Burg Mühlenbach (Koblenz)

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Burg Mühlenbach
Hauptturm der ehemaligen Burganlage

Hauptturm der ehemaligen Burganlage

Entstehungszeit: um 1300
Burgentyp: Niederungsburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Nur Hauptturm erhalten
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Koblenz
Geographische Lage 50° 21′ 11,6″ N, 7° 40′ 15,7″ OKoordinaten: 50° 21′ 11,6″ N, 7° 40′ 15,7″ O
Burg Mühlenbach (Koblenz) (Rheinland-Pfalz)
Burg Mühlenbach (Koblenz)

Die Burg Mühlenbach ist eine verschwundene Niederungsburg in Koblenz. Erhalten ist von der um 1300 im heutigen Stadtteil Arenberg erbauten und im 17. Jahrhundert zerstörten Burg nur noch der Hauptturm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Mühlenbach wurde um 1300 von Hermann II. von Helfenstein im Quellgebiet des Mühlenbachs als Wasserburg errichtet; sie war ein Lehen des Stifts Herford. Die Familie von Helfenstein besaß neben ihrer Stammburg (Burg Helfenstein), die sich unterhalb der kurtrierischen Burg Ehrenbreitstein befand, noch die Sporkenburg bei Eitelborn. Sie gab der Reichsherrschaft, zu der die Orte Arenberg und Immendorf sowie einige Mühlen am Mühlenbach gehörten, ihren Namen.

Im 14. Jahrhundert wurde aus der Burg Mühlenbach eine Ganerbenburg, die den Familien von Helfenstein und von Brandenburg gehörte. Die Brandenburger verkauften ihren Anteil 1445 für 2000 Gulden an Johann von Helfenstein. Nachdem die Familie von Helfenstein ausgestorben war, gelangte die Burg 1580 an die von Rolshausen. Durch die Heirat Stephans von Wrede mit der Erbtochter Wilhelma Dorothea von Rolshausen im Jahr 1613 blieb sie in Wrede'schem Besitz, bis sie Anfang des 19. Jahrhunderts an die Familie von Stein-Kallenfels verkauft wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg Mühlenbach zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Die endgültige Zerstörung ereilte die Burganlage 1692 durch die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Es blieb lediglich der Hauptturm erhalten, der im frühen 20. Jahrhundert als Getreidespeicher genutzt wurde.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erhaltene fünfstöckige Hauptturm ist 23,5 m hoch und besteht aus Grauwackebruchstein. Er wurde auf einem quadratischen Grundriss errichtet und besitzt ein Zeltdach. Erhalten sind einige Schlitzfenster, der Treppenaufgang auf der Südseite zu einer Tür im ersten Obergeschoss mit spitzbogiger Blende und ein Teil des mittelalterlichen Verputzes. Reste von Kaminanlagen und Fensternischen legen nahe, dass es sich um einen Wohnturm gehandelt haben muss. Von der restlichen Burganlage ist oberirdisch nichts erhalten geblieben. Der Hauptturm lag wohl inmitten einer rechteckigen Ringmauer, die an den Ecken mit vier kleinen Rundtürmen versehen war. Umgeben war die Anlage von einem Graben, der wahrscheinlich mit Wasser gefüllt war, da sich in der Talmulde mehrere Bäche trafen.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erhaltene Turm der Burg Mühlenbach ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Er liegt in Koblenz-Arenberg südöstlich der Ortslage beim Mühlenbacher Hof.[1]

Seit 2002 ist der erhaltene Turm der Burg Mühlenbach Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Liessem: Mühlenbach in: Koblenz. Natur-, Boden- und Kulturdenkmale, Koblenz 1980, S. 125–128
  • Die Kunstdenkmäler des Landkreises Koblenz, bearb. von Hans-Erich Kubach, Fritz Michel und Hermann Schnitzler (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 163.), Düsseldorf 1944, S. 59f.
  • Peter Brommer, Werner Krümmel und Kristine Werner: Momentaufnahmen - Burgen am Mittelrhein in alten Zeichnungen und neuen Fotografien, Koblenz 2000, S. 120f.
  • Ulrike Weber (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.3: Stadt Koblenz. Stadtteile. Werner, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-345-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Mühlenbach (Koblenz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Koblenz (PDF; 1,5 MB), Koblenz 2013