Blumegg (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Wappen der Blumenegger

Das Geschlecht der Blumegger auch Ritter von Blumenegg (überliefert sind auch Schreibweisen wie: Blumek, Blumeneckh, Blumeck, Blumegg.), zweigte sich vor 1292 als eigenständige Linie der Herren von Blumberg ab.

Das Geschlecht der Blumegger verbreitete sich weiter, es gab eine Klettgauer, Albgauer und Breisgauer Linie. Mit dem Junker Gaudenz von Blumegg zu Dachswangen, von welchem noch ein Lehen über 300 Seeforellen im Schluchsee an St. Blasien zurückfiel, starb das Geschlecht der Blumegger 1577 im Mannesstamm aus. Stammsitz der Blumegger war die Burg Blumegg auf einer kleinen Felsnadel in der Wutachschlucht. Sie waren enger verwandt mit den Herren von Blumenfeld im Hegau → Schloss Blumenfeld

Ersterwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszug aus der Urkunde von 1292:

Růdolfus Constantiensis episcopus notificat, quod Heinricus quondam de Blůmenberg miles, Heinricus eiusdem filius, Johannes, Heinricus et Chůnradus fratres, Heinrici secundi filii. Heinricus piae memoriae praefati Johaniis filius, Chůnradus canonicus Constantiensis, Johannes in Stahelegge, Johannes in Tůnoveschingen, Heinricus in Blůmenegge, Chuonradus in Blůmenuelt, Chůnradus in Tannegge, Albertus et Johannes in Blůmenberg, milites. et Bertholdus pupillus, in Tůnovweschingen residentes ...“

UBFrbg. 5, Nr. 259; Reg. ep. Const. 1, Nr. 2818.

Festgestellt sind hier:

Zu dem „Netz von Blumberger Burgen“ zählt „die südwestlich von Blumberg gelegene Blumegg, auf der 1292 Heinricus (von Blumberg) saß.“[Anm 1]

Weitere Angaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In einer Urkunde von 1295 sind erwähnt: „Iohannes de Blûmenberc, Chůnradus de Blůmenegge“.[1]
Wappenfenster in der Blumenegger Kapelle im Freiburger Münster Kopie von 1882/83 aus der Freiburger Glasmalerei-Werkstatt Helmle & Merzweiler von Heinrich Helmle (1829–1909) und Albert Merzweiler (1844–1906) unter Mitarbeit des Glasmalers Eugen Börner und des Malers Hugo Huber, nach dem Original um 1517 vermutlich nach Hans Baldung Grien. Original im Augustinermuseum. (Der Eberkopf ist das Wappen der Reischach)
  • Konrad von Blumenegg besaß Lenzkirch, Raitenbuch, Göschweiler, Münchingen, Hüfingen und Katzensteig im Bregtal, das Gebiet reichte vom Feldsee bis zum Steg unter dem Tittisee, von Saig an die Haslach und Wutach und bis Bildstein. Er verstarb 1313 und wurde bestattet in der Kirche zu Lenzkirch. In Blumeggischem Besitz erscheint auch Burg Schnellingen.
  • Heinrich von Blumenegg war verheiratet mit Adelheid von Fürstenberg und verkaufte zur Rettung des in finanzieller Not befindlichen Hauses Fürstenberg 1366 seine Herrschaft Blumenegg an Egloff von Wolfurt. Dessen Erbe Ulrich von Wolfurt wiederum für 8700 Gulden 1415 an die Herren von Friedingen, die Blumenegger mit den Verwandten Snewlin-Bärnlapp fingen jedoch alsbald mit den Friedingern Fehden an und zerstörten unter anderem Fützen, so geschädigt verkauften Heinrich und Rudolf von Friedingen die Herrschaft Blumenegg 1432 an das Kloster St. Blasien.[4]
  • St. Blasien verkaufte nach wenigen Jahren die Herrschaft Blumenegg an Thüring von Hallwyl, dieser 1448 wieder an St. Blasien und an das Kloster Reichenau je zur Hälfte, durch Nachlass von 1000 Gulden wurde den Leibeigenen der übliche Leibfall erlassen.
  • Rudolf von Blumenegg war verheiratet mit Sophia von Krenkingen, sie hatten sechs Söhne: Heinrich, Johann, Martin, Dietrich, Rudolf, und Otto welche die 1399 von ihrer Großmutter Gisela von Thierstein ererbten Kleinodien zu einer Priesterpräbende zu Lenzkirch gestiftet haben.[6]
  • Im Schweizerkrieg/Schwabenkrieg zogen „Mitte April 1499 die Berner, Luzerner, Zürcher und Schaffhauser, die von Kaiserstuhl aus über Grießen und Geißlingen nach Lauchringen gekommen waren, vor die Stadt Tiengen, wo sich zum Ring der Belagerer die Freiburger gesellten. Die Stadt wurde von einer Besatzung von 1400 Mann unter dem Befehl von Dietrich von Blumegg gehalten, der es aber vorzog, mit einigen anderen Adligen die Stadt heimlich in der Stunde höchster Not zu verlassen, ob aus Feigheit oder weil er der als zügellos bekannten Besatzung nicht traute, wie ein Schweizer Chronist meint, sei dahin gestellt. Nach zwei Tagen Belagerung und Beschuss ergab sich Tiengen am 18. April 1499.“[7]
  • „Rudolf der jüngere von der alten Blumberg war vor dem 30. April 1451 gestorben und mit ihm war die Blumberger Hauptlinie erloschen. Auch die Blumberger Seitenlinien bestanden nicht mehr lange.“[8]
  • 1631 erhielten die Herren und Freiherren von Stotzingen das Wappen der erloschenen von Blumeneckh.

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Urkunde (wie oben) ist wiedergegeben in: André Bechthold: Vom Mittelalter bis zum Übergang an das Haus Fürstenberg 1577. In: Joachim Sturm: Die Geschichte der Stadt Blumberg. Hrsg. im Auftrag der Stadt Blumberg, Dold-Verlag, Vöhrenbach 1995, S. 37. FrbgUB = Freiburger Urkundenbuch. Zitat zur ‚südwestlich gelegenen Blumegg‘: Bechthold, S. 39, mit Quellen: (Krieger: Topographisches Wörterbuch. 1, Sp. 220 ff.; Kindler von Knobloch, 1, S. 112).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • André Bechthold: Vom Mittelalter bis zum Übergang an das Haus Fürstenberg 1577. In: Joachim Sturm: Die Geschichte der Stadt Blumberg. Hrsg. im Auftrag der Stadt Blumberg. Dold-Verlag, Vöhrenbach 1995, ISBN 3-927677-06-X, S. 37.
  • Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Band 1, Heidelberg 1898, S. 112–114 und S. 116–118 (Stammbaum) bei der UB Heidelberg
  • Joseph Bader: Die Blumeneker oder großherzige Vasallentreue. In: Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung. Band 2, Karlsruhe 1840, S. 26–33. (in der Google-Buchsuche)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (UB – Urkundenbuch – Zürich 6, Nr. 2344: 1295, August 1, St. Blasien) in: Bechthold, S. 45 (Anm. 110).
  2. Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 3: Kreis Waldshut. Freiburg 1892, S. 153.
  3. Fürstenbergisches Urkundenbuch, Urkunden vom 12. und 31. Januar 1357; Nr. 318 und 319, S. 205 ff. sowie Nr. 328 u. Siegmund Riezler: Hug´s Vermählung mit Adelheid von Krenkingen. In: Geschichte des fürstlichen Hauses Fürstenberg. 1882, S. 260.
  4. Joseph Bader: Die Blumeneker, oder großherzige Vasallentreue. In: Badenia. 1840, S. 26 ff.
  5. Julius Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Band 3, 1919, S. 11.
  6. Trudpert Neugart, Cod. Dipl. Allem., 1791/95, Band 2, S. 438.
  7. B. Matt-Willmat, K.-F. Hoggenmüller: Chronik von Lauchringen. 1985, S. 123.
  8. A. Bechthold: Mittelalter. In: Sturm: Die Geschichte der Stadt Blumberg. 1995, S. 62.