Bahnhof Messel

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Messel
Bahnhof Messel (2015)
Bahnhof Messel (2015)
Daten
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung FMES
IBNR 8003996
Preisklasse 6
Eröffnung 1857
Architektonische Daten
Baustil klassizistisch / historistisch
Lage
Stadt/Gemeinde Messel
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 55′ 18″ N, 8° 44′ 45″ OKoordinaten: 49° 55′ 18″ N, 8° 44′ 45″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Messel ist ein Bahnhof an der Rhein-Main-Bahn.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof liegt an Streckenkilometer 45,59 zwischen Darmstadt und Dieburg, etwa zwei Kilometer südlich des Ortszentrums der Gemeinde Messel im Ortsteil Grube Messel, der nicht mit dem nahegelegenen UNESCO-Weltkulturerbe Grube Messel zu verwechseln ist. Die große Entfernung zum Ortskern stellte schon immer ein Problem dar.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgebrochenes Stellwerk 3

Bis 2019 verfügte der Bahnhof Messel über zwei durchgehende Hauptgleise, sowie einem weiteren Hauptgleis für Überholungen. Die Gleise waren über Zwischenbahnsteige vom Hausbahnsteig aus zu erreichen. Aus diesem Grund mussten bei haltenden Reisezügen stets gefährdende Zugfahrten vom örtlichen Fahrdienstleiter ausgeschlossen werden.

2019 begann die umfassende Modernisierung des Bahnhofs. Im Zuge dessen verlor der Bahnhof sein drittes Gleis, um Platz für einen neuen, barrierefreien Außenbahnsteig zu schaffen. Außerdem wurde auch der Hausbahnsteig barrierefrei ausgebaut.[2] Die beiden Weichen an den Bahnhofsköpfen wurden beibehalten, sodass der Bahnhof Messel auch weiterhin betrieblich als Bahnhof geführt wird.

Das alte Spurplanstellwerk (Bauart Dr S2) wurde durch ein neues Elektronisches Stellwerk ersetzt, wobei die örtliche Besetzung durch die nicht mehr nötige Reisendensicherung an den Zwischenbahnsteigen entfallen kann.

Verkehrsbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Main-Rhein-Bahn 1856–1858 durch die Hessische Ludwigsbahn (HLB) von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg erhielt das damalige Dorf Messel 1857 einen Bahnhof, der für den Güterverkehr am 15. November 1858, für den Personenverkehr am 25. Dezember 1858 den Betrieb aufnahm. Der Bahnhof hatte zunächst noch kein Empfangsgebäude und lag im Wald, etwa zwei Kilometer südlich des Dorfes Messel.

Der Bahnhof war für den Güterverkehr insofern bedeutend, da er die unmittelbar südlich davon gelegene Grube Messel erschloss (heute wegen der dort gefundenen Fossilien ein UNESCO-Weltnaturerbe). Dort wurden von 1859 bis 1970 bituminöser Tonstein (umgangssprachlich auch als Ölschiefer bezeichnet), Eisenerz und Braunkohle abgebaut und aus dem Tonstein Erdölprodukte durch verschwelen gewonnen. Der Bahnhof Messel hatte deshalb umfangreiche Anlagen zur Abfertigung des dort generierten Güterverkehrs.

Linie Verlauf Takt
RB 75 Rhein-Main-Bahn:
Wiesbaden Hbf – Mainz Hbf – Mainz Römisches Theater – (Mainz-Gustavsburg –) (stündlich) Mainz-Bischofsheim – Nauheim (b Groß Gerau) – Groß Gerau – Klein-Gerau – Weiterstadt – Darmstadt Hbf – Darmstadt Nord – Darmstadt-Kranichstein – Messel – Dieburg – Altheim (Hess) – Hergershausen – Babenhausen (Hess) – Stockstadt (Main) – Mainaschaff – Aschaffenburg Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2021
25/35 min (wochentags)
60 min (Wochenende)

Empfangsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof und Empfangsgebäude vor der Elektrifizierung

1870 wurde ein Empfangsgebäude errichtet. Es war ein durch ein drittes Stockwerk aufgestockter und dadurch variierter Typenbau, wie er bei der HLB üblich war. Das stattliche Gebäude wurde aus gelbem Buntsandstein errichtet mit Gesimsen und Zierleisten aus rotem Buntsandstein. Es ist heute ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.[3] Das Gebäude wird für den Bahnbetrieb nicht mehr genutzt. Der unmittelbar an den Bahnhof östlich anschließende Bahnübergang wird noch von Personal vor Ort bedient, das in einem kleinen separaten Gebäude untergebracht ist.

Der Zugang zum Gleis nach Aschaffenburg ist nur nach ebenerdigem Überschreiten des Gegengleises möglich. Fährt somit eine Regionalbahn in Richtung Aschaffenburg ein, so darf in dieser Zeit kein Zug aus der Gegenrichtung in den Bahnhof einfahren.

Bahnhofsglocke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher läutete jeweils 20 Minuten vor der Abfahrt eines Zuges eine Glocke, um die Arbeiter der Grube Messel, die sich auf dem Weg zum Bahnhof befanden, über die bevorstehende Abfahrt des Zuges zu informieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnhof Messel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl.: Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 14. Februar 1914, Nr. 8. Nachrichten, S. 54: Je nach Wohnort, ob im Bahnhof oder in der Gemeinde Messel, war eine unterschiedliche ärztliche Zuständigkeit für die Eisenbahnmitarbeiter angeordnet.
  2. Deutsche Bahn AG. Abgerufen am 19. Juli 2020.
  3. Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Bd. 2.1, S. 246.