Stockstadt am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Stockstadt a.Main
Stockstadt am Main
Deutschlandkarte, Position des Marktes Stockstadt a.Main hervorgehoben
49.9797222222229.0638888888889117Koordinaten: 49° 59′ N, 9° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 18,86 km²
Einwohner: 7726 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 410 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 63809-63811
Vorwahl: 06027
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 155
Marktgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 19-21
63811 Stockstadt a.M.
Webpräsenz: www.stockstadt-am-main.de
Bürgermeister: Peter Wolf (CSU)
Lage des Marktes Stockstadt a.Main im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Luftbild 2008

Stockstadt am Main (amtlich: Stockstadt a.Main) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Stockstadt a.M. liegt westlich angrenzend an die Stadt Aschaffenburg auf der linken Mainseite. Im Westen und Nordwesten Stockstadts befindet sich die Grenze zu Hessen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Es gibt nur den Ortsteil und die Gemarkung Stockstadt am Main.[2] Nichtamtlich lässt sich Stockstadt in mehrere Siedlungsgebiete einteilen, die sukzessive erschlossen wurden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Mainhausen
Gemeinden
Kleinostheim
und
Mainaschaff
Stadt
Babenhausen
Nachbargemeinden Stadt
Aschaffenburg
Markt
Großostheim

Historische Region[Bearbeiten]

Gemeinsam mit den Stadtteilen Leider und Nilkheim der Stadt Aschaffenburg, dem Stadtteil Dorndiel der Stadt Großumstadt, der Stadt Obernburg und den Gemeinden Niedernberg, Großwallstadt und Mömlingen, den Ortsteilen Radheim und Mosbach der Gemeinde Schaafheim sowie dem Markt Großostheim bildet die Marktgemeinde Stockstadt die historische Region Bachgau.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Stockstadt besteht aus den althochdeutschen Wörtern stoc, das Baumstamm bedeutet und stat, für Stätte. Er geht wohl in eine Zeit zurück, in der die Baumstümpfe nach der Rodung stehen gelassen und der Vermoderung überlassen wurden. Der Namenszusatz am Main unterscheidet den Ort von Stockstadt am Rhein.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1000 Stocestat
  • 1184 Stocstat
  • 1259 Stochstad
  • 1261 Stostat
  • 1326 Stocstad
  • 1387 Stoxstad
  • 1401 Stogxstad
  • 1408 Stockstad
  • 1625 Stockstadt
  • 1888 Stockstadt am Main

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1820 wurden in Stockstadt „interessante römische Alterthümer“ entdeckt. Mit diesen Entdeckungen und weiteren Ausgrabungen konnte für Stockstadt die Existenz eines römischen Kastells im Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes spätestens für die Zeit Kaiser Trajans belegt werden.[4] Es bestand bis zum Abzug der Römer um 260 n. Chr. Der römerzeitliche Fundort Stockstadt ist vor allem bekannt für zahlreiche Steindenkmäler, die im Umfeld des Kastells entdeckt wurden. In Kastellnähe fanden sich mehrere Ziegelöfen, die der Militärziegelei zugeordnet werden, die von der in Stockstadt stationierten cohors III Aquitanorum betrieben wurde.[5] Das ehemalige Kastellareal südlich der Rhein-Main-Bahn ist heute weitestgehend mit einer Zellstofffabrik überbaut.

Bereits Mitte des 9. Jahrhunderts wurde Stockstadt am Main schriftlich erwähnt, wenn auch nur anhand einiger steuerpflichtiger Bürger. Als wohnhaft in Stocestat wurden diese bezeichnet; so nannte man zu dieser Zeit den Ort. Im Jahr 1024 wurde der Ort selbst schriftlich das erste Mal genannt. Der Ort Stoddenstat wurde von Kaiser Heinrich II. an das Kloster Fulda verschenkt. Dies blieb so bis ins Jahr 1309, als Stockstadt an das Erzbistum Mainz übergeben wurde. Im Mittelalter gehörten die umliegenden Wälder dem Wildbann Dreieich an, der in Stockstadt eine seiner 30 Wildhuben unterhielt.

Eine historische Quelle datiert auf das Jahr 1527 belegt, das der älteste Weihnachtsbaum Deutschlands aus dem Stockstädter Hübnerwald stammt. In einer Akte der Mainzer Herrscher aus der damaligen Zeit wird  »die weiennacht baum« im Hübnerwald urkundlich erwähnt. Kanzleischrift. 16. Jahrhundert.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Stockstadt lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Stockstadt war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Stockstadt am Main hat 21 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.

CSU SPD FWG Gesamt
2002 7 11* 3 21 Sitze
2008 11* 7 3 21 Sitze
02012** 9* 7 5 21 Sitze
2014 9* 8 4 21 Sitze

* einschließlich Bürgermeister     ** Stand: 9. Dezember 2011

Wappen[Bearbeiten]

Das ovale Ortssiegel des 17. Jahrhunderts zeigte die Anfangsbuchstaben des Namens unter dem Kurmainzer Rad. Am 16. Februar 1952 wurde das von Dr. Merzbacher entworfene Wappen genehmigt.

Blasonierung: In Blau über einem gesenkten silbernen Wellenbalken ein silberner Legionärshelm mit rotem Kamm in Seitenansicht.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Anna-Kapelle
  • Das an der Hauptstraße gelegene Zollhaus diente lange Zeit dem Mainzer Erzbischof und Kurfürsten Albrecht von Brandenburg als Zollstation. Erbaut wurde es von 1514 bis 1545. (Koordinaten: 49° 58′ 52,54″ N, 9° 3′ 42,26″ O49.981269.06174)
  • Die Leonharduskirche befindet sich ebenfalls im alten Ortsteil von Stockstadt und geht auf das Jahr 1773 zurück. (Koordinaten: 49° 58′ 50,2″ N, 9° 3′ 47,3″ O49.98069.06314)
  • Die 1458 erbaute St.-Anna-Kapelle stand ursprünglich an der Ecke Hauptstraße/Alter Stadtweg. Ihr Abriss erfolgte im Januar 1925 auf Gemeinderatsbeschluss hin. 2007 wurde die Kapelle nach historischem Vorbild an anderer Stelle, westlich jenseits der B 469 Richtung Auhof, wieder errichtet und am 6. April 2008 geweiht.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Kreisstraße AB16, die zur Bundesstraße 26 und zur Bundesstraße 469 führt. Über die B469 kann der Autobahnanschluss 57 (Anschlussstelle Stockstadt) der Bundesautobahn 3 in ca. 3 km erreicht werden.

Der Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird durch den Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain (VAB) sichergestellt. Der Stockstädter Bahnhof ist Bestandteil der Rhein-Main-Bahn, die auf der Strecke zwischen (Wiesbaden)-Mainz-Darmstadt-Aschaffenburg verkehrt. Die Gemeinde bildet die Westliche Grenze des VAB, im Nachbarort Babenhausen (Hess.) beginnt bereits der hessische Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Zur besseren Verbindung zwischen den Verkehrsverbünden und den Bundesländern besteht ein Übergangstarif. Alle 30 Minuten fährt ein Stadtbus der Stadtwerke Aschaffenburg (Linie 3) Bushaltestellen in Stockstadt an.

Radfernwege[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das größte ansässige Unternehmen ist die Sappi Limited. Daneben gibt es zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. bayerische-landesbibliothek-online (abgerufen im Jan. 2013)
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 215–216.
  4. Anselm Andreas Caspar Cammerer: Das Königreich Bayern in seiner gegenwärtigen Gestalt. 8. Auflage, Kempten 1838, S. 193.
  5. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stockstadt am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien