Battambang (Provinz)

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បាត់ដំបង
Provinz Battambang
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Kambodscha
Hauptstadt Battambang
Fläche 11.702 km²
Einwohner 997.169 (Zensus 2019[1])
Dichte 85 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 KH-2
Reisernte in der Provinz Battambang
Koordinaten: 13° 6′ N, 103° 12′ O

Battambang (Khmer បាត់ដំបង, Umschrift: Bătdâmbâng, IPA: [ɓatɗɑmɓɑŋ]) ist eine Provinz von Kambodscha mit gleichnamiger Provinzhauptstadt. Die Provinz liegt im Nordwesten des Landes und grenzt an Thailand.

Die Provinz hat 997.169 Einwohner (Stand: Zensus 2019). 2017 betrug die Einwohnerzahl 1.260.700.[2]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Battambang ist in 14 Bezirke, 96 Gemeinden und 741 Dörfer unterteilt:

Geocode Khmer Bezirksnamen
0201 ស្រុកបាណន់ Banan
0202 ស្រុកថ្មគោល Thma Koul
0203 ក្រុងបាត់ដំបង Bat Dambang
0204 ស្រុកបវេល Bavel
0205 ស្រុកឯកភ្នំ Aek Phnum
0206 ស្រុកមោងឫស្សី Moung Ruessei
0207 ស្រុករតនមណ្ឌល Rotanak Mondol
0208 ស្រុកសង្កែ Sangkae
0209 ស្រុកសំឡូត Samlout
0210 ស្រុកសំពៅលូន Sampov Lun
0211 ស្រុកភ្នំព្រឹក Phnum Proek
0212 ស្រុកកំរៀង Kamrieng
0213 ស្រុកគាស់ក្រឡ Koas Krala
0214 ស្រុករុក្ខគិរី Rukhakiri

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einteilung von Democratic Kampuchea in Zonen zwischen 1975 und 1979.

Die Region gehörte zu Zeiten des Reiches von Angkor zu den wohlhabenden Gebieten des Herrschaftsgebietes. Die Territorien auf dem Gebiet der heutigen Provinz Battambang nannten sich damals Amogha Boreak und Bhima Boreak. Das Land war fruchtbar und produzierte viel Reis, Obst und Gemüse. Hinduistische und buddhistische Tempel zeugen noch heute von der Zugehörigkeit zum Khmerreich. In den Wirren während des Niederganges des Reiches von Angkor zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert fiel die Region an das siamesische Königreich Ayutthaya.

1769 eroberte der siamesische König Taksin Battambang und Siem Reap.[3] Der Khmer-Adelige Oknya Yomreach (Baen) fungierte während des Interregnums in Kambodscha 1782–1794 als eine Art Vizekönig und Vertreter siamesischer Interessen. Nach der Rückkehr des Königs Ang Eng nach Kambodscha wurde Baen 1794 unter dem Namen Chaophraya Aphaiphubet siamesischer Gouverneur von Battambang und Siem Reap. Diese wurden direkt der Regierung in Bangkok unterstellt und damit vom übrigen Kambodscha abgetrennt.[4] Chaophraya Aphaiphubet war Stammvater der Familie Aphaiwong, in der das Gouverneursamt im folgenden Jahrhundert faktisch vererbt wurde. Auf Thailändisch hieß die Provinz Phra Tabong (พระตะบอง). Auch nach dem französisch-siamesischen Vertrag von 1867 verblieb der Nordwesten Kambodschas (die damaligen Provinzen Phra Tabong und Siem Reap) bei Siam, während der Rest des Landes französisches Protektorat wurde.

Erst 1907 musste Siam Battambang, Siem Reap und Sisophon an Frankreich abtreten.[5] Infolge des Französisch-Thailändischen Kriegs gehörte Battambang von 1941 bis 1946 noch einmal zu Thailand. Battambang war damals eines der produktivsten Reisanbaugebiete Indochinas.[6] Khuang Aphaiwong, Sohn des letzten siamesischen Gouverneurs von Phra Tabong, war in den 1940er-Jahren Ministerpräsident von Thailand.

Die Rückgabe Battambangs an Frankreich war Bedingung für die Aufnahme Thailands in die UNO. Nach der Unabhängigkeit Kambodschas 1953 wurde 1966 der nördlichste Teil der Provinz Battambang der neuen Provinz Oddar Meanchey zugeordnet. 1967 und 1968 kam es in der Provinz zu Aufständen gegen die Regierung Norodom Sihanouk. Die Aufstände brauchen in Samlaut aus. Während der Herrschaft der Roten Khmer gehörte Battambang zur Nordwestlichen Zone. Battambang war 1977 das Ziel von großangelegten Umsiedlungen von Bewohner aus der Östlichen Zone. Durch die Umsiedlungen sollten Aufstände in dieser Zone unterdrückt werden. Viele der Zwangsumgesiedelten wurden kurz nach der Ankunft in Battambang ermordet. Sie galten durch ihre Nähe zu Vietnam als vietnamfreundlich. Viele Funktionäre der Zone hatten während des Vietnamkrieges zusammen mit vietnamesischen Truppen gegen das Regime Lon Nol gekämpft. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei bereitete sich aber auf einen Krieg mit Vietnam um das Mekong Delta vor.[7] 1986 wurde die Provinz Banteay Meanchey aus Battambang ausgegliedert. 1998 wurde Pailin, die letzte Hochburg der Roten Khmer eigenständig.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich lebt die Region von ihrem starken landwirtschaftlichen Potential. 2006 wurden 536.830 Tonnen Reis produziert. Des Weiteren werden unter anderem Mais, Maniok, Süßkartoffeln, Bohnen und Chili angebaut. Ein zweiter Wirtschaftsbereich ist die Fischerei, Es gibt 12 Fischereigebiete, die 2006 7000 Tonnen Fisch produzierten. Hauptfang in der Regenzeit ist der Schlangenkopffisch (Snakehead). Das Landwirtschaftsministerium ist um Nachhaltigkeit bemüht und versucht illegale Fischerei einzudämmen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Provinz wurde 1993 das Samlaut Multiple Use Area eingerichtet – ein Naturschutzgebiet mit dem letzten Regenwald Westkambodschas. Hier leben auch noch wilde asiatische Elefanten. Seit 2006 kooperiert die Parkverwaltung mit den Sequoia und Kings Canyon National Parks in den Vereinigten Staaten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Provinz befinden sich die Hindutempel Wat Ek Phnom und Wat Banan.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Provinz Battambang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. General Population Census of the Kingdom of Cambodia 2019. In: Final General Population Census 2019 (PDF-Datei). National Institute of Statistics of Cambodia, 16. August 2019, abgerufen am 14. März 2022 (englisch).
  2. Statistisch projektierte Einwohnerzahlen für 2017 auf citipopulation.de
  3. David K. Wyatt: Thailand. A Short History. 2. Auflage, Silkworm Books, Chiang Mai 2004, S. 124.
  4. David K. Wyatt: Thailand. A Short History. 2. Auflage, Silkworm Books, Chiang Mai 2004, S. 140.
  5. David K. Wyatt: Thailand. A Short History. 2. Auflage, Silkworm Books, Chiang Mai 2004, S. 191.
  6. Judith A. Stowe: Siam Becomes Thailand. A Story of Intrigue. C. Hurst & Co., London 1991, ISBN 0-8248-1393-6, S. 183.
  7. Ben Kiernan: The Eastern Zone Massacres, Columbia University, 1986