Amt Jever

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Amt Jever (1910)
Deutscher Bundesstaat Großherzogtum Oldenburg
Freistaat Oldenburg
Bestandszeitraum 1814–1933
Verwaltungssitz Jever
Fläche 333 km²
Einwohner 19.271
Bevölkerungsdichte 58 Einw./km²
Gemeinden 21
Lage in Oldenburg
Lage in Oldenburg

Das Amt Jever war ein Verwaltungsbezirk des Großherzogtums Oldenburg und des späteren Freistaates Oldenburg. Der Sitz des Amtes befand sich in Jever. Die Funktion der oldenburgischen Ämter entsprach weitgehend der Funktion der Landkreise im übrigen Deutschen Reich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Jever stand seit 1814 unter oldenburgischer Verwaltung und wurde 1818 endgültig von Russland an Oldenburg übereignet. Das Gebiet der Herrschaft Jever war in die Stadt Jever sowie die Ämter Jever, Minsen und Tettens gegliedert. Das Amt Jever umfasste zu dieser Zeit Cleverns, Heppens, Neuende, Sande, Sandel, Schortens, Sillenstede sowie die Vorstadt von Jever, die nicht zur eigentlichen Stadt Jever gehörte.[1] Zum Amt Minsen gehörten Minsen, Oldorf, Pakens, Waddewarden, Wiarden sowie Wüppels und zum Amt Tettens gehörten Tettens, Hohenkirchen, Middoge, St. Joost und Wiefels.

1844 wurde die bis dahin eigenständige jeversche Vorstadt in die Stadt Jever eingegliedert und schied aus dem Amt Jever aus. 1853 wurde das Jadegebiet aus dem Amt Jever herausgelöst und an Preußen abgetreten. Im Jadegebiet entstand in der Folgezeit die Stadt Wilhelmshaven. Im Rahmen einer Verwaltungsreform traten 1858 die Gemeinden der aufgelösten Ämter Minsen und Tettens zum Amt Jever hinzu, ebenso die Gemeinden der ehemaligen Herrschaft Kniphausen, die seit 1854 ein oldenburgisches Amt gewesen war.

Nachdem durch das Wachstum von Wilhelmshaven die Bevölkerung im südlichen Teil von Neuende stark zugenommen hatte, wurde 1879 aus einem Teil von Neuende die neue Gemeinde Bant gebildet. Die Insel Wangerooge bildete seit 1885 eine eigene Gemeinde im Amt Jever. 1902 wurden Bant, Heppens und Neuende, die sich zu städtisch geprägten Vororten von Wilhelmshaven entwickelt hatten, aus dem Amt Jever ausgegliedert und zum Amt Rüstringen zusammengefasst.

Bei der Verwaltungsreform von 1933 wurde das Amt Jever aufgelöst und ging im Amt Friesland auf, aus dem 1939 der Landkreis Friesland wurde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amt Jever[2] 1900 1910 1925
Einwohner 44.006 19.271 21.858

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt Jever umfasste zuletzt 21 Gemeinden (Stand 1. Dezember 1910):[3]

Gemeinde Einwohner
Accum 537
Cleverns 634
Fedderwarden 1903
Hohenkirchen 1624
Middoge 441
Minsen 825
Oldorf 306
Pakens 645
Sande 2177
Sandel 352
Sankt Joost 259
Schortens 3274
Sengwarden 1340
Sillenstede 1106
Tettens 1257
Waddewarden 703
Wangerooge 567
Westrum 100
Wiarden 601
Wiefels 312
Wüppels 308

Amtmänner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handbuch des Herzogthums Oldenburg (1825)
  2. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  3. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2011.