Die Mumie (1999)

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Mumie
Originaltitel The Mummy
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Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Altägyptisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 120 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Stephen Sommers
Drehbuch Stephen Sommers
Lloyd Fonvielle
Kevin Jarre
Produktion Patricia Carr
Sean Daniel
James Jacks
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Adrian Biddle
Schnitt Bob Ducsay
Besetzung

Die Mumie ist ein Abenteuerfilm des US-amerikanischen Regisseurs Stephen Sommers aus dem Jahr 1999. Der Film ist eine Neuverfilmung des Horrorfilm-Klassikers Die Mumie aus dem Jahr 1932.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1290 v. Chr. in Theben führen der Hohepriester Imhotep und Anck-Su-Namun, die Mätresse des Pharaos, eine heimliche Beziehung. Eines Abends entdeckt Pharao Sethos I. den Betrug und wird von beiden ermordet. Als die Leibwache erscheint, begeht Anck-Su-Namun Suizid, damit Imhotep fliehen und sie später ins Leben zurückrufen kann. Imhotep stiehlt mit seinen Priester ihren Leichnam und bringt ihn nach Hamunaptra, der Stadt der Toten. Mit dem schwarzen Buch der Toten führt er ein verbotenes Wiedererweckungsritual durch, doch die Medjai, die Leibwache des Pharaos, hindern ihn daran, dieses erfolgreich zu beenden. Imhoteps Priester werden zur Strafe bei lebendigem Leibe mumifiziert. Er selbst wird mit dem schlimmsten aller Flüche belegt, dem Hom-Dai: In Mumienbinden gewickelt, wird er zusammen mit fleischfressenden Skarabäen in einem Sarkophag eingeschlossen und unter der Statue von Anubis vergraben, wo die Medjai ihn von nun an streng bewachen, um seine unheilvolle Rückkehr zu verhindern.

Im Jahr 1923 kämpft der Amerikaner Rick O’Connell für die französische Fremdenlegion in den Ruinen von Hamunaptra gegen ein Beduinenvolk. Als seine Truppe überrannt wird, flieht er in den hinteren Teil der Ruinen, aus dem die Beduinen angstvoll flüchten, und überlebt dadurch.

Drei Jahre später wird Rick in Kairo von dem erfolglosen Archäologen Jonathan Carnahan ein achteckiges Artefakt gestohlen. Jonathans Schwester Evelyn, eine Bibliothekarin und Ägyptologin im historischen Museum, entdeckt darin eine Karte zur verschollenen Stadt Hamunaptra. Als die Karte von Dr. Bey, dem Museumsdirektor, absichtlich unbrauchbar gemacht wird, machen sich die beiden auf, um Rick als Führer nach Hamunaptra anzuwerben. Nachdem sie ihn in einem Gefängnis vor dem Galgen gerettet haben, erklärt er sich bereit, sie in die sagenumwobene Stadt zu bringen.

Auf ihrer Fahrt auf dem Nil machen sie Bekanntschaft mit den amerikanischen Schatzjägern Burns, Daniels und Henderson sowie dem Ägyptologen Dr. Allen Chamberlain, die ebenfalls auf dem Weg nach Hamunaptra sind. Sie werden von Ricks ehemaligem Waffenbruder Beni Gabor geführt, der Rick damals im Stich gelassen hatte. Nachts wird ihr Raddampfer von den Medjai geentert, angeführt von Ardeth Bay. Als das Schiff in Flammen gerät, springen alle von Bord und machen sich anschließend auf dem Landweg auf zur Totenstadt − Rick mit den Carnahans und Beni mit den Amerikanern.

In Hamunaptra machen beide Gruppen interessante Entdeckungen. Die Carnahan-Gruppe findet die Mumie von Imhotep, und die Amerikaner finden eine Truhe, die sie trotz Chamberlains Warnung vor Imhoteps Fluch öffnen. Sie enthält das Buch der Toten und fünf Kanopen mit den Organen von Anck-Su-Namun. In der Nacht stiehlt Evelyn das Buch der Toten und liest laut daraus vor. Dadurch erweckt sie unwissentlich Imhotep zum Leben, der das vor über 3000 Jahren unterbrochene Wiedererweckungsritual vollenden will. Als er mit einem Heuschreckenschwarm eine der zehn biblischen Plagen auslöst und Burns Augen und Zunge entreißt, reisen beide Expeditionen fluchtartig zurück nach Kairo.

Imhotep verpflichtet Beni als Diener und folgt den Schatzjägern nach Kairo. Dort vollzieht er seinen Fluch an den Amerikanern, indem er ihre Lebensenergie aussaugt und sich so von einer Mumie zu Menschengestalt wandelt. Als er Evelyn begegnet, hält er sie zunächst für die Reinkarnation seiner Geliebten Anck-Su-Namun, doch Rick kann ihn mit einer Katze vertreiben. Im ägyptischen Museum treffen sie erneut auf Ardeth Bay, denn auch der Museumsdirektor gehört zu den Medjai. Evelyn vermutet, dass das „goldene Buch des Amun-Ra“ die lebendig gewordene Mumie töten kann. Bay glaubt, dass Imhotep Evelyn als Menschenopfer braucht, um seine Geliebte wiedererwecken zu können. Da taucht Imhotep mit einer neuen, willenlosen Anhängerschaft auf und entführt Evelyn nach Hamunaptra.

Rick, Jonathan und Bay folgen ihm im Flugzeug von Kapitän Havlock, doch Imhotep bringt das Flugzeug durch einen Sandsturm zum Absturz. Im Tempel von Hamunaptra beginnt er erneut mit dem Ritual zur Wiedererweckung seiner Geliebten, wird aber im letzten Moment von Rick an der Vollendung gehindert. Während dieser gegen Imhoteps untote Priester kämpft und Bay sich scheinbar opfert, finden Evelyn und Jonathan das „Buch des Amun-Ra“ und lassen Imhotep durch einen Spruch daraus sterblich werden, so dass Rick ihn schließlich töten kann.

Beni hat die Zeit genutzt, um Reichtümer aus den Ruinen zu schaffen, und löst unabsichtlich einen Selbstzerstörungsmechanismus aus. Während die Tempelanlage in sich zusammenstürzt, gelingt Rick, Evelyn und Jonathan die Flucht, doch Beni wird in der Schatzkammer eingeschlossen, wo die Skarabäen über ihn herfallen. Als Hamunaptra im Wüstensand versinkt, taucht Ardeth Bay auf, der ebenfalls überlebt hat. Rick und Evelyn werden ein Paar und wollen ein ruhiges Leben beginnen, und reiten mit den von Beni mit Gold beladenen Kamelen davon.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Film Die Mumie ist wie der dicke, dumme Hund, den du als Kind hattest; du kannst nicht anders und magst ihn einfach.“

John J. Puccio: DVDTown.com

Die Mumie ist der typische Sommerhit: laut, spektakulär und entbehrlich.“

Maitland McDonagh: TV Guide’s Movie Guide

„Fazit: Alte Horror-Story, neu bandagiert.“

Cinema

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film entstand in Marokko sowie in den Shepperton-Studios in Großbritannien. Die Museumsszene wurde im Rittersaal des Mentmore Towers gedreht. Für die Darstellung des Hafens von Gizeh wurden Filmaufnahmen der unter Denkmalschutz stehenden, historischen Werft Chatham Dockyard gefertigt und anschließend computertechnisch (CGI) bearbeitet.[1]
  • Sommers’ Film war der Überraschungshit des Kinosommers 1999. Er spielte in den USA mehr als 155 Millionen Dollar, weltweit 416 Millionen Dollar ein.
  • Hauptdarsteller Brendan Fraser fiel bei der Hinrichtungsszene im Gefängnis in Ohnmacht, weil der Strick am Hals zu eng war.
  • Als Regisseure waren unter anderem Joe Dante, Clive Barker und George A. Romero im Gespräch.
  • Patricia Velasquez’ Kostüm bestand zu einem Großteil aus Bodypainting, dessen Erstellung 14 Stunden in Anspruch nahm.
  • Oded Fehr trägt in diesem Film den gleichen Namen, den Boris Karloff im Film von 1932 nennt („Ardeth Bay“, ein Anagramm von „Death by Ra“), obschon er im Film selbst keine Verwendung findet. Eigentlich sollte Ardeth Bay am Ende des Films sterben, was jedoch vom Regisseur geändert wurde.

Hintergrund und Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für eine möglichst originalgetreue Wiedergabe der ägyptischen Sprache in den Dialogen sowie in Fragen zur altägyptischen Kultur war der Ägyptologe Stuart Tyson Smith von der University of California, Santa Barbara in beratender Funktion für das Filmteam, wie bereits für Stargate, tätig gewesen.[2]
  • Der Hohepriester Imhotep hat tatsächlich existiert und war vermutlich der Erfinder und Baumeister der Stufenpyramide des Djoser. Der historische Imhotep lebte allerdings im Alten Reich und nicht zur Zeit des Films, der im Neuen Reich spielt. Ebenfalls entgegen steht die Darstellung Imhoteps im Film als Mörder des Königs: Der historische Imhotep galt als enger Freund des Pharao und war zur Zeit des Alten Reiches eine sehr geehrte und auch später noch verehrte und sogar vergöttlichte Person, die vor allem wegen ihrer neuen Bauarten sowie experimentellen Bewässerungsanlagen Aufsehen erregt hatte.
  • Im Film werden fünf Kanopen gefunden, jedoch sind es in Wirklichkeit nur vier Kanopen, die bei altägyptischen Begräbnissen verwendet wurden. Regisseur Stephen Sommers hatte, trotz ägyptologischer Beratung, auf die Anzahl von fünf bestanden.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Rick O’Connell Brendan Fraser Torsten Münchow
Beni Gabor Kevin J. O’Connor Santiago Ziesmer
Jonathan Carnahan John Hannah Stefan Staudinger
Evelyn Carnahan Rachel Weisz Bettina Weiß
Käpt’n Winston Havlock Bernard Fox Wolfgang Völz
Ardeth Bay Oded Fehr Frank Glaubrecht
Aufseher Gad Hassan Omid Djalili Tom Deininger

Fortsetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leslie Shatz, Chris Carpenter, Rick Kline und Chris Munro wurden 2000 für einen Oscar in der Kategorie Bester Ton nominiert.
  • In der Kategorie Beste visuelle Effekte wurde der Film für einen BAFTA nominiert.[3]
  • Er bekam den Saturn Award für das beste Make-up und wurde acht weitere Male für diesen Filmpreis nominiert (Darsteller (Brendan Fraser), Darstellerin (Rachel Weisz), Regie und Drehbuch (beide Stephen Sommers), bester Fantasyfilm, beste Kostüme, Musik und Spezialeffekte).
  • Außerdem wurde Jerry Goldsmith mit dem BMI Film Music Award geehrt.
  • In Deutschland fand der Film auch viel Zuspruch und erhielt 1999 die Goldene Leinwand für mehr als drei Millionen Besucher und den Bogey Award in Gold für mehr als drei Millionen Besucher innerhalb der ersten 28 Tage.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikiquote: Die Mumie – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. British Film Locations
  2. Stuart Tyson Smith in: Egypt Revealed: The Mummies Speak. An Egyptologist teaches Hollywood how to talk like Ancient Egyptians. März/April 2001, S. 54-59., abgerufen am 30. April 2017
  3. Die Mumie (1999): Awards. Eintrag auf IMDb, abgerufen am 1. April 2016.