Artania

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Artania
Artania in Rotterdam
Artania in Rotterdam
Schiffsdaten
Flagge BermudaBermuda Bermuda (bis 2016)
BahamasBahamas (Handelsflagge) Bahamas (seit 2016)
andere Schiffsnamen

Royal Princess (1984–2005)
Artemis (2005–2011)

Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Rufzeichen C6CY5
Heimathafen Nassau
Eigner Artania GmbH[1]
Reederei BSM Cruise Services[1]
Bauwerft Oy Wärtsilä Ab (Helsinki, Finnland)[2]
Baunummer NB[3] 464
Taufe 15. November 1984
Stapellauf 18. Februar 1984[2]
Übernahme 30. Oktober 1984
Verbleib in Dienst
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
230,61[2] m (Lüa)
Breite 29,6 m
Tiefgang max. 7,8 m
Vermessung 44.588 BRZ[1]
 
Besatzung ca. 510
Maschinenanlage ab 1984 bis 2014
Maschine dieselmechanisch
4 × Dieselmotor (S.E.M.T.-Pielstick-Wärtsilä 6PC4-2L)[2]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
23.200 kW (31.543 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
22 kn (41 km/h)
Propeller 2 × 4-Blatt-Verstellpropeller
Maschinenanlage ab 2014
Maschine dieselmechanisch
4 × Dieselmotor (Wärtsilä 12V32)[4][5]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
27.840 kW (37.852 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
22 kn (41 km/h)
Propeller 2 × 4-Blatt-Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 4661[1] tdw
Zugelassene Passagierzahl 1260 Passagiere in 600 Kabinen
Sonstiges
Klassifizierungen Lloyd’s Register of Shipping
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 8201480[1]

Die Artania (ehem. Artemis, Royal Princess) ist ein Kreuzfahrtschiff, dass seit Mai 2011 für den deutschen Reiseveranstalter Phoenix Reisen aus Bonn im Einsatz ist. Die Artania ist eines der wenigen Kreuzfahrtschiffe ohne Innenkabinen für Passagiere.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff entstand zwischen 1983 und 1984 auf der Wärtsilä-Werft in Helsinki und lief am 18. Februar 1984 als Royal Princess für Princess Cruises vom Stapel. Nach der Übergabe am 30. Oktober 1984 wurde sie am 15. November 1984 von Prinzessin Diana in Southampton getauft.[2] 2005 übernahm die britische Reederei P&O Cruises das Schiff und brachte es nach Umbau- und Modernisierungsarbeiten auf der Lloyd-Werft in Bremerhaven als Artemis in Fahrt. Ende April 2011 wurde die Artemis an den neuen Eigner Artania GmbH, eine Tochtergesellschaft von V.Ships verkauft und in einer vierwöchigen Umbauphase, die wiederum auf der Lloyd-Werft stattfand, modernisiert und überholt.[1][6] Am 28. Mai 2011 wurde das Schiff im Hamburg Cruise Center auf den Namen Artania getauft und im Charter für Phoenix Reisen in Fahrt gebracht.[7] Taufpatin war Maggy Pfingsten-Brohm, eine langjährige Mitarbeiterin des Reiseveranstalters.

Ende September 2014 wurde die Artania auf der Lloyd-Werft in Bremerhaven eingedockt, um bis zum 9. Dezember 2014 umfangreich modernisiert und renoviert zu werden. Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die Erneuerung der Maschinenanlage. Darüber hinaus wurden das gesamte Frischwassersystem erneuert, Renovierungsarbeiten in Restaurants und anderen öffentlichen Bereichen durchgeführt, sanitäre Anlagen ausgetauscht, 10.621 m² Teppich ausgetauscht und 2448 energiesparende Leuchten eingebaut sowie die 156 Kabinen auf den Decks 6 und 7 mit Balkonen ausgestattet.[8][9][10] Mitte Dezember 2014 ging das Schiff wieder in Fahrt.[11]

Ursprünglich lief die Artania mit Heimathafen Hamilton unter Flagge der Bermuda. Am 26. Oktober 2016 wurde sie während eines Aufenthalts im Hafen von Praia umgeflaggt und läuft seither – wie die übrige Phoenix-Flotte – unter der Flagge der Bahamas.

2020 erkrankten an Bord mehrere Personen an COVID-19, daraufhin wurde das Schiff für zwei Wochen in Fremantle unter Quarantäne gestellt. 23 Gäste und 13 Crewmitglieder wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht, ein Gast und ein Crewmitglied starben in Folge der Infektion.[12][13] Mitte April konnte das Schiff Fremantle verlassen und machte sich auf den Weg nach Deutschland. Die meisten Passagiere verließen das Schiff, acht verblieben jedoch an Bord in Richtung Deutschland, wo das Schiff am 8. Juni 2020 anlegte.[14] Die Artania war damit das letzte noch aktive Kreuzfahrtschiff weltweit während der COVID-19-Pandemie.[15]

Maschinenanlage und Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprüngliche Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dieselmechanische Maschinenanlage der Artania bestand ursprünglich aus vier Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotoren des S.E.M.T.-Pielstick-Typs PC4-2, die von Wärtsilä in Lizenz gebaut wurden. Sie wirkten jeweils paarweise über Getriebe und Wellenanlage auf die beiden Verstellpropeller. Jeder Motor hatte ein Gewicht von 153 Tonnen[5] und einen Hubraum von 950 Liter. Die Leistung betrug 5.800 kW bei einer Drehzahl von 400/min. Darüber hinaus verfügt das Schiff über zwei Hilfsdieselmotoren des Typs Wärtsilä 6R22 mit einer Gesamtleistung von 5.960 kW, ein Paar Stabilisatoren sowie zwei Bugstrahlruder.

Dezember 2014, Blick auf die neue Motorenanlage der Artania

Maschinenanlage nach Erneuerung 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen eines Trockendock-Aufenthalts bei der Lloyd Werft in Bremerhaven wurden im Oktober 2014 die Pielstick-Motoren durch vier neue 12-Zylinder-Dieselmotoren der Baureihe Wärtsilä 32 ersetzt. Der Hubraum der neuen Motoren beträgt 386 Liter, die Zylinderleistung wird mit 580 kW angegeben, was einer Gesamtleistung von 6.960 kW pro Motor entspricht.[5] Um deren Nenndrehzahl von 750/min an Wellenanlage und Propeller anzupassen, waren außerdem vier neue Zwischengetriebe zwischen den vorhandenen Getrieben und den neuen Hauptmotoren notwendig. Darüber hinaus erhielt das Schiff einen neuen 8-Zylinder-Hilfsdiesel der gleichen Baureihe und neue Schalldämpfer.[16]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bayerische Rundfunk drehte mit der Produktionsfirma Bewegte Zeiten auf der Artania die Staffeln 4 bis 8 der TV-Doku-Serie Verrückt nach Meer für die ARD.[17] In der Serie wird das Schiff aber nicht mit seinem eigentlichen Namen, sondern stets als Grand Lady bezeichnet.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Premiere für die »neue« »Artania«. In: an Bord. Heft 4/2011, S. 8–12

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: IMO 8201480 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Equasis - France-Ministry for Transport: Administrative Daten der "Artania". Abgerufen am 9. Juni 2020.
  2. a b c d e Micke Asklander: Historische und technische Daten der "Artania". Abgerufen am 26. März 2012.
  3. Publikationen. Abgerufen am 28. Februar 2018.
  4. Cruise Industry News: Phoenix Reisen: Renewed Artania. Abgerufen am 22. Dezember 2014.
  5. a b c Oliver Asmussen: MS Artania: Einbau der neuen Wartsila 12V32 Maschinen in der Lloyd Werft Bremerhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 23. Dezember 2014; abgerufen am 23. Dezember 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schiffsjournal.de
  6. Lloyd Werft: Presseerklärung vom 27. April 2011. Abgerufen am 27. Dezember 2019.
  7. Carmen Winkler, cruisetricks.de: Umbau der Artemis zur Artania. Abgerufen am 26. März 2012.
  8. Kreuzfahrt Praxis: MS Artania muss ins Trockendock. 27. September 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014.
  9. "Artania" zum Großumbau bei Lloyd Werft. (Nicht mehr online verfügbar.) 30. September 2014, archiviert vom Original am 8. Oktober 2014; abgerufen am 7. Oktober 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thb.info
  10. Frank Binder: Alte „Artania“ in neuem Glanz · Für 40 Millionen Euro bei der Lloyd-Werft umgebaut. In: Täglicher Hafenbericht vom 22. Dezember 2014, S. 4
  11. Frisch renoviert: MS Artania mit neuen Motoren und Balkonen. 18. Dezember 2014, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  12. Schiff "Artania" auf dem Weg nach Deutschland. 18. April 2020, abgerufen am 19. April 2020.
  13. Nach Odyssee: Weltweit letzte Kreuzfahrttouristen wieder an Land - doch tausende Crewmitglieder stecken immer noch fest. 10. Juni 2020, abgerufen am 10. Juni 2020.
  14. Nach Odyssee: Weltweit letzte Kreuzfahrttouristen an Land - doch tausende Crewmitglieder stecken immer noch fest. 11. Juni 2020, abgerufen am 12. Juni 2020.
  15. Die letzten Passagiere gehen von Bord: "Artania" zurück in Bremerhaven - buten un binnen. Abgerufen am 12. Juni 2020.
  16. Lloyd Werft: Presseerklärung vom 3. Juni 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 23. Dezember 2014; abgerufen am 23. Dezember 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lloydwerft.com
  17. daserste.de. Abgerufen am 8. Juli 2016.