Ascaron

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Ascaron Entertainment GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Auflösung 1. September 2009
Auflösungsgrund Insolvenz[1]
Sitz Gütersloh, Deutschland

Leitung

  • Holger Flöttmann
  • Heiko Tom Felde
Mitarbeiter 90 (2006)
Website [2] www.ascaron.com[2]

Ascaron (bis Oktober 1996 Ascon) war ein von 1991 bis Juli 2009 bestehender Spieleentwickler mit Sitz in Gütersloh. Die Umbenennung von Ascon in Ascaron erfolgte aufgrund der Verwechslungsmöglichkeit mit der Ascom AG aus der Schweiz. Der Unternehmensname war ein Fantasiebegriff und hat, ebenso wie die vorherige Firma von Geschäftsführer Holger Flöttmann, Thalion, keine weitere Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1991 gegründet, gehörte Ascaron zu den erfolgreichsten und ältesten Entwicklern von Computerspielen in Deutschland. Neben seiner eigenen Entwicklungstätigkeit trat das Studio auch als Publisher auf bzw. unterstützte kleinere Entwicklungsstudios bei ihrer Arbeit.

Zahlreiche bekannte Personen der Computerspielindustrie arbeiteten für Ascaron, darunter Gerald Köhler, Celal Kandemiroglu, Daniel Dumont und Ralf Glau.

Neben seinem Stammsitz in Gütersloh unterhielt das Unternehmen bis Juli 2009 einen Ableger in Aachen („Studio II“, entwickelte die Sacred-Reihe) und bis April 2009 eine Tochterfirma namens Quality Four GmbH in Potsdam, die für die Qualitätssicherung zuständig war. Zudem hatte Ascaron eine eigene Auslandsvertretung („Ascaron Entertainment Ltd.“) in Birmingham, welche auch weiterhin eigenständig Titel für den nicht-deutschsprachigen Raum vertreibt.

Ascaron-Spiele wurden weltweit in mehr als 30 Ländern vermarktet. Besonders bekannt und beliebt war und ist die Fussballmanager-Spielreihe Anstoss. Foren und Fansites zeugen auch noch heute von der Beliebtheit des Spiels.

Am 31. August 2001, am Tag des zehnjährigen Firmenjubiläums, musste Ascaron Insolvenz beantragen. Anfang 2002 konnte jedoch durch Neugründung der Ascaron Entertainment GmbH der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden. Das neue Unternehmen hatte alle Rechte und den Namen übernommen.[3][4]

Im Jahr 2009 stellte Ascaron zum zweiten Mal in seiner Unternehmensgeschichte einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Bielefeld. Als Grund wurden starke Verzögerungen bei der Entwicklung des Spieles Sacred 2 - Fallen Angel angeführt.[5] Die Entwicklungskosten für das Spiel betrugen am Ende 20 Millionen €.[6] Am 17. April 2009 wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Nachdem kein Investor gefunden werden konnte, wurde Ascaron zerschlagen. Die Entwicklung der Sacred-Reihe führte bis zum 31. Juli 2009 die Ascaron-Schwestergesellschaft Studio 2 durch.[7] Der Publisher Deep Silver übernahm die Markenrechte an der Sacred-Reihe sowie den Support von Sacred 2 und dessen Add-on.[8]

Kalypso Media erwarb im Juni 2009 die Markenrechte an Ascaron-Spielen und andere Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse, darunter Spiele wie Darkstar One, Port Royale und Der Patrizier. Durch Kalypso wurde zudem in Gütersloh das Entwicklerstudio Gaming Minds gegründet, in dem 15 ehemalige Ascaron-Entwickler beschäftigt sind.[9]

Eigenentwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publishertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsgericht Bielefeld, Beschluss vom 1. September 2009, Az. 43 IN 486/09, via unternehmensregister.de.
  2. www.ascaron.com (Memento vom 15. Juli 2008 im Internet Archive)
  3. Heise Online: Spieleschmiede Ascaron stellt erneut Insolvenzantrag, 18. April 2009
  4. Heise Online: Spieleentwickler Ascaron stellt Insolvenzantrag, 8. September 2001
  5. Golem.de: Sacred-Entwicklerstudio Ascaron meldet Insolvenz an. 17. April 2009
  6. http://www.gamestar.de/specials/reports/1958674/die_akte_ascaron_p6.html
  7. Golem.de: Sacred-Entwicklerstudio Ascaron wird zerschlagen. 2. Juni 2009.
  8. Gamestar.de: Ascaron: Abschiedsvideo und Sacred-Zukunft, 3. August 2009
  9. Golem.de: Der Patrizier III kommt von neuem Kalypso-Studio. 18. Juni 2009

Koordinaten: 51° 54′ 14,5″ N, 8° 23′ 34,4″ O