Banteln

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Koordinaten: 52° 4′ 5″ N, 9° 45′ 20″ O

Banteln
Wappen von Banteln
Höhe: 92 m ü. NHN
Fläche: 7,51 km²
Einwohner: 1495 (1. Nov. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2016
Postleitzahl: 31028
Vorwahl: 05182
Banteln (Niedersachsen)
Banteln

Lage von Banteln in Niedersachsen

Banteln im Landkreis Hildesheim

Banteln im Landkreis Hildesheim

Banteln ist ein Ortsteil der Kleinstadt Gronau (Leine) im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banteln liegt im Leinebergland östlich vom Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln und wird von der Leine durchflossen. Es befindet sich südlich von Elze und südwestlich von Gronau. Der Höhenzug Külf, in dem der Aussichtsturm Cölleturm steht, erstreckt sich südlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banteln kann sein Mindestalter durch eine Kaiserurkunde belegen. Am 18. April 997 schenkte Kaiser Otto III. dem Kloster Essen an der Ruhr den Königshof Brüggen mit den Ortschaften Banteln, Hemmendorf und Lehde. 1039 wurde der Königshof Brüggen, mit ihm Banteln, unter Kaiser Heinrich III. als „Tafelgut“ an das Kloster Gandersheim weitergegeben. Um 1200 werden die Herren "von Bantelen" als Dienstmannen des Reichsstiftes Gandersheim genannt. Um 1367 traten die Herren von Dötzum an deren Stelle. 1409 folgte in der Lehnsherrschaft der Bischof von Hildesheim. 1582 starb die Familie mit Johann von Dötzum aus und Banteln ging an Johann von Bennigsen.

Im Dreißigjährigen Krieg verwüstete die Tilly’sche Hauptarmee auch Banteln. Bereits 1629 begann Johann Lewin von Bennigsen mit dem Wiederaufbau seiner Güter. Gegen Ende des 30-jährigen Krieges werden ein Schulhaus und ein Schulmeister in Banteln genannt. 1675 belehnte die Äbtissin von Gandersheim die Herren von Bennigsen mit dem Patronatsrecht über die Kirche. 1791 zerstörte eine Feuersbrunst einen großen Teil des Dorfes. Nach einer kurzen Episode als Teil des Königreichs Westfalen mit König Jérome, ein Bruder Napoleons, wurde Banteln 1813 kurhannoverisch und 1815 gehörte es zum Königreich Hannover. Bereits 1853 erhielt der Ort eine eigene Haltestelle an der neuen Eisenbahnstrecke Alfeld–Hannover. Ab 1866 gehörte das Dorf zur preußischen Provinz Hannover.

1969 schloss sich Banteln der sogenannten kleinen Samtgemeinde Gronau freiwillig an und wurde 1974 Mitglied der Samtgemeinde Gronau (Leine). 1997 feierte Banteln sein 1000-jähriges Geburtstagsfest. Zum 1. November 2016 wurde Banteln mit vier anderen Gemeinden nach Gronau (Leine) eingemeindet.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortsnamens sind 997 Bantanon, 1043 Banthenem, 1149 Banthenheim, 1178 Bantenum, 1205 Banthenem, 1304 Bantenem, 1321 Bantelen.

Vielleicht gehört der Name zum althochdeutschen banz. Verwandt erscheinen spanisch banda für „Streifen an einem Fluss“, niederrheinisch bande, bende, beende für „Wiese“. Dieses Wort taucht ausschließlich in Ortsnamen auf. Diese Deutung ist allerdings sehr unsicher und es ist bislang keine überzeugende Deutung zu finden.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Gemeinderat von Banteln setzte sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2011)

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister Friedrich-Georg Block-Grupe (CDU) wurde am 6. November 2011 gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht seit 1992 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Brécey/Normandie (Frankreich).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Gemeinde wurde das Wappen am 3. Februar 1939 durch den Oberpräsidenten in Hannover verliehen. Die Überreichung durch den Landrat aus Alfeld wurde am 17. Mai desselben Jahres durchgeführt.[3]
  • Der Rat der Gemeinde Banteln hat durch Beschluss vom 28. März 1994 sowohl die Wappenbeschreibung von 1939 korrigiert als auch die Begründung neu gefasst.
Wappen von Banteln
Wappenbeschreibung: „Wappenschild schräglinksgeteilt von Silber und Blau; oben ein nach rechts gewandter, rotbewehrter und gezungter schwarzer Adlerkopf, unten ein schräglinks liegender silberner Armbrustschaft.“
Wappenbegründung: Banteln wird während des 10. und 11. Jahrhunderts mehrfach als Besitztum der Ludolfinger bezeugt. In Erinnerung dessen ist ein Adlerkopf in das obere Feld gesetzt. Mit diesem war in der linken Hälfte das Wappen des in Banteln einst ansässigen Geschlechts von Bennigsen vereinigt, aus dem der russische Marschall der Freiheitskriege hervorging. Der Armbrustschaft ist im Wappen derer von Bennigsen nachgewiesen und ergibt sich aus dem Wappen an der Mühle von Banteln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg
Bennigsen'sche Mühle

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemaliges Bantelner Schloss mit Park
  • Feldberger Kapelle auf dem Friedhof
  • Ehemalige Mühle an der Leine (heute genutzt zur Stromerzeugung)
  • St. Georgs-Kirche
  • Naturbad (nach der Schließung der Badeanstalt an gleicher Stelle, errichtet aus dem Holz des Schweizer Pavillons von der Expo 2000 in Hannover).

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Musikzug Banteln nahm schon an der Steubenparade in New York teil. Außerdem existieren ein Männerturnverein, die Freiwillige Feuerwehr Banteln, die Reservistenkameradschaft, der Verein für Ortsheimatpflege und andere.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banteln ist jährlich im August Austragungsort des größten Boßel-Turniers im südlichen Landkreis Hildesheim, an dem ca. 70 Mannschaften teilnehmen. Veranstalter sind der MTV Banteln und die Freiwillige Feuerwehr Banteln.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banteln verfügt über einen Bahnhof. Am westlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 3 in Nord- Südrichtung, die Bundesstraße 1 verläuft ca. vier Kilometer nördlich in Ost-West-Richtung.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banteln erreichte 1992 einen 1. Platz im Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Banteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Leinebergland - Banteln 1. November 2016, abgerufen am 22. Juni 2017 (pdf; 14 kB).
  2. Der „Ortsnamenforscher“ auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Verlag: Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Neubindung)