Bahnstrecke Zalalövő–Murska Sobota

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Die Bahnstrecke Zalalövő–Murska Sobota ist die einzige Eisenbahn, die Ungarn und Slowenien direkt verbindet. Sie ist Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors V bzw. des TEN-T-Prioritätsprojekts Nr. 6.

Viadukt bei Nagyrákos, Länge: 1400 m

Die Strecke Murska SobotaŠalovciZalalövőKörmend wurde 1906/1907 eröffnet und lag damals komplett auf ungarischem Gebiet. Sie diente der Erschließung des ländlichen Raumes in den Komitaten Vas (Eisenburg) und Zala, nicht jedoch dem überregionalen Verkehr. Die Strecke wies zahlreiche enge Kurven auf, sodass die Höchstgeschwindigkeit 60 bis 80 km/h – teilweise noch weniger – betrug. 1913 wurde die Strecke bis Zalaegerszeg verlängert.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der westliche Streckenabschnitt durch den Vertrag von Trianon Teil des Königreiches Jugoslawien, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verkehr eingestellt. Die offizielle Stilllegung erfolgte 1980. Der Verkehr wurde nun über Kroatien abgewickelt (Grenzübergänge Murakeresztúr/Kotoriba und Čakovec/Središče ob Dravi).

Erste Überlegungen zur Wiederinbetriebnahme der Strecke wurden in den 1980er Jahren angestellt. Nach dem Zerfall Jugoslawiens verliehen die zusätzlichen kroatischen Grenzkontrollen und der zunehmende Güterverkehr den Bemühungen neuen Antrieb. 1996 schlossen die Republiken Ungarn und Slowenien ein Abkommen zur Wiederherstellung der Bahnverbindung. Der Wiederaufbau kostete 225 Millionen Euro, wovon 117 Millionen auf Ungarn und 108 Millionen auf Slowenien entfielen. Der ungarische Abschnitt wurde aus dem PHARE-Programm der Europäischen Union gefördert.

Der Verkehr auf der 43,5 km langen Strecke wurde im Frühjahr 2001 aufgenommen. Die eingleisige und seit 2010 elektrifizierte Strecke ist nun für Geschwindigkeiten von 120 bis 160 km/h geeignet. Dennoch stehen für den grenzüberschreitenden Abschnitt derzeit nur Nahverkehrsverbindungen zur Verfügung, wobei auch noch auf dem slowenischen Grenzbahnhof Hodoš umgestiegen werden muss. Nur im Sommer verkehrt zweimal wöchentlich ein Nachtzug BudapestMariborKoper.

Für den Fernverkehr Budapest–Ljubljana gibt es eine Kurswagenverbindung über Zagreb, die für die insgesamt 495 km lange Strecke zehn Stunden benötigt, sowie (etwas schnellere) Umsteigeverbindungen über Wien.

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