Blindenfußball

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Spielszene des Spieles Stuttgart gegen Berlin am 15. Dezember 2007 in Marburg
Vedat Sarikaya (MTV Stuttgart 1843 e.V.) gegen Alican Pektas (SF/BG Blista Marburg, rechts) - Endspiel der Blindenfussball-Bundesliga am 22. Sept. 2012 in München.

Blindenfußball ist eine Sportart aus dem Bereich des Blindensports, die seit Sommer 2006 in Deutschland praktiziert und trainiert wird. In Österreich wird diese Sportart seit Oktober 2009 angeboten. Bis heute existiert nur eine einzige österreichische Mannschaft in Wien.[1] Zwei Mannschaften treten mit je fünf Spielern gegeneinander an. Ziel ist es, wie beim Fußball sehender Spieler, den Ball ins gegnerische Tor zu schießen. Die Spieler auf dem Feld sind blind im Sinne des höchsten Schweregrads B1. Augenklappenbinden und Augenpflaster gleichen eventuelle Unterschiede in der Sehschädigung unter den Spielern aus. Die Torhüter dürfen als einzige Spieler über eine normale Sehfähigkeit verfügen. Sie und die mannschaftseigenen Guides, die jeweils hinter dem gegnerischen Tor positioniert sind, sowie die Trainer an den Banden dirigieren mit Zurufen ihre Spieler. Der Ball ist im Inneren mit Rasseln versehen und auf diese Weise hörbar.

Regeln[Bearbeiten]

Strafstoß zum 1:0 im Spiel Stuttgart gegen Berlin am 15. Dezember 2007 in Marburg

Gespielt wird auf einem etwa 20×40 Meter großen rechteckigen Feld, dessen Längsseiten von stabilen Seitenbanden begrenzt werden. Eine glatte Vorderfront dieser Banden ohne ins Feld ragende Füße ist essentiell, da die Spieler über Bande spielen und sich während des Spiels an ihr entlang tasten. Blindenfußball wird international vielfach in der Halle, daher auch der Begriff Blind Futsal, gespielt, ist unter entsprechenden Bedingungen (ruhige Lage der Spielstätte) jedoch auch im Freien spielbar. Kunstrasen oder natürlicher Rasen bilden den Untergrund.

Laut dem Regelwerk für den Blindenfußball, das von der Dachorganisation für Blindensport in Europa, der International Blind Sports Federation (IBSA), in Anlehnung an das Futsal-Regelwerk der FIFA entwickelt wurde, sind im Wettkampfgeschehen folgende Regeln bindend:

  • Das Feld ist 38 bis 42 Meter lang und 18 bis 22 Meter breit. In der Mitte der Spielfläche befindet sich ein Kreis von sechs Metern Durchmesser. Eine mittig durch den Kreis gezogene Linie teilt das Feld in zwei Hälften. Das Tor ist drei Meter breit und zwei Meter hoch, der Torraum um das Tor herum beträgt 5×2 Meter. Strafstöße werden von einem Punkt sechs Meter vom Zentrum des Tors entfernt ausgeführt.
  • In acht Meter Entfernung vom Zentrum des Tores befindet sich ein weiterer Punkt auf dem Feld, von dem aus Freistöße vorgenommen werden. Das ist ein Unterschied zum Fußball sehender Spieler, die ihre Freistöße von jedem Punkt innerhalb des Spielfeldes ausführen.
  • Die Spieldauer beträgt 50 Minuten bei zwei Halbzeiten von je 25 Minuten.
  • Der Ball besteht aus Leder oder Synthetik, hat einen Umfang von 62 cm und ein Gewicht von 510–540 Gramm. Er ist damit kleiner und schwerer als der FIFA-Fußball. Im Inneren ist er mit mehreren lauten Rasseln versehen. Er wird in Brasilien von Strafgefangenen hergestellt und ist in Europa schwer zu erwerben.
  • Erforderlich ist eine Beschallungsanlage in der Nähe des Zeitnehmers, um Time-outs verbal mitzuteilen und das Publikum um Ruhe zu bitten.
  • Im Blindenfußball gibt es keine Abseitsregel.

Charakteristik des Spiels[Bearbeiten]

Das Spiel blinder Spieler funktioniert durch gutes Gehör, Orientierungssinn, Körperbeherrschung und den engen Kontakt zum hörbaren Ball. Durch eine spezielle Lauftechnik bleiben Ball und Füße bis zur Abgabe in Berührung. Die Torhüter, Trainer und ein hinter jedem Tor postierter Guide erleichtern mit Zurufen die Orientierung. Im Fall eines Strafstoßes, der im Blindenfußball vom Sechs-Meter-Punkt ausgeführt wird, klopft der Torhüter vor dem Stoß mit einem Stock links und rechts an die Pfosten, um die Orientierung des Schützen zu erleichtern. Die Spieler der Spitzenmannschaften im Blindenfußball erarbeiten sich im jahrelangen Training die Fähigkeit, den Ball über längere Strecken zu führen, Gegner anzudribbeln, zuverlässige Pässe zu spielen und Torschüsse zu platzieren.

Blindenfußball International[Bearbeiten]

2004 wurde Blindenfußball bei den Paralympischen Spielen in Athen als Football 5-a-side (5er Fußball) als Demonstrationssportart in den Kanon der olympischen Disziplinen aufgenommen. Entsandt wurden Nationalmannschaften aus den Ländern Argentinien, Brasilien, Frankreich, Griechenland, Korea, Russland, Spanien und der Ukraine. Mittlerweile wird Blindenfußball in 21 Ländern organisiert ausgeübt. Die Verantwortung für die internationale Entwicklung und Organisation des Blindenfußballs liegt in den Händen der International Blind Sports Federation (IBSA) mit Sitz in Madrid. Mit Unterstützung der UEFA realisiert die IBSA derzeit im Rahmen ihres Futsal-Entwicklungsprogramms für Blinde europaweit Blindenfußball-Seminare für Trainer und Schiedsrichter der FIFA-Landesverbände.

In Europa finden alle zwei Jahre Europameisterschaften (EM) statt. Bei der fünften EM, die im Jahr 2007 in Athen ausgetragen wurde, waren die Spanier siegreiches Nationalteam, die England und Frankreich auf die Podiumsplätze verdrängten. Deutschland wurde als Neuling siebenter. Die folgende Europameisterschaft wurde im Juni 2009 in Nantes in Frankreich ausgetragen. Erstmals löste das Team Frankreich die Spanier als Europameister ab, die hinter England auf dem dritten Platz landeten. Deutschland reihte sich hinter den Griechen auf Rang fünf ein. Während dieser Europameisterschaft gelang Deutschland auch der erste Sieg der Nationalmannschaft überhaupt. Im Gruppenspiel gewannen die Deutschen erstmals mit 4:0 gegen das Nationalteam aus Italien. Die nächste Europameisterschaft fand 2011 im türkischen Aksaray statt. Hier belegte die deutsche Mannschaft den achten und damit letzten Platz im Turnier, während Frankreich vor Spanien und England wieder Europameister wurde.[2]

Im Sommer 2008 fanden in der chinesischen Hauptstadt Peking die zweiten Paralympics statt, bei denen Blindenfußball gespielt wurde. Vom 7. bis zum 17. September trugen dort die sechs Nationalmannschaften aus Spanien, England, China, Südkorea, Brasilien und Argentinien das Fußballturnier für Menschen mit Sehbehinderungen aus. Nach einer Runde jeder gegen jeden, wobei alle zwei Tage gespielt wurde, fanden am Ende zusätzlich Platzierungsspiele um den 1., 3. und 5. Platz statt. Mit einem 2:1-Erfolg gegen China gewann Brasilien die Goldmedaille: China war kurz vor der Pause in Führung gegangen, Brasilien glich aus und verwandelte in der Schlussminute einen (Doppel-)Strafstoß zum Siegtreffer. Im Spiel um die Bronzemedaille stand es nach Ablauf der Spielzeit 1:1 zwischen Argentinien und Spanien: das Sechsmeterschießen endete 1:0. Auch im Spiel um den 5. Platz gab es ein 1:0 im Sechsmeterschießen nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit: Großbritannien gewann damit gegen Südkorea.

Im Oktober 2009 nahm Deutschland zum zweiten Mal an den Clubmeisterschaften in Griechenland teil. 2007 noch mit einer Auswahl von Spielern und dem letzten Platz, sandte 2009 der Deutsche Behindertensportverband die Nationalmannschaft in Griechenlands Norden. Weitere teilnehmende Länder waren neben dem Gastgeber die Engländer sowie das Nationalteam aus Russland. Im Modus Jeder-gegen-Jeden holte sich das englische Team den Turniersieg. Die Deutschen unterlagen den Engländern (4:1), spielten gegen Russland unentschieden (0:0) und konnten auch gegen Griechenland nur ein Unentschieden (2:2) einfahren. Am Ende fand man sich auf dem dritten Platz wieder.

2010 lag auf Nationalmannschaftsebene der Focus auf Spielpraxis. Testspiele in England und gegen die Türkei waren in Planung. Im April reiste das Nationalteam nach England, wo sie zwei Freundschaftsspiele am Royal-National-College for the Blind gegen die Mannschaft Englands bestritten (Spiel 1 0:0, Spiel 2: 2:0). Im Mai fand erstmals der Tag des Blindenfußballs in Berlin statt. Vor großer Kulisse (vor dem Reichstagsgebäude) trafen die Deutschen erstmals auf ein ausländisches Team auf eigenem Boden. Die Türkei war angereist, um vor vielen Zuschauern das erste Länderspiel in Berlin mit deutscher Beteiligung zu absolvieren. Am Ende gewannen die deutschen Kicker mit 3:2.

Im August 2010 fanden die vierten Weltmeisterschaften im Blindenfußball in Hereford (England) statt. Zehn Teams kämpften in zwei Gruppen um die Schale. Brasilien bezwang im Finale die Spanier mit 2:0 und ist zum dritten Mal Weltmeister im Blindenfußball. Platz drei ging an China. Der Gastgeber England fand sich am Ende auf dem vierten Rang wieder. Europameister Frankreich landet auf Platz 5. Exweltmeister Argentinien reihte sich auf einem enttäuschenden Rang sieben hinter Kolumbien und vor Griechenland und Südkorea ein.

Bei den 4. World-Games der IBSA war die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft 2011 erstmals mit von der Partie. Ausgetragen wurden die Weltspiele in Antalya/Türkei. Zusammen mit England, Thailand und China kämpften die DBS-Sportler, um den Einzug ins Halbfinale. Leider hatten sie durch einen Sieg über thailand (5:0), ein Unentschieden über China (1:1) und einer Niederlage über Lehrmeister England (1:4) nicht genügend Punkte, um Gruppenzweiter zu werden. Im Spiel um Platz fünf besiegten die Deutschen erneut die Türkei (2:1) und schloss diesen Wettbewerb befriedigend ab. In der zweiten Gruppe schafften es der Iran und die Europameister aus 2009 Frankreich ins Halbfinale. Der Iran sicherte sich die Trophy der 4. IBSA Worldgames. Platz 2 ging an Frankreich, Bronze sicherte sich China.

Blindenfußball in Deutschland[Bearbeiten]

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Logo der Blindenfußball-Bundesliga

Mit dem ersten Internationalen Blindenfußballturnier am 26. und 27. Mai 2006 in Berlin begann die Geschichte des Blindenfußballs in Deutschland. Hier gab es bisher keinen organisierten, vereinsangebundenen Blindenfußball wie etwa in Südamerika, England oder Spanien. Um dies zu ändern, haben Vertreter des Sozialverbands Deutschland (SoVD), des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) in Zusammenarbeit mit dem Behinderten-Sportverband Berlin (BSB) und der Hartl + Tank GbR Ideen für eine Etablierung des Blindenfußballs in Deutschland entwickelt und die Austragung eines ersten repräsentativen, internationalen Turniers in Berlin, den International Blind Challenge Cup (IBCC) organisiert. Dieser fand im Mai 2006 statt. Zu Gast waren Brasilien (Gold bei den Paralympics 2004 in Athen) und die drei besten Mannschaften der Europameisterschaften 2005 in Málaga/Spanien: Spanien, Frankreich, England. Die Teams spielten um den 1. Berliner IBCC-Pokal, der als ausgewiesener Wanderpokal symbolisch für die zukünftige Fortführung von Blindenfußballturnieren in Deutschland steht. In einem Endspiel der punktbesten Mannschaften des Turniers, Brasilien (sechs Tore) und Spanien (vier Tore), gewann Spanien mit 1:0. Frankreich landete auf dem dritten Platz. Der IBCC stand unter der Aufsicht von vier lizenzierten Schiedsrichtern der IBSA aus England, Frankreich, Griechenland und Spanien.

Nach diesem offiziellen Kick-Off in Berlin gründeten sich bis heute (Dez. 2009) an mittlerweile 12 Trainingsstandorten eigene Fußball-Teams. Nach und nach nahmen blinde Sportler in Tübingen, Mainz, Stuttgart, Würzburg, Dortmund, Essen, Berlin, Chemnitz, Marburg und in Hamburg ein regelmäßiges Training auf. Bereits im März 2007 fand in Tübingen das erste deutsche Hallenblindenfußball-Turnier statt, an dem sechs Teams (Mainz, Tübingen, Würzburg, Dortmund, Marburg, Hamburg) sich erstmals maßen. Die Kicker aus Dortmund besiegten im Finale die Gastgebermannschaft Tübingen und errangen den Turniersieg. Den bronzenen Pokal sicherte sich das Team aus Mainz. Die Plätze vier bis sechs gingen an Marburg, Hamburg und Würzburg.

Den ersten richtig großen Vergleich im deutschen Blindenfußball gab es am 26. Mai 2007 in Neumünster. Genau ein Jahr nach dem offiziellen Startschuss im Blindenfußball trafen alle bisher trainierenden Mannschaften Deutschlands im Rahmen des sogenannten Licht-Kick-Turniers in Schleswig-Holstein aufeinander. Besonderheit hierbei war, dass erstmals ein Turnier unter freiem Himmel ausgespielt wurde. Es handelte sich schon um eine gewisse Meisterschaft im Blindenfußball, die das Team aus Marburg erst im 6-Meter-Schießen gegen die Mainzer Karnevalskicker gewann. Der dritte Platz ging an das Team aus Stuttgart. Die übrigen Plätze gingen in der Reihenfolge an Dortmund, Essen, Hamburg, Würzburg, Chemnitz und Berlin.

Im Dezember 2007 gewann Stuttgart das letzte Turnier im Jahr 2007 in Marburg durch einen Sieg gegen die Gastgeber. Die Plätze drei bis 7 gingen an die Teams aus Dortmund, an die Spielgemeinschaft Essen-Berlin, Guide-Dogs Mainz, Chemnitz und das Sportteam Würzburg.

Seit Juni 2007 engagiert sich auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) aktiv im Blindenfußball. Deutschland bzw. der DBS möchte auch in dieser paralympischen Sportart eine Nationalmannschaft zu Wettbewerben aussenden. Nach einer offiziellen Stellenausschreibung wurden zwei professionelle Trainer gefunden, die mit der Bildung einer Nationalmannschaft beauftragt wurden. Ulrich Pfisterer (Cheftrainer) und Peter Schreiner (Teammanager) sind die Trainer dieser neuen Mannschaft, die im Blindenfußball international Deutschland vertreten wird. Bei ihrer ersten großen Aufgabe, die 5. IBSA Europameisterschaft im Blindenfußball in Athen (Ende Sept. 2007), mussten sich die deutschen Kicker aber mit dem siebten und letzten Platz zufriedengeben. Ihre drei Gruppenspiele verlor die deutsche Mannschaft mit 1:3 gegen die Türkei, 0:3 gegen Griechenland und 0:7 gegen Frankreich. Erstes und bisher einziges Tor für Deutschland schoss der Tübinger Stürmer Alexander Fangmann. Ende des Jahres 2007 zog sich der Teammanager Schreiner aus dem Blindenfußball zurück, wodurch die Geschicke der Nationalmannschaft allein in den Händen von Ulrich Pfisterer liegen.

Im März 2008 startete die vom DBS, DBSV und der Sepp-Herberger-Stiftung gegründete Blindenfußball-Bundesliga in die erste Saison. An drei Spieltagen wurde aus den teilnehmenden acht Mannschaften der Deutsche Blindenfußballmeister 2008 ermittelt. Als erstes Team in der Geschichte des Blindenfußballs sicherte sich die SSG Blista aus Marburg diesen Titel. Mit 15 Punkten aus sieben Spielen führten die Marburger vor Stuttgart, Dortmund, Essen und Mainz die Tabelle an. Auf den Plätzen 6-8 fanden sich am Ende die Teams SG Würzburg-Berlin, Chemnitz und der FC St. Pauli wieder. Austragungsorte waren neben Stuttgart und Dortmund auch die Hauptstadt Berlin.

Durch die Liga und das gestiegene Medieninteresse können sich immer mehr blinde Sportler für den Blindenfußball begeistern. Dieses hat zur Folge, dass die Anzahl der trainierenden Teams weiter zunimmt. Zahlreiche Workshops initiiert vom DBS und DBSV tragen hier ihren Teil dazu bei. So gründeten sich im Laufe des Jahres die Teams in Gelsenkirchen und in Köln, wodurch zum einen in Nordrhein-Westfalen mittlerweile vier Blindenfußballmannschaften ansässig sind und zum anderen die Gesamtzahl der Teams auf elf angestiegen ist (Stand Okt. 2008). Im Einzelnen wird derzeit in Marburg, Essen, Köln, Dortmund, Mainz, Gelsenkirchen, Stuttgart, Berlin, Tübingen, Chemnitz, Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Herzlake, Würzburg und Hamburg trainiert. Geplant ist die Schaffung von Spielstätten in Nürnberg, Ilvesheim und Bremen.

Im Oktober 2008 kam der Blindenfußball erstmals für ein großes Event nach Hamburg. Das Hallenmasters Keep your mind wide open wurde am 18. und 19. Oktober in der Sporthalle an der Budapester Straße auf St. Pauli ausgetragen. Teilnehmende Teams waren neben dem FC St. Pauli die Teams MTV Stuttgart, Guide-Dogs Mainz, Berlin, SSG Blista Marburg und erstmals das Team aus Köln. Der MTV Stuttgart entschied das Turnier durch einen 5:1-Sieg im Finale gegen den amtierenden deutschen Meister SSG Blista Marburg für sich. Auf den weiteren Plätzen landeten die Teams aus Mainz, St. Pauli, Berlin und Köln. Das Masters wird zukünftig jedes Jahr in Hamburg ausgetragen.

Die Blindenfußball-Bundesliga wurde auch 2009 fortgesetzt, sogar mit einem Team mehr als im Vorjahr. Das Team des PSV Köln erschien auf der Ligabühne und sicherte sich am Ende den Vizemeistertitel. Vorjahresmeister Marburg musste sich mit Platz 4 zufriedengeben. Den Meistertitel holte sich mit 22 Punkten aus acht Spielen der MTV Stuttgart. Das Team des Franz Sales Hauses aus Essen musste seine Teilnahme an der Liga absagen, jedoch wurden sie durch den zweiten Neuling VfB Gelsenkirchen ersetzt.

Im September 2009 wurden die Hallenmasters in Hamburg zum zweiten Mal durchgeführt. Vorjahressieger Stuttgart verpasste diesmal jedoch den Einzug ins Finale, sicherte sich aber den dritten Platz. Erstmals nahm der ISC Dortmund teil, der 2009 im Finale gegen den PSV Köln den Pokal holte. Der Vorjahreszweite Marburg landete 2009 auf dem vierten Platz. Der LFC Berlin erreichte Platz fünf. Gastgeber St. Pauli wurde Letzter.

Der Pokal der Blindenfußball-Bundesliga

Im Dezember 2009 überraschte der Liganeuling PSV Köln mit einem weiteren Hallenturnier. Erstmals fanden die Nikolaus-Masters in der Domstadt statt. Fünf Teams (Stuttgart, St. Pauli, Marburg, Saarbrücken und Köln) spielten den Titel aus. Siegreiches Team war der MTV Stuttgart, welcher im Finalspiel die SSG Marburg im Sechs-Meter-Schießen bezwang. Neuling Saarbrücken feierte bei diesem Turnier seine Premiere, gewann ihr erstes Spiel und landete am Ende auf Platz 5 der Turniertabelle. Auch dieses Turnier soll zu einer regelmäßigen Veranstaltung im Winterhalbjahr im Blindenfußball werden.

2010 ging die Blindenfußball-Bundesliga in ihre dritte Auflage. Natürlich sind viele der Urteams mit von der Partie und es gibt auch Neuerungen zu vermelden. Erstmals traten die Teams der SG Würzburg-Berlin in der Saison eigenständig an. Weitergehend trat eine neue Spielgemeinschaft aus Parkett. Die SG Saar 05 Saarbrücken-Eintracht Braunschweig wollte sich erstmals im Größenvergleich messen. Gleichzeitig hat die Liga aber auch Absagen zu verbuchen. Aus privaten Gründen und beruflichen Verpflichtungen mussten die Guide-Dogs BSG Mainz und der Vizemeister 2009, der PSV Köln die Teilnahme absagen. Die Liga startete am 13. März in Barsinghausen bei Hannover, wurde in Würzburg und Marburg fortgesetzt und fand am Finalspieltag in Hamburg seinen Meister 2010. Ungeschlagen wurde der MTV Stuttgart Deutscher Meister 2010. Die Silbermedaille ging an den ISC-Dortmund, Bronze sicherte sich erstmals der LFC Berlin. Die SSG Marburg (Meister 2008) fand sich auf Platz 4 wieder.

Im Folgejahr fanden erstmals die Stuttgart-Open im Blindenfußball statt. Der MTV Stuttgart lud im März ein Team aus England (aus Herefort), die griech. Mannschaft aus Thessaloniki, ein tschechisches Team aus Brno und die deutschen Teams aus Braunschweig und Gelsenkirchen ein. Siegreich war der MTV Stuttgart, der im Finale die Engländer bezwang.

Auch 2011 startete die Ligasaison. Diesmal mit Spieltagen in Köln, Mannheim, Chemnitz und Hannover. Der MTV Stuttgart wurde zum dritten Mal in Folge deutscher Meister. Der Meister aus 2008 (Marburg) platzierte sich auf dem zweiten Rang. Die Bronzemedaille ging wie auch 2010 an den LFC Berlin. Insgesamt nahmen neun Mannschaften an der Ligasaison teil (PSV Köln, SG Mainz-würzburg, St. Pauli, VfB Gelsenkirchen, Eintracht Braunschweig und Chemnitzer FC).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Schöffmann (Versehrtensportklub ASVÖ Wien) über den Blinden-Fußball in Österreich - football4all.eu
  2. http://nationalteam.blindenfussball.net/em-2011-turkei/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blindenfußball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien