Amway

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Amway Global

Logo
Rechtsform Corporation
Gründung 1959
Sitz Ada, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Steve Van Andel (Co-Chairman)
Doug DeVos (Co-Chairman)
Milind Pant (CEO)
Mitarbeiterzahl ca. 15.000
Umsatz 8,5 Mrd. US-$ (2020)
Branche Direktvertrieb
Website www.amway.com

Amway Global ist ein in Familienbesitz befindliches Netzwerk-Marketing-Unternehmen (eine Form des Direktvertriebs) mit Sitz im Ada Township (Michigan). Das Unternehmen wurde 1959 von Jay Van Andel und Richard DeVos gegründet. Der Name des Unternehmens ist eine Wortverknüpfung von „American Way“.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alte Amway-Logo

Die „American Way Association“ wurde im April 1959 von Jay Van Andel und Richard DeVos gegründet, nachdem diese im August 1949 einen Beraterantrag von Nutrilite unterschrieben und anschließend als erstes eigenes Unternehmen die Ja-Ri Corporation, Inc. gegründet hatten.[1] Im November 1959 folgte die Gründung der Amway Sales Corporation, die als erstes Produkt „Frisk“, einen flüssigen Allzweckreiniger, vertrieb. Dieser Reiniger wurde von dem kleinen Unternehmen Trenton Mi. produziert. Aus „Frisk“ wurde dann L.O.C. Die Amway Corporation erwarb 1972 die Mehrheitsanteile an Nutrilite Products Inc. für 22 Mio. US-Dollar.

1975 gründete der Konzern die Amway GmbH in Deutschland mit Unternehmenssitz in Puchheim bei München. 1980 wurde die Amway AG in der Schweiz gegründet, 1985 die Amway Ges.m.b.H. in Österreich.

1995 wurde Amway China gegründet, das heute der größte Markt des Unternehmens ist.[2] Die Zentrale von Amway (China) liegt in Guangzhou. 1999 wurde von den Amway-Gründern eine internetbasierte Schwestergesellschaft namens Quixtar North America gegründet, die für einige Jahre in Nordamerika an Amways Stelle trat, inzwischen aber wieder unter dem Namen Amway Global firmiert.

Seit 2019 ist Milind Pant der Chief Executive Officer von Amway. Das Unternehmen befindet sich weiterhin im Besitz der Familien DeVos und Van Andel. Amway ist in mehr als 100 Ländern und Gebieten tätig und beschäftigt über 15.000 Mitarbeiter, darunter mehr als 950 Wissenschaftler, Ingenieure und technische Fachkräfte.[3][4] Amway arbeitet nach eigenen Angaben mit weltweit ca. einer Million Geschäftspartnern.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Produktsortiment von Amway zählen über 400 Produkte in den Bereichen Nahrungsergänzung, Körperpflege und Kosmetik. Von Amway geführte Produktmarken sind u. a. Nutrilite oder Artistry. Laut Eigenangaben besitzt Amway weltweit 1.150 Patente auf seine Produkte, 500 Patente befinden sich laut Eigenangaben in Vorbereitung.[5] Der weltweite Gesamtumsatz von Amway belief sich im Jahr 2020 auf 8,5 Mrd. US-Dollar. Damit ist der Konzern das weltweit größte Direktvertriebsunternehmen.[6]

Kritik & Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sog. Schneeballsysteme beinhalten einzelne Merkmale von Netzwerk-Marketing-Geschäftsmodellen.[7] Auch deshalb geraten Unternehmen wie Amway immer wieder in die Kritik.

So prüfte die US-amerikanische Bundeshandelskommission (FTC) 1979, ob das System von Amway ein illegales Schneeball- oder Pyramidensystem darstellt. Die FTC verneinte dies.[1] Dennoch wurden Amway eine Reihe von Auflagen erteilt. So muss das Unternehmen seither allen Aussagen über mögliche Profite und Verkaufszahlen seiner Händler auch Zahlen zu den tatsächlichen Durchschnittsgewinnen gegenüberstellen. Die FTC stellte fest, dass der durchschnittliche Amway-Händler weniger als 100 US-Dollar pro Monat und mehr als die Hälfte gar keinen Gewinn erzielten.

1983 wurde Amway in Kanada wegen Steuerhinterziehung und Zollbetrug verurteilt und musste im Zuge eines Vergleichs 25 Millionen Kanadische Dollar bezahlen – die höchste Strafzahlung, die in Kanada jemals verhängt wurde. 1986 verletzte Amway in den USA die Auflagen der FTC aus dem Jahr 1979 betreffend der Nennung der tatsächlichen Durchschnittsgewinne seiner Händler und musste 100.000 US-Dollar als Strafe zahlen.

Theaterstück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Dramatiker Noah Haidle schrieb ein Theaterstück, das die tragische Lebensgeschichte der fiktiven Kosmetik-Verkäuferin Cookie Close erzählt. Das Stück heißt „Für immer schön“ und erlebte 2017 am Nationaltheater Mannheim seine deutsche Erstaufführung.[8] Cookie Close zieht von Haustür zu Haustür, versucht ihre Ware zu verkaufen und motiviert sich mit Zitaten aus der Bibel. Noah Haidle berichtet, dass er in der Nähe der Amway-Firmenzentrale in Grand Rapids (Michigan) aufwuchs. Seine Tante habe als „Beraterin“ für Amway ihren Lebensunterhalt bestritten und diene als Vorbild für die Figur Cookie Close.[9] „Für immer schön“ wurde an zahlreichen deutschen Bühnen aufgeführt, etwa am Residenztheater in München,[10] am Freien Werkstatt Theater Köln und am Stadttheater Fürth.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens Dreyer, Markus Kreß (Hrsg.); mit Texten von Kirsten M. Bürgstein u. a.: Die führenden Network-Marketing-Unternehmen. Das erste Kompendium präsentiert in deutscher und englischer Sprache eine Auswahl von Unternehmen mit ihren zukunftsweisenden Konzepten aus dem Direktvertrieb, Empfehlungsmarketing, Multi-Level-Marketing, Strukturvertrieb. Economi, Köln 2004, ISBN 3-9809933-0-2 (deutsch, englisch).
  • DWC – Deutsche WirtschaftsChronik, Proteus Verlag, z. B. Band 01/2002 mit der ISBN 3-933920-05-1
  • Deutsche WirtschaftsChronik. 2005, Band 3, ISBN 3-9810355-0-X
  • Claudia Groß (2008): Multi-Level-Marketing: Identität und Ideologie im Network-Marketing ISBN 978-3-531-15936-2
  • Uwe Sonnabend: Der geliehene Traum : in der Seifenblase zum Kronenbotschafter, München : ZeitGeist-Forum 1998, ISBN 3-933113-20-2 kart.
  • Michael M. Zacharias: Network-Marketing: Beruf und Berufung, ISBN 3-938826-08-8
  • BDD / Florian Kraus, Universität Mannheim: Situation der Direktvertriebsbranche in Deutschland 2021

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b In the Matter of Amway Corporation, Inc., et al. Final order, opinion etc., in regard to alleged violation of the Federal Trade Commission Act. Federal Trade Commission, 93 F.T.C. 618, 1979. Entscheidung der FTC (pdf, engl.)
  2. Amway Media Guide. Abgerufen am 26. Oktober 2021.
  3. How Amway Works. Abgerufen am 26. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch).
  4. Über Amway: Marken und Geschäftspartner. 23. Dezember 2020, abgerufen am 26. Oktober 2021.
  5. Über Amway: Marken und Geschäftspartner. 23. Dezember 2020, abgerufen am 26. Oktober 2021.
  6. DSN Global 100 Lists - Direct Selling News. Abgerufen am 26. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch).
  7. Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V. Abgerufen am 27. Oktober 2021.
  8. Suhrkamp Theater Verlag, Uraufführung: Noah Haidles Stück Für immer schön, 13. Oktober 2017; aufgerufen am 15. Mai 2019; https://www.suhrkamp.de/news/urauffuehrung_noah_haidles_stueck_fuer_immer_schoen_2833.html
  9. Das Eigengesetz der Vorstellungskraft, theater heute, Online-Ausgabe, aufgerufen am 15. Mai 2019
  10. Residenztheater München, Programmhinweis: Für immer schön (Memento vom 17. Juni 2017 im Internet Archive); aufgerufen am 15. Mai 2019