Bauer AG

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BAUER Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005168108
Gründung 1790
Sitz Schrobenhausen, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 10.771 (2016) [1]
Umsatz 1.396,9 Mio. EUR (2016) [1]
Branche Bau, Maschinenbau
Website www.bauer.de
Stand: 31. Dezember 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016

Die BAUER Maschinen Gruppe auf der weltweit bedeutendsten Fachmesse für Baumaschinen, der bauma in München.
Inmitten einer Wüstenlandschaft betreibt die BAUER Nimr LLC im Oman die größte kommerzielle Schilfkläranlage der Welt.
Das Bahnprojekt Umfahrung Schwarzkopftunnel im Spessart stellt 2014 den bislang größten Auftrag für das Segment Bau in Deutschland dar.
Arbeiten an der künstlichen Inselgruppe Palm Jumeirah in Dubai in den Vereinigten Arabische Emiraten.


Die BAUER Aktiengesellschaft ist ein börsennotiertes Bau- und Maschinenbauunternehmen mit Sitz im oberbayrischen Schrobenhausen.

Bauer ist führend in der Herstellung komplexer Baugruben, Gründungen und vertikaler Abdichtungen sowie in der Entwicklung und Fertigung geeigneter Maschinen für diesen Markt. Darüber hinaus nutzt der Konzern seine Kompetenzen für die Exploration, Förderung und Sicherung wertvoller Ressourcen. Die Unternehmen der Bauer Gruppe verzeichneten im Jahr 2016 mit etwa 10.800 Mitarbeitern in rund 70 Ländern eine Gesamtkonzernleistung von 1,6 Milliarden Euro.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1790 erwarb Sebastian Bauer (unter dem Namen Paur) aus Deggendorf, Sohn einer in der Vorgeneration aus Osterhofen (Niederbayern) stammenden Kupferschmied-Familie, eine Kupferschmiede in Schrobenhausen. Über ein Jahrhundert war die Kupferschmiede an der Einrichtung von Brauereien beteiligt, führte Dachdeckerarbeiten mit Kupfer aus und stellte Gegenstände für den alltäglichen Hausgebrauch her.

Andreas Bauer bohrte 1902 in Schrobenhausen für das neue Wasserhaus der Bahnstation in Schrobenhausen einen artesischen Brunnen, wodurch der Brunnenbau neuer Geschäftszweig des Unternehmens wurde. Für dessen Sohn Karl Bauer war der Bau der zentralen Wasserversorgung der Stadt Schrobenhausen im Jahre 1928 ein Schlüsselprojekt. Mit dieser Referenz wendete er den Betrieb zum Brunnenbau-Unternehmen und war mit der Errichtung von Brunnen und Wasserversorgungsanlagen für Städte und Industriebetriebe bald in ganz Bayern tätig.

Karlheinz Bauer, Jahrgang 1928 und seit 1953 Gesellschafter, wurde 1956 alleiniger Geschäftsführer und richtete den Betrieb auf den Spezialtiefbau aus. Zwei Jahre später folgte die Erfindung des Verpressankers auf der Baustelle Bayerischer Rundfunk in München. Das Unternehmen meldete daraufhin ein Patent auf das Bauverfahren an und begann dessen internationale Vermarktung. Die erste Auslandsbaustelle befand sich 1959 in der Schweiz, auch hier kam der Verpressanker zum Einsatz und begann seine Erfolgsgeschichte. In den 1960er Jahren wurde das Bauverfahren vor allem beim U-Bahn-Bau in zahlreichen Städten der Bundesrepublik eingesetzt.

1969 begann das Unternehmen mit der Konstruktion und Fertigung eines Ankerbohrgeräts und unternahm damit erste Schritte im Bereich Maschinenbau. Im Jahr 1975 erhielt das Unternehmen erste Aufträge in Libyen, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In der Folgezeit dehnte Bauer Spezialtiefbau die Bautätigkeit und den Maschinenvertrieb auf immer mehr Länder aus, ab Mitte der 1980er Jahre mit neuen Schwerpunkten im Fernen Osten.

1976 wurde die Maschinenpalette um das Großdrehbohrgerät BG 7 erweitert. Die BG-Serie entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zum Kernbereich des Bauer Maschinenbaus. 1984 folgte die Entwicklung und der Bau einer ersten eigenen Schlitzwandfräse. Zwei Jahre später wurde Thomas Bauer – seit 1984 im Unternehmen – alleiniger Geschäftsführer. Unter seiner Leitung erfolgte die Internationalisierung der BAUER Gruppe im Maschinenbau und Spezialtiefbau.

Im Jahr 1990 erfolgte die Gründung der BAUER und MOURIK Umwelttechnik GmbH & Co. Daraus entwickelte sich nach 2002 mit Übernahme der FWS Filter- und Wassertechnik die BAUER Umwelt GmbH. 1992 erfolgte die Übernahme des Thüringer Unternehmens Schachtbau Nordhausen GmbH. Schon im Jahr zuvor wurde gemeinsam mit Schachtbau Nordhausen die Tochter SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH gegründet.

1994 erfolgte die Gründung der BAUER Aktiengesellschaft als Dachgesellschaft, woraufhin die Deutsche Beteiligungs AG 1996 durch eine Kapitalerhöhung Anteile der BAUER AG erhielt. 2001 wurde mit der Neustrukturierung der BAUER Gruppe begonnen. Die BAUER Maschinen GmbH mit den Unternehmen Klemm Bohrtechnik, MAT Mischanlagentechnik, RTG Rammtechnik, Eurodrill, TracMec und PILECO wurde eigenständig am Markt tätig.

Am 4. Juli 2006 erfolgte der Börsengang der BAUER AG. Das Unternehmen übernahm 2007 die German Water and Energy GmbH (kurz GWE), und vollzog so eine Erweiterung der Geschäftsaktivitäten um die Bereiche Brunnentechnik, Wasser und Geothermie.[2] Es erfolgte eine Neuausrichtung des gesamten Marktauftritts des Unternehmens mit den drei Segmenten Bau, Maschinen und Resources.

In den folgenden beiden Jahren wurden die Maschinenbauwerke in Aresing und Nordhausen sowie in Tianjin (China) und Shanghai erweitert, ein neues Werksgelände mit über 34.000 m² Hallenfläche in Edelshausen eingeweiht und ein neues Maschinenbauwerk in Conroe (Texas, USA) eröffnet.

Im Jahr 2010 feierte die Fräsentechnik ihr 25-jähriges Jubiläum, zudem wurde die bis dato größte Pflanzenkläranlage der Welt im Oman von Bauer Resources fertiggestellt. 2012 wurde im Jahresverlauf erstmals die Marke von weltweit 10.000 Mitarbeitern überschritten.

Es folgten Aufträge für die Gründungsarbeiten des künftig höchsten Gebäudes der Welt (Kingdom Tower) und Europas (Lakhta Center) sowie 2014 die Ausführung des für die Firma bislang größten Spezialtiefbauauftrags in Deutschland: das Bahnprojekt Umfahrung Schwarzkopftunnel im Spessart.

2015 feierte Bauer sein 225-jähriges Firmenjubiläum und der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte konnte mit dem Sanierungsprojekt Kesslergrube im Umweltbereich gewonnen werden. Im Jahr 2017 erfolgte der Auftrag für die Erweiterung der im Jahr 2010 fertiggestellten Pflanzenkläranlage im Oman.

Bauer ist Weltmarktführer in der Herstellung der gesamten Maschinenpalette für den Spezialtiefbau.[3] Das Unternehmen kann zudem auf zahlreiche prestigeträchtige Gründungsprojekte, wie den Burj Khalifa oder die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke zurückblicken.


Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in drei zukunftsorientierte Segmente mit hohem Synergiepotenzial aufgeteilt: Bau, Maschinen und Resources. Das Segment Bau bietet neben allen bekannten auch neue, innovative Spezialtiefbauverfahren an und führt weltweit Gründungen, Baugruben, Dichtwände und Baugrundverbesserungen aus. Im Segment Maschinen ist Bauer als Weltmarktführer der Anbieter für die gesamte Palette an Geräten für den Spezialtiefbau sowie für die Erkundung, Erschließung und Gewinnung natürlicher Ressourcen. Im Segment Resources konzentriert sich Bauer auf hochinnovative Produkte und Services für die Bereiche Wasser, Umwelt und Bodenschätze.

Zum Konzern gehören eine Vielzahl von Tochtergesellschaften, unter anderem die Schachtbau Nordhausen.

Spezielle Bauverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unternehmen der Gruppe waren maßgeblich an der Entwicklung verschiedener Bauverfahren für den Spezialtiefbau beteiligt. Bekannte Verfahren sind unter anderem:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Josef Mayer (Hrsg.): Bauer – Geschichte und Geschichten. Verlag Ballas, 2006, ISBN 978-3-00-018518-2
  • Erwin Stötzer, Manfred Schöpf, Franz Josef Mayer, Klaus Englert: Spezialtiefbau – Festschrift zum 80.Geburtstag von Karlheinz Bauer. Verlag Ballas, 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bauer AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bauer AG: Geschäftsbericht 2016. 13. April 2017, abgerufen am 24. April 2017 (PDF).
  2. Bauer AG: Bauer übernimmt die German Water and Energy GmbH („GWE“). 20. April 2010, abgerufen am 20. April 2010.
  3. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.