Brendan Fraser

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Brendan Fraser (2022)

Brendan James Fraser (* 3. Dezember 1968 in Indianapolis, Indiana) ist ein US-amerikanisch-kanadischer Schauspieler.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brendan Fraser wurde im US-Bundesstaat Indiana als Sohn kanadischer Eltern geboren. Sein Vater war beruflich in der Tourismus- und Reisebranche tätig. Aufgrund der Arbeit des Vaters musste die Familie regelmäßig umziehen und so kam Fraser als Kind viel herum. Mit seinen drei älteren Brüdern verbrachte er längere Zeit in den Niederlanden, der Schweiz, in Rom, in London und auch in verschiedenen Städten in den USA. Auch später verlor er seine Reiselust nicht und bereiste viele fernöstliche Länder.

Schon im Alter von zwölf Jahren trat Fraser in Londoner Theatern auf. Später, im Jahre 2001, spielte er erneut eine Theaterrolle in London in dem West-End-Hit Die Katze auf dem heißen Blechdach (Cat on a Hot Tin Roof) von Tennessee Williams.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte Schauspiel am Upper Canada College in Toronto und machte den Abschluss am Actor’s Conservatory Cornish College of the Arts in Seattle.

Ab dem Jahr 1991 nahm er erste Filmrollen an, zu Beginn nur in Komödien wie Airheads (1994). Seinen Durchbruch in der Filmbranche erlangte Fraser 1992 durch die Verkörperung eines Höhlenmenschen in der Komödie Steinzeit Junior. Weitere internationale Bekanntheit erlangte er 1999 durch die Rolle des Richard „Rick“ O’Connell (neben Rachel Weisz und John Hannah) in dem kommerziell erfolgreichen Abenteuerfilm Die Mumie. 1997 bewies er an der Seite von Ian McKellen in dem Film Gods and Monsters, einer Filmbiografie über den Horrorfilm-Regisseur James Whale, auch ernste Rollen erfolgreich umsetzen zu können.

2002 spielte er neben Michael Caine in Der stille Amerikaner, einer Neuverfilmung des gleichnamigen Graham-Greene-Romans, die zweite Hauptrolle und wandte sich in der Folge vorwiegend ernsteren Filmstoffen zu. Im selben Jahr trat er in dem ebenfalls recht erfolgreichen Fortsetzungsfilm Die Mumie kehrt zurück erneut in seiner Rolle als Rick O’Connell auf. 2003 übernahm Fraser die Hauptrolle in der Filmkomödie Looney Tunes: Back in Action, wo er an der Seite von Cartoon-Figuren wie Bugs Bunny und Daffy Duck zu sehen war. Der Film floppte jedoch an den Kinokassen.

In der Krankenhausserie Scrubs – Die Anfänger trat er dreimal in der Nebenrolle des Ben Sullivan auf, des besten Freunds und (Ex-)Schwagers von Dr. Cox, wobei er als leukämiekranker Bruder von Jordan und Hobby-Fotograf, passend zu Frasers Liebe zur Fotografie, für Chaos sorgte.

Brendan Fraser bei der Einweihung seines Sterns auf dem Canada’s Walk of Fame (2006)

In der Verfilmung des Cornelia-Funke-Romans Tintenherz war Fraser 2008 als Mo Folchart in einer der Hauptrollen zu sehen. Die Autorin der Romanvorlage hatte im Vorfeld des Öfteren verlauten lassen, Fan von Fraser zu sein und sich ihn bei einer filmischen Umsetzung ihrer Tintenwelt-Bücher in der männlichen Hauptrolle zu wünschen. Sie widmete dem Schauspieler den zweiten Band der Reihe, Tintenblut. Im selben Jahr verkörperte Fraser zudem ein drittes Mal seine alte Paraderolle des Rick O’Connell in Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers.

Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Fraser in den frühen 2000ern, nach einer Reihe von kommerziellen Misserfolgen war es stiller um ihn geworden. Fraser sagte dazu, sich bewusst aus Hollywood zurückgezogen zu haben, nachdem er sexuell belästigt worden war. Außerdem sei sein Körper nach den zahlreichen selbst absolvierten Stunts in Actionfilmen zerschunden gewesen.[2][3]

Seitdem ist er häufiger in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen. 2021 wurde zudem bestätigt, dass Fraser in der kommenden Comicverfilmung Batgirl die Rolle des Antagonisten Firefly übernehmen soll.[4] Zwar wurden die Dreharbeiten beendet, im August 2022 wurde aber bekannt, dass Batgirl nicht veröffentlicht werden soll. Im selben Jahr übernahm Fraser die Titelrolle in Darren Aronofskys The Whale. Seine Darstellung eines krankhaft übergewichtigen schwulen Mannes brachte ihm einen Preis auf dem Toronto International Film Festival ein.[5]

Deutscher Synchronsprecher von Fraser ist Torsten Münchow.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraser war ab September 1998 mit seiner langjährigen Freundin, der Schauspielkollegin Afton Smith, verheiratet und hat mit ihr drei Söhne. Im Dezember 2007 gab das Paar die Trennung bekannt.[6] Nach der Scheidung wurde Fraser zu verschiedenen Unterhaltszahlungen von monatlich insgesamt 75.000 US-Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren verpflichtet.[7] Anfang 2013 beantragte Fraser bei den Gerichten eine Kürzung seiner Unterhalts- und Kindergeldzahlungen und gab an, er sei nicht in der Lage, die jährliche Verpflichtung von 900.000 US-Dollar zu erfüllen[8]; Smith beschuldigte Fraser, ihr Vermögenswerte vorzuenthalten.[9]

Im Jahr 2018 gab Fraser an, im Sommer 2003 von Philip Berk, dem Präsidenten der Hollywood Foreign Press Association, sexuell genötigt worden zu sein. Die sexuelle Nötigung, seine Scheidung, der finanzielle Ruin und der Tod seiner Mutter führten Fraser eigenen Angaben zufolge in eine Depression.[10][11]

Wegen der Stunts, die Fraser in seinen Actionrollen durchführte, unterzog sich Fraser über einen Zeitraum von sieben Jahren mehreren Operationen, darunter einem teilweisen Knieersatz, einer Laminektomie und einer Operation am Stimmband.[3]

Fraser besitzt sowohl die US-amerikanische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft und spricht fließend Französisch.[12]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brendan Fraser – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Brendan Fraser
  2. Brendan Fraser enthüllt die tragischen Gründe für seinen Absturz. In: Kino.de. Abgerufen am 29. November 2020.
  3. a b Brendan Fraser Says He Destroyed His Body Doing Movie Stunts: ‘I Was Probably Trying too Hard’. In: People.com. 22. Februar 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018 (englisch).
  4. Fan-Liebling Brendan Fraser wird Firefly spielen. In: netzwelt.de. Abgerufen am 8. März 2022.
  5. Brendan Fraser honoured with the TIFF Tribute Award for Performance at the 2022 TIFF Tribute Awards. In: tiff.net, 22. August 2022 (abgerufen am 29. August 2022).
  6. Brendan Fraser and Wife to Divorce. (Nicht mehr online verfügbar.) In: The Insider. 27. Dezember 2007, archiviert vom Original am 1. März 2008; abgerufen am 27. Dezember 2007.
  7. FindLaw’s Superior Court of Connecticut case and opinions. In: findlaw.com. Abgerufen am 5. August 2021 (englisch).
  8. Brendan Fraser Broke, Can’t Afford $900,000 Child Support Payment To Ex-Wife. In: The Huffington Post. 15. Februar 2013, abgerufen am 13. November 2022.
  9. Brendan Fraser Tries To Reduce Child Support Payment. 15. Februar 2013, abgerufen am 11. August 2021 (englisch).
  10. Condé Nast: Brendan Fraser on His Comeback, Disappearance, and the Experience that Nearly Ended His Career. 22. Februar 2018, abgerufen am 11. August 2021 (amerikanisches Englisch).
  11. Brendan Fraser says he has his own #MeToo story. In: ABC News. 22. Februar 2018, abgerufen am 27. Mai 2018.
  12. Films – Brendan Fraser. BBC, abgerufen am 27. Februar 2008.