Atlantic Crossing

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Serie
Deutscher TitelAtlantic Crossing
OriginaltitelAtlantic Crossing
Produktionsland Norwegen
Originalsprache Norwegisch, Englisch, Schwedisch, Deutsch
Länge 60 Minuten
Episoden 8 in 1 Staffel
Regie Alexander Eik, Janic Heen
Drehbuch Alexander Eik, Linda May Kallestein
Produktion Alexander Eik
Musik Raymond Enoksen
Kamera Carl Sundberg
Schnitt Silje Nordseth, Morten Rørvig
Erstausstrahlung 25. Oktober 2020 auf NRK1
Deutschsprachige
Erstveröffentlichung
12. November 2020 auf MagentaTV
Besetzung
Synchronisation

Atlantic Crossing ist eine norwegische Dramaserie von 2020, die unter der Regie von Alexander Eik produziert wurde. Im Fokus der achtteiligen Miniserie steht die norwegische Kronprinzessin Märtha, die 1940 vor der deutschen Besatzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg in die Vereinigten Staaten flieht und Zuflucht im Weißen Haus bei dem damals amtierenden Präsidenten Franklin D. Roosevelt findet.

Die Koproduktion von Cinenord und Beta Film erfolgte im Auftrag der staatlichen norwegischen Rundfunkgesellschaft NRK. Die Serie startete am 25. Oktober 2020 bei NRK1 und auf Deutsch am 12. November 2020 auf MagentaTV.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Wehrmacht 1940 das neutrale Norwegen besetzt, trifft die Kronprinzessin Märtha eine folgenreiche Entscheidung: Sie flieht mit ihren Kindern in die Vereinigten Staaten, während ihr Mann Olav zurückbleibt. Die Kronprinzessin erhält Asyl im Weißen Haus und freundet sich mit Franklin D. Roosevelt an. Doch der Präsident scheint schon bald tiefere Gefühle für sie zu hegen.

Ihr Einfluss verändert den Zweiten Weltkrieg in Europa, denn schon bald entstehen zwischen den beiden auch romantische Gefühle. Wie gefährlich das nicht nur für ihre eigene Ehe ist, kann Märtha nicht absehen. Doch egal wie viele Feinde sie sich damit macht, die Prinzessin lässt nichts unversucht, um ihr Land zu retten. Letztendlich gelingt es ihr, Roosevelt davon zu überzeugen, Norwegen im Kampf gegen die Deutschen zu unterstützen.[1]

Besetzung und Synchronisation [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschsprachige Synchronisation der Serie entstand bei der Berliner Synchron GmbH. Verfasserin des Dialogbuchs und auch Dialogregisseurin war Hilke Flickenschildt.[2]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Kronprinzessin Märtha Sofia Helin Christin Marquitan
Franklin D. Roosevelt Kyle MacLachlan Erich Räuker
Prinz Olav von Norwegen Tobias Santelmann Florian Hoffmann
Eleanor Roosevelt Harriet Sansom Harris Silvia Mißbach
König Haakon VII. von Norwegen Søren Pilmark Tobias Lelle
Roosevelts Sekretärin Missy Lehand Lucy Russell Heide Domanowski
Roosevelts Berater Harry Hopkins Daniel Betts Jaron Löwenberg
Hofdame Ragni Ostgaard Anneke von der Lippe Marina Krogull
Adjutant Nicolai Ostgaard Lasse Kolsurd Hanns Jörg Krumpholz
General Fleischer Stig Ryste Amdam
US-Botschafterin Florence Harriman Suzanne Bertish Beate Gerlach
König Gustav V. von Schweden Carl-Magnus Dellow Uli Krohm

Vorlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie beruht auf der Geschichte der norwegischen Kronprinzessin Märtha. Zusammen mit ihrem Ehemann reiste sie 1939 in die Vereinigten Staaten und besuchten dort u. a. das Präsidentenehepaar Franklin D. Roosevelt und Eleanor Roosevelt.

Kurz nach der Reise in die Vereinigten Staaten brach in Europa der Zweite Weltkrieg aus. Nach dem Angriff Nazideutschlands auf Norwegen am 9. April 1940 flüchtete Märtha mit ihren drei Kindern in das Exil nach Schweden, wo sie allerdings nicht sicher genug war. Auf Einladung des Präsidenten Franklin D. Roosevelt gingen sie und die Kinder im August 1940 in die Vereinigten Staaten. Nachdem sie vorübergehend bei Roosevelt im Weißen Haus in Washington, D.C. Aufnahme fanden, wurde das Anwesen Pooks Hill während des Krieges ihr fester Wohnsitz. Trotz der schweren Kriegsunruhen engagierte Kronprinzessin Märtha sich für das Rote Kreuz und pflegte eine enge freundschaftliche Verbindung mit Präsident Roosevelt, durch die sie auch Einfluss auf die norwegische und internationale Politik nahm. Seit dem Jahr 2005 steht ein Denkmal der Kronprinzessin vor der norwegischen Botschaft in Washington, D.C.[3] [4]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Hannemann lobt in der Frankfurter Allgemeine Zeitung die „packende Story“.[5] Marlene Knobloch bemängelt in der Süddeutschen Zeitung: „Ein bisschen weniger Action und Dramatik, dafür leisere Töne und historische Genauigkeit hätten Atlantic Crossing auch besser gestanden. Trotzdem macht das Pathos im Oval Office Spaß, nicht zuletzt, weil es sich mit heiteren Szenen im offenen Cabrio mischt. Und neben all den schweren Geigen spielt auch mal eine beschwingte Jazztrompete. Die Geschichte einer Familie, die auf unbestimmte Zeit im Weißen Haus festsitzt, ist dann ja auch tröstliche Lockdown-Unterhaltung. Es gibt auch eine Weihnachtsfolge. Mit Schnee.“[6]

Von Historikern wurde den Machern der Serie vorgeworfen, dass sie Geschichtsfälschung betreiben. Der Geschichtsprofessor Tom Kristiansen und der Biograf Tom Rem kritisierten in einem Beitrag für die norwegische Zeitung Aftenposten, dass neben vielen falschen Fakten auch ein grundsätzlich falscher Eindruck über die Kriegszeit vermittelt werde. So würde etwa Kronprinzessin Märtha durch ihre falsche Behauptung, dass noch nie ein neutraler Staat angegriffen worden sei, als zu unwissend dargestellt. Es sei laut ihnen „peinlich provinziell“, Norwegen in der Serie eine Hauptrolle in diesem Weltkrieg zuzusprechen. Rem und Kristiansen kritisierten zudem, dass die Politiker als lächerliche Figuren dargestellt werden, was nicht der historischen Wahrheit entspräche und zudem gefährlich wäre.[7] Der Autor Tor Bomann-Larsen kritisiert in einem Artikel auf Webseite des norwegischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK die Behauptung auf dem internationalen Filmplakat, Kronprinzessin Märtha habe den Verlauf des Krieges verändert ("She changed the course of war."). Es bestehe kein Zweifel an der Bedeutung Märthas für Roosevelt persönlich als auch daran, dass die enge Verbindung des norwegischen Königshauses zum Präsidenten politische Bedeutung für Norwegen hatte. Dass sie den Kriegsverlauf bzw. die Weltgeschichte entscheidend beeinflusst habe, sei dagegen "frei erfunden – nicht inspiriert von – sondern verkleidet als 'wahre Begebenheiten'". Er zeigt auf, dass vielmehr die militärischen Ressourcen wie Waffen, Munition, Schiffe, Treibstoff usw. über Sieg und Niederlage entschieden, und dass der Hilferuf, der Roosevelt zum Leih- und Pachtgesetz (Lend-Lease Act) inspirierte, historisch nicht von Märtha, sondern von Winston Churchill kam. Dem norwegischen Königshaus eine Hauptrolle im Brennpunkt weltgeschichtlicher Ereignisse zuzuschreiben, sei, so Bomann-Larsen, eine national-chauvinistische Konspiration der "Atlantic Crossing"-Autoren, die in Zeiten von Fake-News als höchst fragwürdig gelten muss.[8]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emmy 2021 (bester Fernsehfilm/beste Miniserie)[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trailer, Cast und Handlung – Alle Infos zum MagentaTV Exclusive. In: Südwest Presse. 12. November 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  2. Atlantic Crossing. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 13. Dezember 2020.
  3. Bettina Jäger: Serie „Atlantic Crossing“: Prinzessin wird zur Heldin wider Willen Bei Magenta TV. In: Dorstener Zeitung. 13. November 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  4. 2. Kronprinsesse Märthas krig. 26. Dezember 2016, abgerufen am 9. Januar 2022 (nb-NO).
  5. Wie macht man einem Präsidenten die Lage klar? 12. November 2020, abgerufen am 16. November 2020.
  6. Lockdown im Weißen Haus. 25. November 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  7. Tom Kristiansen, Tore Rem: NRK gir seerne en grunnleggende usann fortelling om krigen. In: Aftenposten. 17. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (norwegisch).
  8. Tor Bomann-Larsen: Fake history, made in Norway. In: NRK. 16. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (norwegisch).
  9. Sarah Hucal: „Atlantic Crossing“ - Emmy für norwegisches Drama. Deutsche Welle, 23. November 2021.