Bahnstrecke Ringsted–Rødby Færge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ringsted–Rødby Færge
Bahnhof Næstved
Bahnhof Næstved
Streckennummer:Banedanmark: 2
Kursbuchstrecke:DSB 54
Streckenlänge:119,3 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:Ringsted–Vordingborg 160 km/h
Vordingborg–Rødby Færge 120[1] km/h
Zweigleisigkeit:Ringsted–Vordingborg
Strecke – geradeaus
von København H
Bahnhof, Station
63,9 Ringsted
   
nach Fredericia
   
Englerup (bis 1962)
   
Vrangstrup (bis 1966)
   
Tyvelse (15. Sept. 1962–14. Mai 1936)
Bahnhof, Station
75,6 Glumsø
   
von Slagelse
   
von Roskilde
   
Herlufmagle (bis 1966)
   
Søgård (bis 1962)
   
Rislev (bis 1962)
Bahnhof, Station
90,7 Næstved
   
nach Præstø
   
Lov (bis 1982)
   
Ring (bis 1982)
Bahnhof, Station
106,6 Lundby
   
111,9 Klarskov (bis 1982)
Bahnhof, Station
118,1 Vordingborg
   
nach Kalvehave
   
119,6 Masnedsund (Pers.-Halt bis 1955)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Masnedsundbroen
Bahnhof ohne Personenverkehr
121,9 Masnedø
BSicon exSTR+l.svgBSicon eABZgr.svgBSicon .svg
(bis 1937)
BSicon exBHF.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Færgehal
BSicon exTRAJEKT.svgBSicon WBRÜCKE.svgBSicon .svg
120,0 Storstrømsbroen
BSicon exBHF.svgBSicon DST.svgBSicon .svg
127,3 Orehoved (Pers.-Halt bis 1982)
BSicon exHST.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Nyskole
BSicon exSTRl.svgBSicon eABZg+r.svgBSicon .svg
(bis 1937)
Bahnhof, Station
132,3 Nørre Alslev
Haltepunkt, Haltestelle
136,8 Eskilstrup[2]
Bahnhof ohne Personenverkehr
140,9 Tingsted
   
von Stubbekøbing
Bahnhof, Station
146,9 Nykøbing Falster
   
nach Gedser
Brücke über Wasserlauf (groß)
148,1 Kong Frederik d. IX’s Bro
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
149,1 Nykøbing F Vest
   
nach Maribo
   
nach Nysted
Bahnhof ohne Personenverkehr
156,3 Lolland Nord
Bahnhof ohne Personenverkehr
165,3 Lolland Midt
Bahnhof ohne Personenverkehr
173,1 Lolland Syd
BSicon exSTR+r.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
von Maribo
BSicon exSTR.svgBSicon eABZgl.svgBSicon exSTR+r.svg
Feste Fehmarnbeltquerung nach Lübeck
BSicon exSTR.svgBSicon DST.svgBSicon exSTR.svg
181,3 Rødby Øst
BSicon exKBHFe.svgBSicon BHF.svgBSicon extSTRa.svg
183,2 Rødby Færge
BSicon .svgBSicon TRAJEKT.svgBSicon extWSTR.svg
Vogelfluglinie nach Lübeck (Fehmarnbelttunnel)

Die Bahnstrecke Ringsted–Rødby Færge ist eine teilweise eingleisige Hauptstrecke in Dänemark. Sie wird auch als Sydbanen bezeichnet und ist Teil der Vogelfluglinie, die Deutschland mit Dänemark verbindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnbau im 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Storstrømsbroen

Am 4. Oktober 1870 wurde die Eisenbahnstrecke von Roskilde, wo sie von der Bahnstrecke København–Fredericia abzweigt, nach Masnedsund am Storstrømmen in Betrieb genommen. Im Gegensatz zur heutigen Verbindung führte diese Strecke über Køge nach Næstved (→ Bahnstrecke Roskilde–Næstved). Zwei Jahre später am 22. August 1872 wurde dann die erste Eisenbahnstrecke auf der Insel Falster von Orehoved auf der anderen Seite des Storstrømmen nach Nykøbing Falster eröffnet. Von Nykøbing aus bestand ab 1873 eine Postdampferverbindung nach Rostock. Die Schienenverbindung zwischen Masnedsund und Orehoved wurde am 15. Januar 1884 durch die Einrichtung einer Eisenbahnfähre hergestellt.

Von Nykøbing aus entstand 1874 die Bahnstrecke nach Nakskov. 1886 wurde die Strecke von Nykøbing nach Gedser eröffnet, wohin dann auch der Endpunkt der Postdampferlinie gelegt wurde. Seitdem 1903 die Eisenbahnfähre Warnemünde–Gedser in Betrieb genommen war, kam auch internationaler Fernverkehr auf die Sydbanen.

Am 1. Januar 1893 wurde die Bahnstrecke Roskilde–Nykøbing verstaatlicht und die die Danske Statsbaner integriert.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1924 wurde der Streckenabschnitt Ringsted–Næstved in Betrieb genommen. Diese Route zweigt in Ringsted von der Bahnstrecke Kopenhagen–Fredericia ab. Damit ging auch der Fernverkehr auf diesen Abschnitt über, während die alte Strecke zwischen Roskilde und Næstved dem Nahverkehr diente.

Durch die Eröffnung der Storstrømsbroen am 26. September 1937 nach vier Jahren Bauzeit konnte die alte Fähre aufgegeben und die Fahrzeit verkürzt werden.

Der Bau der Vogelfluglinie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1940 gab es in Deutschland und Dänemark Planungen zum Bau einer Verbindung zwischen den beiden Ländern mit einer Fährverbindung zwischen Rødby auf der dänischen Insel Lolland und Puttgarden auf der deutschen Insel Fehmarn. Gegenüber der bisherigen Fährverbindung Gedser–Warnemünde ließe sich dadurch die Fährstrecke deutlich verkürzen und außerdem eine bessere Anbindung Norddeutschlands herstellen, gegenüber der Verbindung über den Großen Belt eine deutlich kürzere Gesamtstrecke. Am 3. Januar 1941 wurde daher durch den dänischen Reichstag ein entsprechendes Gesetz erlassen. Am 8. April des Jahres kam es zu einem Regierungsabkommen zwischen Dänemark und Deutschland bezüglich des Baus dieser Verbindung. Der Zweite Weltkrieg verhinderte jedoch größere Baumaßnahmen.

Nach dem Kriegsende und der Teilung Deutschlands war diese Route wieder interessant, weil die Verbindung Gedser–Warnemünde seit 1949 zum Einflussbereich der Deutschen Reichsbahn gehörte. Daher wurde 1951 zwischen Dänemark und der Bundesrepublik Deutschland die Einrichtung einer Eisenbahnfähre Großenbrode–Gedser als vorübergehende Lösung beschlossen. Durch den Bau neuer Fährschiffe wurden bald viele internationale Fernzüge zwischen Deutschland und Skandinavien über diese Verbindung und über die Sydbane geführt. Dazu gehörte der Italien-Skandinavien-Express mit Kurswagen von Rom nach Stockholm.

Da die Fährverbindung über Gedser schnell an ihre Kapazitätsgrenze gelangt war, kam es am 13. Juni 1958 zum Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Dänemark zum Bau der Vogelfluglinie. Durch die deutlich kürzere Fährstrecke wurden mehr Schiffskurse pro Tag bei der gleichen Anzahl von Schiffen möglich. Am 14. Mai 1963 wurde die Vogelfluglinie eröffnet und mit ihr die Strecke Nykøbing–Rødby Færge. In Rødby Færge war dazu ein Fährhafen mit zwei Fährbetten entstanden. In der Folge wurde die Strecke zu einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Norddeutschland und Südskandinavien.

Neustrukturierung ab 1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Eröffnung der Storebæltsbroen wurde der gesamte Güterverkehr von der Vogelfluglinie auf die neue Verbindung verlegt. Zugleich wurde der Fährbetrieb zwischen Puttgarden und Rødby neu strukturiert. Es wurden neue Doppelendfähren beschafft, die nur noch mit einem Gleis zum Transport von Eisenbahnfahrzeugen ausgestattet waren. Damit war die Umstellung des Personenverkehrs auf den Einsatz von Triebzügen der Baureihe MF der DSB verbunden.

2009 und 2010 wurde die Streckenführung mit neuen Schienen verbessert, die Höchstgeschwindigkeit beträgt seitdem zwischen Ringsted und Vordingborg 160 km/h. Es ist geplant, in Verbindung mit der Bau des Fehmarnbelttunnels den Abschnitt zwischen Orehoved und Rødby Færge bis auf die Überführung des Storstrømmen zweigleisig auszubauen. Zudem soll die ganze Strecke elektrifiziert werden.

2014 wurde mit der Erneuerung von 18 Brücken begonnen. Die Bahnsteige in Vordingborg und Rødby Færge wurden erneuert. 2016 begannen die Bauarbeiten für die neue Masnedsundbroen. Zwischen 2022 und 2024 soll die Elektrifizierung der Strecke erfolgen.[3]

Der Streckenabschnitt zwischen Vordingborg und Nykøbing wird zweigleisig ausgebaut. Im Süden von Eskilstrup werden Linienverbesserungen östlich des bisherigen Streckenverlaufes vorgenommen und Kurven begradigt. Der Bahnhof in Eskilstrup erhält einen neuen zweiten Bahnsteig.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Ringsted und Nykøbing verkehren stündlich Regionalzüge mit Halt an allen Stationen. Hinzu kommen im fünf bis sechs Zugpaare im Fernverkehr, die in Rødby Færge nach Puttgarden trajektiert werden und von dort weiter nach Hamburg verkehren.

Davon wurden vier Zugpaare als ICE mit Triebwagen der Baureihe 605 der DB AG gefahren, ein bis zwei Züge (saisonal) als EuroCity mit Triebwagen der Baureihe MF der DSB. Diese Züge halten in Vordingborg, Næstved, Nykøbing und Rødby Færge, jedoch nicht in Ringsted. Der Einsatz der Baureihe 605 auf dieser Verbindung wurde im Dezember 2016 bis auf ein Zugpaar[5] und ab 1. Oktober 2017 komplett[6] beendet.

Zusätzlich verkehren in den Taktlücken zwischen den Fernzügen Regionalzüge nach Nykøbing mit nur wenigen Unterwegshalten wie im Fernverkehr.

Neben den fünf Fernverkehrszügen verkehren zwischen Nykøbing und Rødby Færge noch weitere Regionalzugpaare.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Victor Freiherr von Röll: Artikel Dänische Eisenbahnen. in: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 3. Berlin, Wien 1912, S. 213–220.
  • Friedhelm Ernst: Die Vogelfluglinie. Freiburg 1999

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kort over jernbanenettet - Technische Daten (Banedanmark; auf Dänisch)
  2. Strækningsoversigter. bane.dk, 18. April 2017; abgerufen am 6. April 2017 (dänisch): „Sporskiftet er aflåst jf. SR § 73, ikke i brug.
  3. Ringsted-Femern Banen. Status og tidsplan. bane.dk; abgerufen am 16. Februar 2017 (dänisch).
  4. Status for jernbanearbejderne i Eskilstrup. bane.dk, 11. Mai 2017; abgerufen am 17. Mai 2017 (dänisch).
  5. Keith Fender: DSB to withdraw ICE-TDs as DB terminates lease. 1. Juni 2015; abgerufen am 16. Februar 2017 (englisch).
  6. Deutsche Bahn schickt Diesel-ICE endgültig in Rente. mdr.de, 29. September 2017; abgerufen am 25. Oktober 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]