Bourail

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Bourail
Lage der Gemeinde Bourail im Département {{{département}}}
Provinz Südprovinz
Aire coutumière Ajië-Aro
Koordinaten 21° 34′ S, 165° 30′ OKoordinaten: 21° 34′ S, 165° 30′ O
Höhe 0–1.091 m
Fläche 797,60 km2
Einwohner 5.444 (26. August 2014)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km2
Postleitzahl 98870
INSEE-Code 98803
Website mairie-bourail.nc

Kirche in Bourail

Bourail ist eine Kommune in der Südprovinz von Neukaledonien und ist somit eines der Französischen Überseegebiete im Pazifik. Die Kommune liegt an dem Fluss Néra und hat eine Landfläche von 797,6 km² und eine feste Bevölkerung von 4779 Einwohnern. Bourail ist 162 km von Nouméa, der Hauptstadt Neukaledoniens, entfernt. Bourail ist auch der Name des Hauptortes der Kommune. Weitere Orte sind: Azareu, Bouirou, Gouaro, Nandaï, Néméara, Nessadiou, Ny, Oua-Oué, Potê.

Die höchste Erhebung ist der Mont Adéo mit 1091 m.

Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bourails Landschaft wird zum Teil von Küsten geprägt, aber die Kommune hat zum Teil auch eine sehr gebirgige Landschaft. Die Strände sind z. T. durch den Menschen stark verändert worden, um sie für Touristen attraktiver zu machen. Zu einem großen Teil sind sie jedoch sehr wild.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ebene, in der heute Bourail liegt, wurde 1868 ein Militärstützpunkt eingerichtet. 1870 gründete man hier ebenfalls eine Zuckerfabrik und eine Farm, auf der entlassene Strafgefangene in den Grundzügen der Landwirtschaft unterwiesen wurden. Der Ort Bourail wurde 1886 gegründet. Durch ein Hochwasser der Néra entstanden 1996 ausgedehnte Schäden.

Turtle Bay / Baie des Tortues
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Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bourail ist mit sechs Personen pro Quadratkilometer für die Verhältnisse in Neukaledonien dicht besiedelt. Die Bevölkerung ist recht jung, da mehr als die Hälfte der Einwohner unter 30 Jahre alt sind. Allerdings leidet die Kommune an einer hohen Auswanderungswelle. Um diesen Trend zu stoppen, wurden neue Schulen gebaut, es gibt jedoch nur in Nouméa eine Universität.

Bevölkerungsentwicklung in Bourail (2009 geschätzt)[1]
Jahr 1956 1963 1969 1976 1983 1989 1996 2004 2009
Einwohner 2212 2312 2433 3149 3410 4122 4364 4779 5003
Ethnische Verteilung
Kanaken Polynesier Europäer Andere
34,8 % 3,3 % 55,6 % 6,3 %
Hauptstraße in Bourail

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptanbauprodukte sind Mais (300 ha Anbaufläche) und Kartoffeln (200 ha Anbaufläche). Als Nutztiere werden Rinder und Schweine gehalten. Außerdem werden Honigbienen gezüchtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Museum, das 1986 in einem 1870 für das Militär errichteten Gebäude gegründet wurde. Vorher diente das Bauwerk ab 1938 als Käsefabrik. 1980 wurde es als historisches Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Im Museum sind hauptsächlich Kunst- und Gebrauchsgegenstände der Melanesier ausgestellt, aber auch einige Werkzeuge und Möbel der ersten französischen Siedler. Eine Abteilung erinnert an die Anwesenheit neuseeländischer Soldaten während des Zweiten Weltkrieges. Eine besondere Attraktion ist die Guillotine, mit der insgesamt 80 Menschen exekutiert wurden.[2]
  • Das Rathaus (Mairie) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut. Auch die Polizeistation (Gendarmerie) und das Postamt sind in renovierten historischen Gebäuden - beide aus dem 19. Jahrhundert - untergebracht. In der Hauptstraße sind noch einige Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert erhalten.
  • Die Kirche mit einem Holzgewölbe im Innern wurde 1877 errichtet.[3]
  • Unweit der Stadt dehnen sich viel besuchte Strände mit Felsformationen aus, von denen der markante und weithin sichtbare Monolith Bonhomme aus Quarz der bekannteste ist. Nicht weit davon befindet sich die Bucht Baie des Tortues, an der Schildkröten zu beobachten sind. An einigen der Strände, z. B. an der Plage de Poé, sind vielfältige Arten von Wassersport möglich.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bourail – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in Bourail 1956–2009@1@2Vorlage:Toter Link/www.world-gazetteer.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie, S. 120. Paris 2012
  3. Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie, S. 119. Paris 2012
  4. Pierre Grundmann: Nouvelle Calédonie, S. 121. Paris 2012