirtusD_Memorandum.pdf?lang=de
  7. Alfons Rissberger: VirtuS Virtuelle Universität Schwerin. In: www.rissberger.de. Abgerufen am 17. April 2016 (PDF; 111 KB).
  8. Berliner Memorandum "VirtusD Virtuelle Universität Deutschland – E-Learning für eine bessere Bildung an den Hochschulen". In: www.cedis.fu-berlin.de. 15. Januar 2007; abgerufen am 17. April 2016.
  9. Berliner Memorandum – VirtusD Virtuelle Universität Deutschland. In: www.cedis.fu-berlin.de/. 13. Januar 2007; abgerufen am 17. April 2016.