Brüggen (Leine)

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Brüggen
Wappen von Brüggen
Koordinaten: 52° 2′ 34″ N, 9° 46′ 53″ O
Höhe: 94 m ü. NHN
Fläche: 12,2 km²[1]
Einwohner: 875 (30. Nov. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2016
Postleitzahl: 31028
Vorwahl: 05182
Brüggen (Niedersachsen)
Brüggen

Lage von Brüggen in Niedersachsen

Brüggen im Landkreis Hildesheim
Brüggen im Landkreis Hildesheim

Brüggen ist ein Ortsteil der Stadt Gronau (Leine) im Landkreis Hildesheim, Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brüggen liegt nördlich von Alfeld (Leine) zwischen den Naturparks Weserbergland und Harz an der Leine. Östlich und südöstlich von Brüggen erheben sich die Sieben Berge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

936 wurde die Brüggen erstmals urkundlich erwähnt. Der spätere Kaiser Otto der Große, Sohn des Sachsenkönigs Heinrich I., hat hier auf dem Königshof Brüggen insgesamt vier Urkunden ausgefertigt. Mit diesen gewährte er 937 dem Bischof Balderich von Utrecht (Holland) das Münzrecht, bewilligte 955 die Gründung des Stifts Fischbeck an der Weser, bestätigte 961 dem Bischof Landward von Minden die überlieferten Bistumsrechte und übertrug 965 den Brüdern der Moritz-Kirche zu Magdeburg das Münzrecht und den Marktzoll zu Gittelde am Harz. Sein Enkel Kaiser Otto III. schenkte 997 das Königsgut Brüggen mit Hemmendorf, Lehde und Banteln dem Stift Essen an der Ruhr. 1039 übertrug Kaiser Heinrich III. Brüggen dem Stift Gandersheim, dessen Äbtissin Adelheid I. eine Tochter Kaiser Ottos II. und seiner Gemahlin Theophanu war.

Ab etwa 1180 ist die Familie von Steinberg auf dem Gut Brüggen ansässig, 1207 wird eine Burg bezeugt und 1220 zum ersten Mal die Ortskirche erwähnt. 1470 bestanden in Brüggen neben dem Rittergut 6 Meierhöfe und 7 Kothöfe. 1505 wurde die Holzkirche durch einen Steinbau ersetzt, 1542 dann im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel die Reformation eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg plünderten Tillys Truppen den Ort. 1693 ließ Friedrich von Steinberg das jetzige Schloss erbauen.

Von 1741 bis 1852 bestand in Brüggen ein „Posthof“ als Relaisstation, von 1878 bis 1963 eine Bahnstation an der Strecke Hannover-Kassel. 1895 wurde die Freiwillige Feuerwehr Brüggen gegründet, die seitdem für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe sorgt. 1909 erhielt Brüggen eine Wasserleitung und eine Kanalisation. 1965 wurde die Samtgemeinde Brüggen gebildet, die seit 1974 zur Samtgemeinde Gronau gehört.

Brüggen wurde am 1. November 2016 in die Stadt Gronau (Leine) eingemeindet. Die Gemeinde war Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Gronau (Leine).

Erklärung des Ortsnamens
Blick auf Brüggen

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 936 Brugheim, 954 Brugkihem, 955 Brugkiem, 965 Bruggeheim, 997 Bruggihem, 1004 Bruggeheim, 1210 Brugehem, 1220 Brucchem, 1226 Bruken und 1216 Brucken. Trotz einiger Varianten ist die Grundform des Ortsnamens gut erkennbar. Der Name besteht aus einer Zusammensetzung aus „bruggi“ für Brücke und „-hem“ für Heim. Daher steht Brüggen für Heim/Siedlung an der Brücke.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 1. November 2016 wird Brüggen auf kommunaler Ebene von dem Rat der Stadt Gronau (Leine) vertreten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde wurde das Ortswappen am 23. Mai 1937 durch den Oberpräsidenten in Hannover verliehen. Die Überreichung durch den Landrat aus Alfeld wurde am 21. Januar 1938 durchgeführt.[4]

Wappen von Brüggen (Leine)
Wappenbeschreibung: „Auf Gold eine einbogige, rote Steinbrücke über blausilber gewelltem Schildfuß. Aus der Brücke wachsend ein schwarzer, rotbewehrter Adler (mittelalterlicher Reichsadler) mit gespreizten Schwingen.“[4]
Wappenbegründung: Nach der Volksetymologie hat das Dorf Brüggen seinen Namen von einer Anzahl Brücken, die hier die Leine und das zum Teil sehr sumpfige Gelände ihrer Niederung überqueren. Dieser Gedanke ist oftmals in Symbolen des Dorfes zum Ausdruck gebracht und daher auch im Wappen verankert. In der Zeit der sächsischen Kaiser zeichnete den Ort große politische Bedeutung aus. Der Königshof Brughem (= Brüggen) sah unter anderem recht oft Otto den Großen in seinen Mauern, was durch eine Anzahl kaiserlicher Urkunden, die Otto hier vollzog, bezeugt wird. Die früheste ist für die Zeit um die Jahreswende 936-937 datiert. Damit war einmal die Jahrtausendfeier im Jahre 1937 und zum anderen die Hereinnahme des alten Reichsadlers in den oberen Teil des Wappens begründet. Das Wappen ist am 13. Juni 1937, an dem Tage der Jahrtausendfeier, erstmals vom Bürgermeister der Gemeinde Brüggen im Siegel benutzt worden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum Brüggen
Das Heimatmuseum Brüggen wurde im Oktober 2001 eröffnet. Es präsentiert regionale Kultur sowie Natur und wird von einem Ortsheimatpfleger ehrenamtlich betreut. Das Museum verfügt über eine größere Fotosammlung zu Brüggen sowie heimatkundliche Literatur. Es finden Sonderausstellungen zu örtlichen Themen statt.

Schloss Brüggen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Brüggen

Schloss Brüggen, erbaut 1693 von Friedrich von Steinberg mit Schlosspark, Schlosskirche, Hof und Wirtschaftsgebäuden; seit 1911 auf dem Erbwege im Besitz der Freiherren von Cramm. Hier verbrachte der so genannte Tennis-Baron Gottfried von Cramm einen Großteil seiner Jugend. Er feierte hier in den 1950er Jahren mit großem Aufwand seine Hochzeit mit Barbara Hutton.

Schlossgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schlossgarten in Brüggen entstammt dem Zeitalter des Absolutismus. Der barocke Schlossgarten wich im Zeitalter des Klassizismus und der Romantik dem englischen Garten. Nur das große Rasenoval vor dem Schloss lässt noch rahmenhaft die Ausdehnung des Barockgartens erkennen. Trotz der verschwundenen Gartenpracht ist der Park von Schloss Brüggen in seiner landschaftlichen Gestaltung, die das Leinetal optisch über Blickachsen in die Gartengestalt einbezieht, eine sehenswerte Anlage geblieben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr

Brüggen ist über die Bundesstraße 3, die westlich in unmittelbarer Nähe der Gemeinde liegt, an das Straßennetz angeschlossen.

Die Hannöversche Südbahn HannoverGöttingen verläuft durch das Gemeindegebiet. Der nächste Bahnhof ist in Banteln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz-Joachim Tute: Historische Gärten im Landkreis Hildesheim, in: Jahrbuch 1996 des Landkreises Hildesheim, S. 146–148

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brüggen (Leine) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Spalte Fläche, Stand 1. Januar 2015.
  2. Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Leinebergland - Brüggen. Vom: 30. November 2016, abgerufen am 18. September 2017 (pdf-Datei).
  3. Der „Ortsnamenforscher.“ Auf: NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph.
  4. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Verlag: Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Neubindung).
  5. Dirk Böttcher: Lange, (1) Karl, in: Stadtlexikon Hannover, S. 386.