Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai

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Filmdaten
Deutscher Titel Todesgrüße aus Shanghai
Originaltitel Jing wu men
Produktionsland Hongkong
Originalsprache Kantonesisch
Erscheinungsjahr 1972
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Lo Wei
Drehbuch Bruce Lee, Lo Wei
Produktion Raymond Chow
Musik Wang Fu-Ling, Joseph Koo
Kamera Chen Ching-Chu
Schnitt Chung Yao Chung
Besetzung
Synchronisation

Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai (auch bekannt als Bruce Lee: Die Faust des Rächers und Fist of Fury, Originaltitel: Jing wu men) ist ein chinesischer Martial-Arts-Film von Lo Wei aus dem Jahr 1972 mit Bruce Lee in der Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt mit Informationen über den real existierenden und von 1868 bis 1910 lebenden chinesischen Volkshelden Huo Yuanjia. Erzählt wird sodann eine fiktive Geschichte der Hintergründe seines Todes und der Geschehnisse, die zur Aufklärung des an ihm verübten Mordes führten.

Shanghai, Anfang des 20. Jahrhunderts. China ist territorial teilweise von den Japanern besetzt. Chen-Zhen, Student der chinesischen Huo-Schule, kehrt an seine Ausbildungsstätte zurück, muss aber verbittert feststellen, dass sein Meister gestorben ist. Während der Begräbniszeremonie macht ihn der Kummer fast wahnsinnig, nur mühsam kann er davon abgehalten werden, den Sarg zu öffnen.

Bei der Trauerfeier kommt es zum Eklat, als Gesandte einer japanischen Schule die Zeremonie stören. Die Situation kann zwar schnell geklärt werden, doch der temperamentvolle Chen kann die Beleidigung nicht einfach so abtun und liefert sich in der Japan-Schule eine Schlägerei mit den dortigen Eleven. Die Bezwungenen sinnen auf Rache, begeben sich ihrerseits zur Huo-Schule und schlagen sowohl Schüler als auch Mobiliar kurz und klein. Als Chen wenig später zurückkehrt, sind seine Kommilitonen sehr erbost über das Geschehene.

Zur Verhinderung weiterer Ausschreitungen und auch um Chen selbst zu schützen, will man ihn aus der Stadt bringen und verstecken. Damit ist Chen erst gar nicht einverstanden, geht dann aber doch darauf ein, auch, weil er seine Mitschülerin Yuan liebt. In der Nacht vor seiner Flucht entlarvt Chen die Mörder Huos und tötet sie. Gleichzeitig findet er Hinweise auf die Japaner als Drahtzieher des verübten Mordes.

Die über den Mord an ihren Leuten erzürnten Japaner üben daraufhin Druck auf die örtliche Polizei aus. Ein Inspektor setzt den Huo-Schülern daher gezwungenermaßen die Pistole auf die Brust: Sie haben drei Tage Zeit Chen auszuliefern, ansonsten würden alle verhaftet werden. Da die Huo-Schüler selbst nicht wissen, wo Chen steckt, macht sich Yuan auf die Suche und findet ihn: Noch immer verbittert tüftelt Chen an einem Racheplan.

Während einer Festivität der Japaner, an der u. a. der russische Kämpfer Petrov teilnimmt, passt Chen in einer Verkleidung einen weiteren Verschwörer ab. Bevor er ihn tötet, erlangt Chen die gesuchte Information: Der japanische Schulleiter steckt hinter dem Mord an Huo.

Das dann folgende Geschehen ist von der Abwesenheit wichtiger Personen gekennzeichnet. Die japanischen Schüler verüben – wegen der Abwesenheit der älteren Huo-Eleven – an deren Schule ein Massaker und bringen die Zöglinge um. Gleichzeitig betritt Chen die verlassene Japan-Schule und tötet die dort verbliebenen Schüler. Im Garten der Schule kommt es zum Showdown zwischen Chen und Petrov, Chen geht als Sieger daraus hervor. Als er auch den Schulleiter töten kann, sieht er seine Rache als gelungen an.

Als die älteren Huo-Schüler zurückkommen und die vielen Leichen sehen, sind sie bestürzt. Aufgrund der japanischen Toten kommt der Inspektor in die Schule. Das Ultimatum ist abgelaufen, aufgebracht fordern die Japaner die Übergabe von Chen. Da die Schüler noch immer nicht wissen, wo Chen steckt, hat der Inspektor keine andere Wahl, als alle zu verhaften. Chen selbst erreicht im selben Moment die Schule. Er belauscht das Gespräch und erkennt, dass nur er selbst den schwelenden Konflikt beenden und seine Freunde retten kann. Chen stellt sich den Behörden und begibt sich in Gefangenschaft der Japaner. Allerdings währt diese nur kurz, da Chen den schussbereit wartenden Polizeischützen entgegenspringt und erschossen wird.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chens Meister war Huo Yuanjia (kantonesisch: Fok Yuen-gap), der neben Wong Fei Hung als einer der größten Volkshelden in China gilt. Jet Li verkörperte später in Fist of Legend den von Bruce Lee hier gespielten Chen (eigentlich Chen-zhen) und in Fearless dessen Meister Huo Yuanjia.

Fist of Fury war das zweite Werk des erfolgreichen Trios Lee/Chow/Lo. Geplant als Nachfolger des Erstlingswerkes The Big Boss (Premiere: 31. Oktober 1971), schrieb Regisseur Lo Wei das Drehbuch fast über Nacht, und mit dem Einsatz der gesamten Filmcrew konnte Fist of Fury schon am 22. März 1972 uraufgeführt werden. Der Film übertraf die an ihn gestellten Erwartungen.

Hinsichtlich der Darstellung von Kampfszenen setzte Bruce Lee mit diesem Film neue Maßstäbe. Er benutzte erstmals Nunchakus, die das Publikum bis dahin noch nicht gesehen hatte. Auffallend ist auch eine mehr oder weniger rassistische Ausdrucksweise von Chen, allerdings nur in der deutschen Sprachausgabe, nicht in der englischen Version.

Jackie Chan hatte in „Fist of Fury“ einen seiner ersten Kinoauftritte. Er doubelte den Suzuki-Darsteller, als dieser von Lee am Ende durch eine Papierwand getreten wird. Lee ließ sich selbst in einer Szene bei einem Salto im Kampf gegen einen japanischen Schulausbilder doubeln. Ansonsten führte er seine Kämpfe allein aus, die er auch selbst choreographierte.

Der Schauspieler Yuen Biao hat im Film eine Statistenrolle. Regisseur Lo Wei wirkt selbst im Film mit und spielt den Polizeiinspektor.

Gemäß historischen Quellen gab es einen echten Chen-Zhen, dem damals tatsächlich die Flucht gelang. Bruce Lee selbst entschied allerdings, wegen des hohen Grades an Gewalt seitens Chens diesen einen heroischen Tod sterben zu lassen. Auch der Kampf gegen Petrov beruht auf wahren Hintergründen. Er geht auf die Herausforderung eines russischen Kämpfers an Huo Yuanjia zurück, welche dieser akzeptierte.

Wichtigste Filmfehler: In einer Nahaufnahme der Augen sind Lees Kontaktlinsen zu sehen. Beim Betreten eines Parks läuft ein Paar in Kleidung der 1970er Jahre durchs Bild.

Der 1977 gedrehte Film Tschang Fu – Der Todeshammer ist auch als Fist of Fury II bekannt. Hierin rächte Bruce Li den Tod seines Bruders, Bruce Lee.[1]

Deutsche Vermarktung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fist of Fury kam bislang in der Version Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai auf den Markt. Der Film war in dieser Schnittfassung stark gekürzt und konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Actionszenen.
  • 1993 strahlte das ZDF eine eigene Fassung aus. Unter dem Titel Bruce Lee – Die Faust des Rächers wurde eine Version des Films gesendet, die bis auf wenige entfernte Sequenzen (u. a. Schnitte bei den Kämpfen gegen Petrov und Suzuki) nahezu der asiatischen Originalfassung entsprach. Neben einer komplett neuen Synchronisation (statt durch Elmar Wepper wurde Lee jetzt von Rainer Schmitt synchronisiert) bekam der Film auch einen anderen, kürzeren Abspann. Während des Vorspanns und des Abspanns wird das Titellied Fist of Fury englischsprachig gesungen. Bei Todesgrüße aus Shanghai war es noch im kantonesischen Original zu hören.
  • Im Jahre 2011 wurde Fist of Fury, ebenso wie die weiteren Filme von und mit Bruce Lee, erstmals vollständig und ungekürzt auf BluRay veröffentlicht.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Sprecher
Kinofassung
Sprecher
ZDF-Fassung
Chen Zhen Bruce Lee Elmar Wepper Rainer Schmitt
Yuan Le-erh Nora Miao Susanne Uhlen Pia Werfel
Fan Chun Hsia James Tien Fred Klaus Nicolas König
Petrov Robert Baker Ulrich Bernsdorff
Hiroshi Suzuki Riki Hashimoto Wolf Ackva Horst Stark
Wu Ping-Ao Wei Gerd Martienzen Harald Halgardt
Inspektor Lo Wei Walter Reichelt Henning Schlüter
Hsu Kun Li Wolfgang Draeger

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. schnittberichte.com, abgerufen am 18. Mai 2017