Berkach (Hessen)

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Berkach
Wappen von Berkach
Koordinaten: 49° 53′ 59″ N, 8° 29′ 1″ O
Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 2,8 km²[1]
Einwohner: 1128 (30. Jun. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 403 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64521
Vorwahl: 06152
Das alte Rathaus
Das alte Rathaus
Evangelische Kirche

Berkach (mundartlich: Bergoff)[3] ist ein Stadtteil der Kreisstadt Groß-Gerau im südhessischen Kreis Groß-Gerau.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden der Ebene des Hessischen Ried liegt Berkach in einer nach Westen offenen, vom Scheidgraben im Süden und vom Landgraben im Osten und Norden gebildeten weitgehend verlandeten Mäanderschleife, die der Neckar vor 2000 Jahren ausgebildet hatte, als er noch bei Trebur in den Rhein mündete. Diese Schleife schneidet der Mühlgraben ab, der durch den Ort führt.

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Norden Dornberg, im Osten Büttelborn, im Süden Dornheim und im Westen Wallerstädten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen von Birkehe oder Birchehe seit dem Jahr 1035. Damals schenkte König Konrad II. dem Kloster Fulda dort eine Besitzung. Weitere Hinweise auf die Besitzverhältnisse in Berkach finden sich

Als Ortsname sind in den historischen Unterlagen unter anderem Bercach, villa Im Jahr 1246, Bercka bis 1403, Berckauch 1419, Birkawe 1468, Berckbach 1508, Berckhof 1557 und Bergach 1738 dokumentiert.[1]

Über die Zentverhältnise ist bekannt, dass[1]

1035 war Berkach Teil von Germaremarcha. Bis 1820 gehörte Berkach zum Amt Dornberg, das ab 1816 zur Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen gehörte. 1821 wurden im Großherzogtum Landratsbezirke eingeführt und Berkach dem Landratsbezirk Dornberg zugeteilt. 1832 wurden die Einheiten ein weiteres mal vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Dadurch gelangt Berkach in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Berkach zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig wurde. Dort verblieb der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.[1]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau.

Die Gemeinde Berkach schloss sich im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 31. Dezember 1971 der Stadt Groß-Gerau einvernehmlich an.[4][5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

Berkach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 1970
Jahr  Einwohner
1829
  
186
1834
  
211
1840
  
212
1846
  
202
1852
  
209
1858
  
240
1864
  
232
1871
  
247
1875
  
260
1885
  
266
1895
  
285
1905
  
323
1910
  
337
1925
  
334
1939
  
347
1946
  
535
1950
  
545
1956
  
466
1961
  
487
1967
  
555
1970
  
603
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1961: 392 evangelische, 79 römisch-katholische Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbildprägende Gebäude in der Rathausstraße sind die Evangelische Kapelle und das auf drei Seiten freistehende alte Rathaus von 1597, ein stattlicher Fachwerkbau mit reichem Balkenwerk und Schnitzereien.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Ortskern im Westen berührend verbindet die Bundesstraße 44 Berkach mit der Kernstadt Groß-Gerau. Von dieser Verkehrsader nach Osten abzweigend durchquert die Kreisstraße K 160 den Ortskern in Richtung Büttelborn.

Im Alten Rathaus ist ein Jugendtreff untergebracht. Ferner gibt es am Ort ein Dorfgemeinschaftshaus und diesem benachbart einen Kindergarten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Berkach, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen im Stadtportrait. In: Internetauftritt der Stadt Groß-Gerau. Abgerufen im April 2018.
  3. Darmstädter Echo, Mittwoch, 9. Oktober 2014: Familiensonntag in Berkach
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschluss und Gliederung von Gemeinden  vom 29. Dezember 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. Nr. 1972/3, S. 84, 87, Punkt 93, Nr. 60 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,0 MB]).
  5. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 253