Ali MacGraw

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Ali MacGraw (* 1. April 1939 in Pound Ridge, New York; eigentlich Elizabeth Alice MacGraw) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie entstammt einer wohlhabenden Familie; ihr Vater war Besitzer einer Tankstellen-Kette, ihre Mutter Künstlerin. 1957 wurde sie in Atlantic City, wo sie während ihrer College-Zeit jobbte, zur schönsten Hotelkellnerin der Saison gewählt. Sie studierte Kunstgeschichte und Literatur am Wellesley College und arbeitete ab 1960 als Foto-Assistentin bei der Modezeitschrift Harper’s Bazaar, aber auch als Stylistin und Innenarchitektin. Schließlich wurde sie als Fotomodell entdeckt und 1968 kam sie zum Film. Gleich in ihrem ersten Streifen, Der schnellste Weg zum Jenseits (A Lovely Way to Die; Regie: David Lowell Rich) spielte sie in einer kleinen Rolle an der Seite von Weltstar Kirk Douglas; der Film war allerdings ein Flop.

Mit ihren glatten, langen schwarzen Haaren und ihrem kaum geschminkten, natürlich wirkenden Gesicht galt Ali MacGraw Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre in den USA als neuer Typ des „unverbrauchten College-Girls“.

1960 heiratete sie Robin Martin Hoen, die Ehe wurde nach zwei Jahren geschieden.[1]

1969 wurde MacGraw durch ihre Rolle in der Komödie Zum Teufel mit der Unschuld (Regie: Larry Peerce) einem größeren Publikum bekannt und sie gewann einen Golden Globe als Beste Nachwuchsdarstellerin. Am 24. Oktober 1969 heiratete sie ihren Mentor in Hollywood, den Filmproduzenten Robert Evans, mit dem sie den Sohn Joshua Evans, ebenfalls Schauspieler, hat.

Dieser baute MacGraw mit dem Melodram Love Story (1970, Regie: Arthur Hiller) zum Star auf. Sie spielte darin eine Studentin, die sich in einen Kommilitonen (Ryan O’Neal) verliebt und schließlich an einer Blutkrankheit stirbt. Love Story traf den Zeitgeist und wurde mit einem Einspielergebnis von über 100 Millionen Dollar zu einem der größten Filmerfolge der frühen 1970er Jahre.

MacGraw erhielt Auszeichnungen als schlechteste Schauspielerin (Harvard Lampoon’s Worst Actress of the Year, 1970 und 1972), gewann aber auch einen weiteren Golden Globe (von insgesamt drei in ihrer Karriere) und wurde für einen Oscar nominiert. In Deutschland, wo sie nach Love Story zu den populärsten Schauspielerinnen zählte, erhielt sie bis 1973 in der Leserwahl dreimal den Bravo Otto der Jugendzeitschrift BRAVO. Trotz ihrer Popularität konnte die Schauspielerin jedoch nie wieder an den Erfolg von Love Story anknüpfen. Sie drehte in den 1970er Jahren nur noch drei weitere Filme, von denen keiner auch nur annähernd so erfolgreich war.

Nach ihrer Scheidung 1972 heiratete sie 1973 Steve McQueen, neben dem sie in Sam Peckinpahs Actionthriller Getaway (The Getaway) zu sehen war. 1978 wurde die Ehe geschieden. Im selben Jahr spielte sie an der Seite von Kris Kristofferson die weibliche Hauptrolle in Convoy (Regie: Sam Peckinpah), einem Actionfilm im Truckermilieu.

1979 folgte das wenig erfolgreiche Tennis-Opus Spiel mit der Liebe (The Players; Regie: Anthony Harvey) mit u. a. Maximilian Schell und ein Jahr später der Flop Sag mir, was du willst (Just Tell, Me What You Want; Regie: Sidney Lumet) mit Altstar Myrna Loy. Damit war MacGraws Filmkarriere in Hollywood beendet.

Im Fernsehen blieb sie präsent. Sie spielte Haupt- und Nebenrollen vor allem in Thrillern, aber auch in Serien. 1985 war MacGraw für eine Staffel in der Fernsehserie Der Denver-Clan als Lady Ashley Mitchell zu sehen. Ihre Hoffnung auf eine Fortsetzung der Rolle auch in der nächsten Staffel wurde von Aaron Spelling zunichtegemacht; sie musste in der Erfolgsserie den Serientod sterben. 1993 spielte sie Uncle Jane Merkel in der Serien-Fortsetzung Rauchende Colts – Er ist das Gesetz (Gunsmoke: The Long Ride) neben James Arness als Matt Dillon und James Brolin.

Nach einem Aufenthalt im bekannten Betty Ford Center für Suchtkranke lebte MacGraw in den 1980er Jahren als Innenarchitektin in Malibu, wo sie Häuser ihrer ehemaligen Kollegen beim Film, u. a. das von Nick Nolte und Faye Dunaway, neu gestaltete. Während dieser Zeit lebte sie in einer Hütte am Strand. Sie verfasste ihre Autobiografie Moving Pictures, in der sie offen über ihre Suchtprobleme und ihre Promiskuität schrieb.

1991 wurde sie von der Zeitschrift People in eine Liste der 50 schönsten Menschen weltweit aufgenommen.

Später wandte sie sich Esoterik und Yoga zu und veröffentlichte 1994 mit dem Yogalehrer Erich Schiffmann aus Santa Monica erfolgreich ein Video. Heute lebt Ali MacGraw zurückgezogen in New Mexico.

2001 tauchte sie wieder in einem Kinofilm auf, sie hatte einen Auftritt in einer Regiearbeit ihres Sohnes Joshua Evans: Glam, gedacht als Satire auf den Hollywood-Betrieb; der Film wurde von der Kritik verrissen.

Von Oktober 2015 bis Mitte 2016, 45 Jahre nachdem der Film Love Story 1970 in die Kinos kam, tourt Ali MacGraw mit ihren damaligen Schauspielkollegen Ryan O'Neal mit dem Bühnenstück Love Letters durch die USA.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968: Der schnellste Weg zum Jenseits (A Lovely Way to Die)
  • 1969: Zum Teufel mit der Unschuld (Goodbye, Columbus)
  • 1970: Love Story
  • 1972: Getaway (The Getaway)
  • 1978: Convoy
  • 1979: Spiel mit der Liebe (Players)
  • 1980: Sag mir, was du willst (Just Tell Me What You Want)
  • 1983: Der Feuersturm (Winds of War, TV-Siebenteiler)
  • 1983: Das Drogen-Syndikat (Fernsehfilm, China Rose)
  • 1985: Der Denver-Clan (Dynasty, Fernsehserie, 13 Folgen)
  • 1985: Mörder-Elite (Murder Elite)
  • 1992: Segeltour des Grauens (Fernsehfilm, Survive the Savage Sea)
  • 1993: Rauchende Colts – Der lange Ritt (Fernsehfilm, Gunsmoke – The Long Ride)
  • 1994: Tod in Bangkok (Natural Causes)
  • 1994: Ali MacGraw: Yoga (auch Produzentin) – Video
  • 1997: Glam

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ali MacGraw – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel über ihre Ehe und Scheidung
  2. Ryan O'Neal and Ali MacGraw: 'Fame is brutal for women'. In: The Guardian. 16. Oktober 2015, abgerufen am 28. Oktober 2015.